Krankenkassen­vergleich 2022

Interes­sante Zusatz­leistungen

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Zuschüsse zur Osteo­pathie, Kinder­wunsch­behand­lung oder zu Gesund­heits­kursen – die Kassen bieten viele Extras. Je nach Lebens­situation kann das etwas anderes sein.

Krankenkassen­vergleich 2022 Alle Testergebnisse für Gesetzliche Krankenkassen

Für jeden etwas

Eine Familie kann von zusätzlichen Vorsorgeunter­suchungen für die Kinder profitieren. Wer nicht gut zu Fuß ist, legt womöglich Wert auf eine Geschäfts­stelle in seiner Nähe oder eine gute Online-Geschäfts­stelle der Kasse. Und gesund­heits­bewusste Versicherte können Zuschüsse zu einer sport­medizi­nischen Unter­suchung, zur Osteo­pathie oder auch Online-Gesund­heits­kurse nutzen. Die Beispiele geben Anregungen für die Auswahl geeigneter Extra­leistungen und wir gehen kurz auf Extras ein, die viele Nutzer unserer Daten­bank interes­sant finden.

Professionelle Zahn­reinigung

Entfernen von Zahn­stein, Polieren der Zähne, Entfernen von Verfärbungen – das sind nur einige Maßnahmen der professionellen Zahn­reinigung. Durch­geführt wird die Behand­lung meist von speziell ausgebildetem Praxis­personal oder dem Zahn­arzt selbst. Neben Reinigung und Pflege der Zähne erhält der Patient auch Tipps für die korrekte Zahn­reinigung zu Hause.

Die Kosten einer professionellen Zahn­reinigung sind je nach Zahn­arzt und durch­geführten Maßnahmen sehr unterschiedlich - zwischen 80 und 150 Euro oder mehr ist möglich. Bezahlen müssen die Patienten dies aus der eigenen Tasche.

Viele Krankenkassen geben allerdings als Extra­leistung einen Zuschuss. Die Spanne ist groß. Die meisten Kassen geben zwischen 35 und 60 Euro im Jahr dazu, manche Kassen auch mehr. Gut, wenn Versicherte den Zuschuss beim Zahn­arzt ihrer Wahl einsetzten können. Bei einigen Kassen müssen Versicherte allerdings zu bestimmten Zahn­ärzten, etwa aus dem Verbund dent-net. Der Produktfinder zeigt, ob die Kasse einen Zuschuss bietet und welche Bedingungen daran geknüpft sind.

Osteo­pathie

Diese alternative Behand­lungs­methode ist sehr beliebt. Wichtigstes Werk­zeug der Therapeuten sind die Hände, mit denen untersucht und behandelt er die Patienten. Die Behand­lungs­gebieten sind sehr vielfältig. An den Kosten der Behand­lung beteiligen sich viele Krankenkasse. Manche zahlen sogar einen Zuschuss von 200 Euro oder mehr für osteo­pathische Behand­lungen. Voraus­setzung ist eine ärzt­liche Verordnung und eine von der Krankenkasse anerkannte Qualifikation des Osteopa­then. Oft gehen Versicherte in Vorleistung und reichen die Rechnung später bei ihrer Kasse ein, die dann den Zuschuss über­weist.

Haut­krebs­scree­ning

Ein Haut­krebs-Scree­ning können alle Versicherten ab 35 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus auf Kassen­kosten durch­führen lassen. Das Scree­ning dient der Früh­erkennung des malignen Melanoms (schwarzer Haut­krebs), des Basal­zell­karzinoms und des spino­zellulären Karzinoms (beide weißer Haut­krebs). Seit Mitte 2020 kommen die Kassen auch dafür auf, wenn der Haut­arzt zur Unter­suchung das Auflicht­mikroskop benutzt.

Manche Krankenkassen bieten hier mehr als gesetzlich vorgesehen: Versicherte ab 35 Jahren können die Unter­suchung dann zum Beispiel jähr­lich in Anspruch nehmen. Bei anderen Kassen ist diese spezielle Vorsorgeunter­suchung schon für jüngere Versicherte im zweijäh­rigen Turnus möglich. Bei manchen Kassen müssen Versicherte in Vorleistung gehen und die Rechnung dann später bei der Kasse einreichen. Manchmal ist aber auch eine Behand­lung mit Versichertenkarte möglich. Der Produktfinder zeigt für jede Krankenkasse, ob sie die zusätzliche Unter­suchung bezu­schusst und in welcher Weise das geschieht.

Reiseimpfungen

Wer verreist, sollte sich vorher informieren, ob der Impf­schutz ausreicht. Die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) etwa gibt allgemeine Hinweise zu reiseassoziierten Infektions­krankheiten und vorhandenen Impfungen. Das Auswärtige Amt gibt konkrete Impf­empfehlungen in seinen medizi­nischen Hinweisen für jedes Land. So sollten Reisende, die nach Brasilien möchten, neben den Stan­dard­empfehlungen der Stiko auch eine Immunisierung gegen Gelbfieber und Hepatitis A, so wie bei längerem Aufenthalt auch gegen Hepatitis B, Toll­wut und Typhus besitzen.

Gut, wenn die Krankenkasse einen Teil der Kosten für die zusätzlichen Impfungen über­nimmt. Denn schnell können so einige hundert Euro zusammen­kommen. Der Produktfinder zeigt, welche Reiseimpfungen die einzelnen Krankenkassen über­nehmen. Zusätzlich informiert er darüber, ob sich die Kasse auch an den Kosten für eine reisemedizi­nische Beratung beteiligt. Manchmal müssen Versicherte in Vorleistung gehen und die Rechnung über die Reiseimpfung bei der Kasse einreichen, die dann den entsprechenden Betrag über­weist. Manchmal reicht es aber auch, nur die Versichertenkarte abzu­geben. Auch darüber informiert der Krankenkassen­vergleich.

Bonus­programme der Kassen

Viele Krankenkassen haben seit 2021 ein neues Bonus­programm. Es unterscheidet zwischen Maßnahmen der Vorsorge und solchen der verhaltens­bezogenen Prävention. Für den Bereich Vorsorge, zu dem Krebs­früh­erkennung, Gesund­heits-Check-Up oder Schutz­impfungen zählen, erhalten Versicherte dieser Kassen bereits ab der ersten Maßnahme einen Bonus – oft 5 oder 10 Euro. Dagegen gehören Sport- und Präventions­kurse oder die Mitgliedschaft im Fitness­studio zum Bereich Prävention. Hier müssen Versicherte auch weiterhin oft mehrere Maßnahmen zusammen erfüllen, um einen Bonus zu bekommen. Unser Krankenkassen­vergleich zeigt, welche Bonusmodelle die abge­bildeten Krankenkassen bieten und wie hoch der Geldbonus ausfällt.

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Online-Geschäfts­stellen

Auch bei Krankenkassen werden digitale Angebote immer wichtiger. Die Mehr­zahl hat bereits eine Online-Geschäfts­stelle. Versicherte können dort zum Beispiel persönliche Daten ändern, Rechnungen zur Erstattung einreichen, Mitglieds-Bescheinigungen herunter­laden sowie Anträge auf Kinder­krankengeld oder eine Krankmeldung schi­cken. Die Vorteile: Sie sparen sich den Weg zur Geschäfts­stelle oder zum Brief­kasten und sind unabhängig von Sprech­zeiten.

Der Krankenkassen­vergleich von Stiftung Warentest zeigt, welche Krankenkassen eine Online-Geschäfts­stelle haben und welche der von uns abge­fragten digitalen Anwendungen die virtuelle Geschäfts­stelle bietet. Unsere Daten­bank informiert auch über weitere inter­aktive Extras – etwa Video­beratungen durch Ärzte, Online­kurse für Schwangere und junge Eltern sowie Gesund­heits­kurse per Video.

Extra­vorsorge für Frauen

Mehrere Kassen zahlen ihren Mitgliedern einen Zuschuss zu zusätzlichen Früh­erkennungs­unter­suchungen. Diese bieten Ärzte bieten häufiger gegen Bezahlung an. So können Patientinnen etwa beim Gynäkologen Ultra­schall­unter­suchungen von Brust, Gebärmutter oder Eier­stöcken machen lassen. Viele Kassen bieten auch besondere Früh­erkennungs­programme für Menschen mit familiärer Vorbelastung (etwa Brust- oder Eier­stock­krebs). Welche Kassen das sind, verrät unser Krankenkassen­vergleich.

Auch eine besondere Tast­unter­suchung durch Blinde („Discovering Hands“) wird von vielen Kassen unterstützt. Das gleiche gilt für Kurse, in denen Frauen lernen können, ihre Brust selbst zu unter­suchen („MammaCare-Methode“).

Extras für alle Lebens­lagen

Je nach Alter oder Lebens­situation können unterschiedliche Extra­leistungen der Krankenkassen interes­sant für Versicherte sein. Wir geben Anregungen.

Familien

Diese Kriterien könnten für Familien interes­sant sein:

  • Medizi­nische Hotline rund um die Uhr
  • Haus­halts­hilfe bei schwerer Erkrankung (mit Kind)
  • Zusätzliche Kinder­vorsorge U10, U11, Jugend­vorsorge J2
  • Erinnerungs­service für Kinder­früh­erkennungs­unter­suchungen
  • Verordnete, nicht verschreibungs­pflichtige alternative Arznei­mittel
  • Haut­krebs­früh­erkennung auch schon für unter 35-jährige
  • Erweiterte Vorsorgeangebote für Erwachsene
  • Geldbonus für gesund­heits­bewusstes Verhalten (Bonus­programm, oft auch separat für die mitversicherten Kinder möglich)

Senioren oder chro­nisch Kranke

Diese Kriterien könnten für Senioren oder Chroniker interes­sant sein:

  • Geschäfts­stelle in der Nähe/Online­geschäfts­stelle
  • Beratung zu Hause
  • Medizi­nische Hotline rund um die Uhr
  • Vermitt­lung von Fach­arzt­terminen
  • Ärzt­liche Zweitmeinung
  • Mehr Leistungen in der häusliche Kranken­pflege
  • Haus­halts­hilfe bei schwerer Erkrankung auch ohne Kind
  • Unterstüt­zung bei der Wahl eines Kranken­hauses

Jung und gesund - wenig Geld, wenig Zeit

Diese Kriterien könnten für junge Menschen interes­sant sein:

  • Nied­riger Beitrags­satz
  • Online­geschäfts­stelle
  • Zuschuss zur Zahn­reinigung
  • Güns­tigerer Zahn­ersatz bei bestimmten Ärzten
  • Geldbonus für gesund­heits­bewusstes Verhalten (Bonus­programm)
  • Zuschuss zu Gesund­heits­kursen/Online­kursen

Gesunder Lebens­stil

Diese Kriterien könnten für Gesund­heits­bewusste interes­sant sein:

  • Geldbonus für gesund­heits­bewusstes Verhalten
  • Zuschuss zu Gesund­heits­kursen und zu einer sport­medizi­nischen Unter­suchung
  • Haut­krebs­früh­erkennung
  • Spezielle Früher­erkennung für Frauen
  • Osteo­pathie
  • Gesund­heits­kurse (auch Online­kurse)
  • Verordnete, nicht verschreibungs­pflichtige alternative Arznei­mittel

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Profilbild Stiftung_Warentest am 03.11.2022 um 11:43 Uhr
Erstellung einer übersichtlichen Darstellung

@t-w-j: Sie haben Recht, dass die Vielzahl der abgefragten Daten es einem schwer machen kann, sich einen Überblick zu verschaffen. Es macht auf jeden Fall Sinn, die Anzahl der Treffer mithilfe der Filterfunktionen auf eine übersichtliche Anzahl von Krankenkassen zu reduzieren.
Haben Sie keine besonderen Anforderungen an Ihre Krankenkassen und / oder die Filterauswahl führt weiterhin zu einer Vielzahl von Krankenkassen, können Sie sich die drei Krankenkassen mit dem günstigsten Beitragssatz in die Vergleichsübersicht holen.
Auf diesem Weg dürfte die Auswahl einer neuen Krankenkasse gut gelingen.

t-w-j am 01.11.2022 um 19:49 Uhr
Sehr unübersichtlich

Leider nehmen die unübersichtlichen Online-Angebote bei test zu. Vergleich Zahnpasta oder Matratzen kaum möglich. Ebenso hier bei den Krankenkassen - keine übersichtliche Darstellung der Leistungen

t-w-j am 01.11.2022 um 19:46 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

BertzRache am 20.09.2022 um 01:40 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Bumip am 03.08.2022 um 21:09 Uhr
Die Gesundheitsuhr

Weil die Anschaffung einer Gesundheitsuhr sich rentieren würde, wenn die behandelnden Ärzte mit den gespeicherten Daten im Krankheitsfall auch etwas anfangen können.
Darum sollte die Stiftung Warentest Ärzte und Krankenkassen Fachleute als Tester hinzuziehen. Ich vermute, dass die Ärzte Software für das arbeiten mit Gesundheitsuhren brauchen