Kranken­tagegeld für gesetzlich Versicherte

So haben wir getestet

04.06.2018

Kranken­tagegeld für gesetzlich Versicherte

  • Testergebnisse für 33 Pri­vate Kranken­tagegeld­tarife für ArbeitnehmerAnzeigen
  • Testergebnisse für 24 Pri­vate Kranken­tagegeld­tarife für FreiberuflerAnzeigen
  • Testergebnisse für 19 Pri­vate Kranken­tagegeld­tarife für Selb­ständigeAnzeigen
Inhalt

Im Test

Finanztest hat die Kranken­tagegeld­tarife aller privater Kranken­versicherer untersucht, die allen gesetzlich Versicherten zugäng­lich sind. Angebote, die nur für die Mitglieder bestimmter Krankenkassen oder Berufs­organisationen erhältlich sind, haben wir nicht aufgenommen. Wir haben nur Tarife berück­sichtigt, die nach Art der Lebens­versicherung kalkuliert sind, die also Alterungs­rück­stel­lungen bilden.

Für drei vorgegebene Modell­kunden haben wir die Tarif­angebote verglichen. Dabei haben wir jeweils alle Tarife berück­sichtigt, die unter den angenom­menen Berufs- und Einkommens­voraus­setzungen(siehe Artikel Unsere drei Modell­kunden) folgende Leistungen bieten:

  • Modell­kunde 1 (Arbeitnehmer). 40 Euro ab dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit als Ergän­zung des gesetzlichen Krankengeldes (33 Tarife),
  • Modell­kunde 2 (Freiberufler). 120 Euro ab dem 29. Tag der Arbeits­unfähigkeit als Ersatz für das gesetzliche Krankengeld (24 Tarife),
  • Modell­kunde 3 (Selbst­ständiger Gewer­betreibender). 20 Euro ab dem 15. Tag der Arbeits­unfähigkeit als Ergän­zung des gesetzlichen Krankengeldes (19 Tarife).

Allen Modellen liegt ein Eintritts­alter von 32 Jahren zugrunde.

Die Versicherer Continentale und Süddeutsche (SDK) waren nicht zu einer Teil­nahme bereit. Die Daten wurden verdeckt erhoben. Der Tarif KTV der Sono Kranken­versicherung fehlt in der Unter­suchung, da er keine Leistungs­begrenzung auf das Netto­einkommen vorsieht und daher nicht mit den übrigen Tarifen vergleich­bar ist.

Finanztest-Qualitäts­urteil

Jeder Tarif wurde im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Höhe des Tagegelds und die Verbraucherfreundlich­keit der weiteren Vertrags­bedingungen bewertet. Stichtag der Unter­suchung: 1. April 2018.

Preis-Leistungs-Verhältnis der Tagegeldhöhe (70 %)

Um das Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln, haben wir den Quotienten aus dem Beitrag und dem im jeweiligen Modell vorgegebenen Tages­satz gebildet. Für die Beur­teilung haben wir den Markt­durch­schnitt zugrunde gelegt. Ein Urteil „sehr gut“ bedeutet daher, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis weit über dem Markt­durch­schnitt liegt, ein Urteil „mangelhaft“ heißt, dass es weit darunter liegt.

Monats­beitrag. Als Monats­beitrag nennen wir den auf volle Euro gerundeten Eintritts­beitrag für 32-jährige Kunden ohne Vorerkrankungen.

Verbraucherfreundlich­keit weiterer Vertrags­bedingungen (30 %)

Bewertet wurden folgende Vertrags­bedingungen, wenn diese dauer­haft vertraglich garan­tiert werden. Wir haben sie nach ihrer Bedeutung für den Kunden unterschiedlich gewichtet. Kulanz­leistungen und zeitlich befristete Leistungen haben wir nicht gewertet.

Leistung bei Teil­arbeits­unfähigkeit. Normaler­weise zahlt der Versicherer das Tagegeld nur, wenn jemand gar nicht arbeiten kann. Wir haben unter anderem bewertet, wie lange jemand bereits arbeits­unfähig sein muss, bevor er auch bei Teil­arbeits­unfähigkeit ein Tagegeld erhält. Auch die maximale Dauer der Leistung haben wir beur­teilt. Gewicht im Modell 1: 15 Prozent; in den Modellen 2 und 3: 10 Prozent.

Tagegeld­erhöhung ohne neue Gesund­heits­prüfung. Manche Versicherer erlauben eine Erhöhung immer bei gestiegenem Verdienst, andere alle zwei bis drei Jahre entsprechend der allgemeinen Einkommens­entwick­lung, andere gar nicht. Gewicht (alle Modelle): 20 Prozent.

Leistungs­beginn bei Fortsetzungs­erkrankungen. Wir haben geprüft, ob und unter welchen Bedingungen der Versicherer die Arbeits­unfähigkeits­tage für die Karenz­zeit zusammenzählt, wenn jemand mehr­fach wegen derselben Krankheit ausfällt. Das ist vor allem für Selbst­ständige wichtig, weil sie keine Lohn­fortzahlung im Krank­heits­fall erhalten. Gewicht im Modell 1: 10 Prozent; in den Modellen 2 und 3: 15 Prozent.

Leistung während stationärer Reha. Wir haben etwa bewertet, wie lange jemand arbeits­unfähig sein muss, bevor er Leistungen auch während einer Reha erhält, ob der Versicherer auch an Kurorten oder in Kurkliniken (ohne Genehmigung) zahlt und ob er bei Arbeitnehmern und Selbst­ständigen mit Krankengeld­anspruch (Modelle 1 und 3) Leistungen der Rehaträger nicht auf das Tagegeld anrechnet. Außerdem haben wir die Leistung während stationärer Entziehungs­kuren bewertet. Gewicht (alle Modelle): 20 Prozent.

Leistung wegen Schwangerschaft und Mutterschaft. Wir haben etwa bewertet, ob der Versicherer auf die tarifliche Karenz­zeit beim Mutter­schafts-Kranken­tagegeld verzichtet, ob Versicherte bei Arbeits­unfähigkeit wegen Schwangerschaft, Abbruch, Fehl­geburt, Entbindung außer­halb der Mutter­schutz­zeiten Leistungen erhalten oder ob der Versicherer eine Entbindungs­pauschale in Höhe des zehn- oder zwölffachen Tages­satzes zahlt. Gewicht im Modell 1: 5 Prozent; in den Modellen 2 und 3: 10 Prozent.

Leistung nach Eintritt von Berufs­unfähigkeitfür länger als drei Monate. Je nach Tarif erhalten Versicherte das Kranken­tagegeld zum Beispiel für drei weitere Monate mit dem halben Tages­satz oder sechs Monate den vollen Tages­satz. Gewicht (alle Modelle): 15 Prozent.

Gesell­schaft verzichtet auf ihr ordentliches Kündigungs­recht. Versicherer dürfen den Vertrag während der ersten drei Jahre ordentlich kündigen. Manche verzichten ausdrück­lich auf dieses Recht.

Gewicht im Modell 1: 10 Prozent; in den Modellen 2 und 3: 5 Prozent.

Anzeige­frist für Arbeits­unfähigkeit. Kunden können die Mitteilung über ihre Arbeits­unfähigkeit an den Versicherer manchmal noch bis zu einem, drei oder sieben Tage nach Ablauf der Karenz­zeit nach­holen. Gewicht alle Modelle: 5 Prozent.

04.06.2018
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