Wer Krankentagegeld bezieht und trotzdem ein bisschen arbeitet, liefert der Versicherung nicht automatisch den Grund für eine fristlose Kündigung. Allerdings muss er das Krankentagegeld zurückzahlen.

So entschied der Bundesgerichtshof (Az. IV ZR 129/06) im Fall eines selbstständigen Architekten, der sich trotz längeren Bezugs von Krankentagegeld drei Mal mit einem möglichen Kunden zum Gespräch getroffen hatte. Die Gespräche dauerten jeweils eine halbe Stunde.

Die Karlsruher Richter werteten das als unerlaubte Tätigkeit, sie sei aber zu geringfügig, um eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Diese sei nur aus „wichtigem Grund“ möglich, zum Beispiel nach arglistiger Täuschung oder gar Betrug.

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