Kranken­tagegeld­versicherung Fußballer Badstuber kippt uralte Vertrags­klausel

Kranken­tagegeld­versicherung - Fußballer Badstuber kippt uralte Vertrags­klausel
Der Fußball­profi Holger Badstuber verklagte seine Kranken­versicherung. © imago images / Sportfoto Rudel

Holger Badstuber bekommt nach einem Gerichts­urteil von seiner Kranken­versicherung fast 30 000 Euro nachgezahlt. Hintergrund ist eine Klausel im Vertrag. Sie sieht vor, dass der Zahlungs­anspruch entfällt, wenn sich der Versicherte im Ausland befindet. Das halten die Richter aber nicht mehr für zeitgemäß.

Langer Ausfall wegen Verletzungen

Der ehemalige FC Bayern-Fußball­profi Holger Badstuber hat seine private Krankenversicherung, die DKV, verklagt. Wegen eines Kreuzbandrisses, eines Sehnenrisses, eines Oberschenkelmuskelrisses und einer Sprunggelenks­verletzung fiel der Innen­verteidiger lange aus. Die DKV zahlte zu einem großen Teil Krankentagegeld. Sie weigerte sich aber, für einige Tage zu leisten, die er im Ausland verbracht hatte.

Richter halten Vertrags­klausel für veraltet

Hintergrund ist eine Klausel im Vertrag. Sie sieht vor, dass der Zahlungs­anspruch entfällt, wenn sich der Versicherte im Ausland befindet. Das steht bei vielen Anbietern noch in Kranken­tagegeld-Policen. Dagegen klagte Badstuber vor dem Land­gericht München. Streit­wert: 28 575 Euro. Obwohl die Chancen, den Prozess zu gewinnen, für die Versicherung besser schienen, zeichnete sich während des Verfahrens eine über­raschende Wende ab. Die Vorsitzende Richterin vom Land­gericht München machte deutlich, dass sie die Klausel für veraltet halte. Eine Zeitung zitierte sie mit den Worten: „Das Konstrukt ist über­holt.“

Hintergrund: Versicherte soll erreich­bar bleiben

Die Auslands­klausel stammt aus den 1980er-Jahren. Dahinter steckt eine Forderung: Versicherte müssten sich nach einem Anruf binnen drei Tagen bei einem Arzt unter­suchen lassen, wenn der Versicherer Zweifel am Fort­bestand der Verletzung oder einer Krankheit habe. Damals gab es noch keine Smartphones, Versicherte waren im Ausland nicht ständig erreich­bar. Heute sei dies leicht zu gewähr­leisten, so die Richterin. Im Fall von Badstuber habe kein Zweifel an der Verletzung bestanden. Es sei klar gewesen, dass er in dieser Zeit nicht so weit gesunden würde, um wieder spielen zu können. Die Erklärung der Richterin hat Signalwirkung. Dafür spricht, dass die DKV nachgegeben und den Anspruch Badstubers anerkannt hat.

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