Ein Kranken­tagegeld­versicherer kann die Zahlung an einen Kunden nicht einfach einstellen, wenn dieser neben seinem versicherten Beruf einen Neben­job ausübt, der in dem abge­schlossenen Tarif nicht versicher­bar ist. Das hat das Ober­landes­gericht Hamm entschieden (Az. 20 U 52/18).

Geklagt hatte ein Gast­wirt, der Krankentagegeld bezog. Als der Versicherer mitbekam, dass er nebenbei als Auto­maten­aufsteller jobbte, kündigte er die Police und stellte die Zahlung ein, da die Tätig­keit nach den Versicherungs­bedingungen nicht versicher­bar war. Die Richter entschieden jedoch: Es könne kein Berufs­wechsel angenommen werden, wenn jemand neben einer bestehenden Tätig­keit eine weitere aufnehme. Ob für diese Versicherungs­schutz bestehe, sei irrelevant. Da kein Berufs­wechsel vorliege, habe der Kunde den Neben­job nicht melden müssen.

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