Kranken­tagegeld für gesetzlich Versicherte: Von sehr gut bis mangelhaft

Unsere drei Modell­kunden

Diese drei Modell­kunden sind Grund­lage für unseren Test. Hier zeigen wir, welche Möglich­keiten sie haben, die Einkommens­lücke bei langer Krankheit zu schließen.

Modell­kunde 1: Arbeitnehmerin (IT-Spezialistin)

Zur Person: Unsere erste Modell­kundin ist eine 32-jährige angestellte IT-Spezialistin mit einem guten Einkommen. Sie ist freiwil­liges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse und hat daher Anspruch auf das gesetzliche Krankengeld. Als Ergän­zung dazu möchte sie ein privates Kranken­tagegeld abschließen.

Einkommen: 6 000 Euro brutto, 3 975 Euro netto im Monat bei zwölf Gehältern im Jahr.

Gesetzlicher Schutz: Im Krank­heits­fall erhält sie als Arbeitnehmerin zunächst sechs Wochen lang (42 Tage) Lohn­fortzahlung vom Arbeit­geber. Mit dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit beginnt das gesetzliche Krankengeld in Höhe von 2 723 Euro. Das ist der Netto­betrag, der nach Abzug der Arbeitnehmer­anteile für die gesetzliche Renten-, Pflege- und Arbeits­losen­versicherung übrig bleibt. Tatsäch­lich benötigt sie aber ihr volles Netto­gehalt.

Benötigter Versicherungs­schutz

Benötigter Versicherungs­schutz

Netto-Monats­einkommen

3 975 Euro

Netto-Krankengeld im Monat

2 723 Euro

Monatliche Versorgungs­lücke: 3 975 Euro – 2 723 Euro

1 252 Euro

Gewünschter zusätzlicher Versicherungs­schutz im Monat

1 200 Euro

1 200 Euro : 30 Tage

40 Euro

pro Tag (ab dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit)

Modell­kunde 2: Freiberuflicher Ingenieur mit beratender Tätig­keit

Zur Person: Unser zweiter Modell­kunde ist ebenfalls 32 Jahre alt. Er ist freiberuflich tätig als Ingenieur mit mehr­jähriger Berufs­erfahrung. Er ist freiwil­liges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse, hat sich aber gegen das gesetzliche Krankengeld entschieden.

Daher zahlt er nur den ermäßigten Beitrags­satz von 14 Prozent (zuzüglich 1 Prozent Zusatz­beitrags­satz seiner Krankenkasse).

Das Verdienst­ausfall­risiko möchte er komplett über ein privates Kranken­tagegeld absichern.

Einkommen: Der Gewinn aus der freiberuflichen Tätig­keit im Sinne des Einkommensteuerge­setzes beträgt 72 000 Euro im Jahr. Nach Steuern sind es 63 420 Euro, also 5 285 Euro im Monat.

Um den Geschäfts­betrieb auch im Krank­heits­fall zumindest teil­weise aufrecht­erhalten zu können, möchte unser Modell­kunde 55 Prozent des Einkommens nach Steuern absichern und zusätzlich den Beitrag zur gesetzlichen Kranken­versicherung.

Gesetzlicher Schutz: Selbst­ständige erhalten keine Lohn­fortzahlung im Krank­heits­fall, auch über die Krankenkasse ist ihr Verdienst­ausfall­risiko bei Krankheit in diesem Modell­fall nicht abge­sichert.

Benötigter Versicherungs­schutz

Benötigter Versicherungs­schutz

Einkommen nach Steuern: 63 420 Euro im Jahr: 12 Monate

5 285 Euro

Davon sollen 55 Prozent abge­sichert werden: 55 Prozent von 5 285 Euro

2 907 Euro

Beitrag zur gesetzlichenKranken­versicherung1: 15 Prozent von 4 425 Euro

663 Euro

Gewünschter monatlicher Versicherungs­schutz

3 570 Euro

3 570 Euro : 30 Tage

1202 Euro

pro Tag (ab dem 29. Tag der Arbeits­unfähigkeit)

    • 1 Gesetzlich kranken­versicherte Selbst­ständige ohne Krankengeld­anspruch müssen ihren Kassenbeitrag auch in Zeiten von Arbeits­unfähigkeit bezahlen.
    • 2 Eigentlich 119 Euro, aber aufgerundet auf 120 Euro.

    Modell­kunde 3: Selbst­ständiger Groß­handels­kaufmann

    Zur Person: Unser dritter Modell­kunde ist selbst­ständiger Kauf­mann mit einem eigenen Groß­handel und mehr­jähriger Berufs­erfahrung. Er ist freiwil­liges Mitglied in einer gesetzlichen Kasse, hat aber den Anspruch auf gesetzliches Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit gewählt und zahlt dafür den allgemeinen Beitrags­satz von 14,6 Prozent (zuzüglich 1 Prozent Zusatz­beitrags­satz seiner Krankenkasse).

    Als Ergän­zung möchte er ein privates Kranken­tagegeld, das schon ab dem 15. Tag einsetzt.

    Einkommen: Der Gewinn im Sinne des Einkommensteuerge­setzes beträgt 88 000 Euro im Jahr. Nach Steuern beträgt sein Einkommen 80 856 Euro, also 6 738 Euro monatlich. Im Krank­heits­fall sollen 55 Prozent davon ab dem 43. Tag zur Verfügung stehen, ein geringerer Betrag bereits ab dem 15. Tag.

    Gesetzlicher Schutz: Eine Lohn­fortzahlung im Krank­heits­fall gibt es nicht. Ab dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit zahlt die gesetzliche Krankenkasse ein monatliches Krankengeld in Höhe von 3 007 Euro. Das ist der Netto­betrag, der nach Abzug des Pflege­versicherungs­beitrags von 2,55 Prozent übrig bleibt.

    Benötigter Versicherungs­schutz

    Benötigter Versicherungs­schutz

    Einkommen nach Steuern: 80 856 Euro im Jahr: 12 Monate

    6 738 Euro

    Gesetzliches Krankengeld und privates Kranken­tagegeld sollenab dem 43. Tag etwa 55 Prozentersetzen:55 Prozent von 6 738 Euro

    3 706 Euro

    Nettokrankengeld

    3 007 Euro

    Versorgungs­lücke pro Monat: 3 706 Euro − 3 007 Euro (rund 23 Euro/Tag)

    699 Euro

    Gewünschter zusätzlicher Versicherungs­schutz

    20 Euro1

    pro Tag (ab dem 15. Tag der Arbeits­unfähigkeit)

      • 1 Teil­weise erlauben Versicherer nur Tages­sätze in Zehner-Schritten, also 10/20/30 oder mehr Euro pro Tag, dadurch entsteht die Abrundung auf 20 Euro in unserem Modell­fall.

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