Kranken­tagegeld Meldung

Für Piloten gelten strenge Regeln, wann sie nach einer Erkrankung wieder flugtauglich sind.

Zahlt eine Kranken­tagegeld­versicherung zunächst anstands­los, kann sie nicht nach­träglich die Erkrankung anzweifeln und die Zahlung verweigern. Das entschieden Richter im Fall eines Hubschrauberpiloten im Rettungs­dienst (Ober­landes­gericht Köln, Az. 9 U 32/18). Der Versicherer muss ihm rund 10 700 Euro Kranken­tagegeld nach­zahlen.

Das Luft­fahrt­bundes­amt hatte ange­ordnet, dass der Pilot nach einer erfolg­reich behandelten Venen­thrombose ein knappes Jahr ein blut­verdünnendes Mittel nehmen muss und nicht fliegen darf.

Der Versicherer zahlte zunächst, wollte dann aber den Vertrag beenden, weil der Pilot aus einer speziellen Lizenz­verlust­versicherung sechs Monate lang eine Rente bezog. Dies sei eine Berufs­unfähigkeits­rente, der Mann sei also berufs­unfähig. Weiter führt der Versicherer an, der Pilot sei nicht aus medizi­nischen, sondern formellen Gründen arbeits­unfähig. Ihm stehe kein Kranken­tagegeld zu. Das Gericht entschied: Der Schutz bei Lizenz­verlust sei kein Schutz für Berufs­unfähigkeit, sondern decke ein spezielles Risiko von Piloten ab.

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