Für die freie Arztwahl innerhalb der Europäischen Union hat sich der Europäische Gerichtshof mit einem neuen Urteil stark gemacht (Az. C-385/99). Danach dürfen sich gesetzlich Versicherte auch dann im EU-Ausland ambulant behandeln lassen, wenn keine unvorhergesehene Erkrankung vor­liegt.

Das Urteil ist zwar auch für Urlauber interessant, vor allem aber für Patienten und Ärzte, die in Grenzregionen leben. Der Gerichtshof betonte allerdings, dass nationale Begrenzungen des Leistungs­um­fangs bei einer Behandlung im Ausland wirksam bleiben.

Verbraucher sollten das Urteil nicht als Freibrief für grenzüberschreitenden Praxis-Tourismus missverstehen. Denn deutsche Kassen übernehmen nur die Kosten, die bei Behandlung im Inland entstanden wären. Bei Reisen ist eine Auslandsreisekrankenversicherung nach wie vor zu empfehlen.

Lohnend ist eventuell eine günstige Zahnersatz-Behandlung im Ausland, weil der Versicherte auch hierzulande bis 50 Prozent der Kosten selbst tragen muss, in Zukunft wohl noch mehr. Der finanzielle Vorteil kann aber rasch dahin sein, wenn Probleme auftreten sollten.

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