Versicherer müssen auch dann Krankentagegeld zahlen, wenn ein Arbeitnehmer wegen Mobbings krankgeschrieben ist. Das entschied das Oberlandesgericht Celle (Az. 8 U 216/09). In dem vor Gericht verhandelten Fall wurde ein Projektleiter von seinem Vorgesetzten so stark gemobbt, dass er am Ende im Krankenhaus behandelt werden musste.

Sein privater Krankentagegeldversicherer wollte nicht zahlen, da der Mann seiner Ansicht nach nur an einer „Arbeitsplatzunverträglichkeit“ leide und nicht generell arbeitsunfähig sei. Doch das Gericht verurteilte den Versicherer, das Krankentagegeld zu zahlen. Laut Versicherungsbedingungen hat der Versicherte Anspruch darauf, wenn er wegen einer medizinisch notwendigen Behandlung krankgeschrieben ist. Die Frage der Arbeitsunfähigkeit hänge nicht von den Umständen oder Krankheitsursachen ab, so die Richter. Maßgebend sei, ob jemand seine bisherige Tätigkeit ausüben könne, und zwar an seinem Arbeitsplatz.

Dieser Artikel ist hilfreich. 65 Nutzer finden das hilfreich.