Ausgewählt, geprüft, bewertet

Finanztest hat die Beitragssätze und Leistungen von 156 allgemein geöffneten Krankenkassen untersucht. Sie sind in den Tabellen (Gesetzliche Krankenkassen I + II) nach Kassenarten unterteilt und innerhalb der Kassenarten nach dem allgemeinen Beitragssatz sortiert. Damit wollen wir sowohl das Auffinden der eigenen Kasse als auch die Suche nach beitragsgünstigen Kassen erleichtern. Die Reihenfolge enthält kein Urteil über die Qualität der Kassen. Bei gleichem Beitragssatz ­wurde nach Alphabet sortiert.

Regionale Zuständigkeit

Wer in den genannten Bundesländern wohnt oder arbeitet, kann Mitglied der Kasse werden. BB = Brandenburg, BE = Berlin, HB = Bremen, BW = Baden-Württemberg, BY = Bayern, HH = Hamburg, HE = Hessen, MV = Mecklenburg-Vorpommern, NI = Niedersachsen, NW = Nordrhein-Westfalen, NW1 = Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirke Köln, Düsseldorf), NW2 = Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirke Arnsberg, ­Detmold, Münster), RP = Rheinland-Pfalz, ST = Sachsen-Anhalt, ST3 = Sachsen-Anhalt (nur Regierungsbezirk Magdeburg), SH = Schleswig-Holstein, SL = Saarland, SN = Sachsen, TH = Thüringen.

Beitragssätze

Allgemeiner Satz: Dieser Beitragssatz gilt für ­Arbeitnehmer, die bei Krankheit sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber bekommen und ab der 7. Woche Krankengeld von der Kasse ­erhalten. Er gilt auch für freiwillig versicherte Selbstständige, die Krankengeld ab der 7. Woche vereinbart haben.

Ermäßigter Satz: Dieser Beitragssatz gilt für Versicherte ohne Krankengeldanspruch, zum Beispiel für viele freiwillig versicherte Unternehmer. Er gilt außerdem bei freiwillig versicherten Rentnern für Einkünfte ohne beruflichen Bezug wie zum Beispiel Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen.

Erhöhter Satz: Dieser gilt für Versicherte mit Krankengeldanspruch, der vor der 7. Krankheitswoche beginnt. Das können freiwillig versicherte Selbstständige bei einigen Kassen vereinbaren.

Geschäftsstellen

In Geschäftsstellen kann der Kunde zu festen Geschäftszeiten persönlich mit Kassenmitarbeitern sprechen. Anzahl: einschließlich der Zentrale.

Je Bundesland, für das die Kasse geöffnet ist:

a: Mehr als 10.

b: 1 bis 10.

c: Weniger als 1.

Bei a ist es wahrscheinlich, dass Versicherte eine Geschäftsstelle in ihrer Nähe finden. Bei c ist das praktisch ausgeschlossen – es sei denn, die Zentrale der Kasse ist zufällig am Wohnort oder es handelt sich um die Betriebskrankenkasse des Arbeitgebers.

Medizinisches Beratungstelefon am Wochenende

Die Kasse bietet allen ihren Versicherten tele­fonische Beratung zu medizinischen Fragen an. Diese ist sowohl am Samstag als auch am Sonntag mindestens von 9 Uhr bis 17 Uhr erreichbar.

d: Ja.

e: Nein.

Zuschuss für ambulante Kuren

Übernimmt die Kasse bei einer ambulanten ­Vorsorgekur die Kosten für die medizinischen Leistungen, kann sie darüber hinaus einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung gewähren.

f: 13 Euro am Tag (maximal zulässiger Zuschuss).

g: Zuschuss von weniger als 13 Euro am Tag.

h: Kein Zuschuss.

Erweiterte Haushaltshilfe

Versicherte aller Kassen erhalten Geld für eine Haushaltshilfe, wenn sie im Krankenhaus oder zur Kur sind oder häusliche Krankenpflege benötigen und zu Hause ein Kind unter zwölf Jahren zu ­versorgen ist. Einige Kassen zahlen auch, wenn ­jemand krank zu Hause liegt und keine häusliche Pflege bekommt. Die Kasse zahlt für eine Haushaltshilfe

i: Immer wenn jemand laut ärztlichem Attest ­seinen Haushalt nicht weiterführen kann.

j: Wenn jemand krank zu Hause liegt und ein Kind zu versorgen hat (je nach Kasse werden Kinder bis 8 oder maximal bis 14 Jahre anerkannt).

k: Nicht bei Krankheit zu Hause ohne häusliche ­Krankenpflege.

Erweiterte häusliche Krankenpflege

Versicherte aller Kassen erhalten zu Hause Behand­lungspflege (z. B. Wundversorgung), Grundpflege (z. B. Hilfe beim Essen) und hauswirtschaftliche Versorgung für bis zu vier Wochen, wenn so ein Krankenhausaufenthalt verkürzt oder vermieden wird.

Behandlungspflege zahlen alle Kassen auch, wenn kein Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung besteht, der Arzt die häusliche Krankenpflege aber für erforderlich hält. Einige Kassen übernehmen dann auch die Kosten für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung.

l: Kasse zahlt Grundpflege und hauswirtschaft­liche Versorgung auch, wenn kein Zusammenhang mit ­einer Krankenhausbehandlung besteht.

m: Kasse zahlt dann nur Behandlungspflege.

Alle Kassen zahlen häusliche Krankenpflege nur, wenn kein anderes Haushaltsmitglied die Tätig­keiten übernehmen kann.

Erhöhter Hospiz-Zuschuss

Sterbende, die keine Krankenhausbehandlung brau­chen und nicht zu Hause versorgt werden können, ­erhalten Zuschüsse zur Versorgung im Hospiz.

n: Über 220,50 bis 294 Euro pro Tag.

o: Über 147 bis 220,50 Euro pro Tag.

p: 147 Euro pro Tag (gesetzlicher Mindestzuschuss).

Gesundheitsbonus

Krankenkassen können Versicherte, die gesundheitsbewusst leben oder regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, mit einem Bonus belohnen.

SP: Sachprämie

GP: Geldprämie

EZ: Erstattung oder Ermäßigung der Zuzahlungen

ZU: Zuschuss zu privat bezahlten Vorsorgeleistungen

Schulungen für chronisch Kranke

A: Asthma

B: Bluthochdruck

D: Diabetes

H: Herz-Kreislauf-Erkrankungen

N: Neurodermitis

R: Rheuma

: Chronische Rückenbeschwerden

S: Chronische Schmerzen

Ü: Übergewicht bei Kindern

T: Tinnitus

Erprobung neuer Vorsorge- und ­Behandlungsmethoden

Dargestellt sind ausgewählte neue Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, die bislang nicht zum gesetzlichen Leistungskatalog der Kassen ­gehören. Sie werden in Modellvorhaben erprobt, sind meist regional begrenzt und auf höchstens acht Jahre befristet.

M1: Akupunktur bei chronischen Kopf- oder Lenden­wirbelsäulenschmerzen oder chronischen Schmer­zen bei Ge­lenk­erkran­kun­gen. Dieses Modellvorhaben wird ohne regionale Begrenzung an­geboten.

M2: Haut-Screening: Erweiterte Hautkrebsfrüherkennung, unter anderem durch Ganzkörperuntersuchung ohne konkreten Krankheitsverdacht.

M3: PH-Selbsttest für Schwangere: Durch Früherkennung von Infektionen sollen Früh- und ­Fehlgeburten vermieden werden.

M4: Balneo-Photo-Therapie: Kombinierte Bade- und Lichttherapie außerhalb einer Klinik, zum ­Beispiel zur Behandlung von Neurodermitis.

M5: Vorsorgekur für Neurentner: Stationäre Kur für Personen, die in den letzten 12 Monaten aus dem ­Berufsleben ausgeschieden sind. Die Versicherten ­bekommen unter anderem Bewegungstherapie, Ernährungsberatung und psychologische Betreuung zur Vorbereitung auf den Ruhestand.

M6: Früherkennung von Schlaganfallrisiken: Bessere Früherkennungsverfahren.

Förderung neuer Versorgungsformen

Dargestellt sind ausgewählte Vereinbarungen zwischen Krankenkassenverbänden und Kassenärztlichen Vereinigungen, Gruppen von Ärzten, Therapeuten oder Kliniken. Sie sollen die ­Behandlung bestimmter Patienten verbessern und Kosten sparen. Die aufgeführten ­Vereinbarungen gelten in mindestens einem ­Bundesland des Kassengeschäftsgebiets.

V1: Ambulante Behandlung von Suchtpatienten durch besonders qualifizierte Ärzte.

V2: Erweiterte ambulante Physiotherapie bei ­privaten Sportverletzungen. Behandlung durch ein interdisziplinäres Team von Ärzten, Physiotherapeuten, Masseuren und Sportlehrern.

V3: Wohnortnahe umfassende Behandlung und Betreuung von Krebspatienten durch besonders qualifizierte Ärzte.

V4: Wohnortnahe umfassende ambulante Behandlung und Betreuung von Aidskranken durch ­besonders qualifizierte Ärzte.

V5: Ambulante sozialpsychiatrische Behandlung von Jugendlichen durch ein interdisziplinäres ­Praxisteam als Alternative zur Klinik.

V6: Zusammenarbeit mehrerer Leistungserbringer (u. a. Krankenhaus, Reha, Arzt) bei Gelenkersatzoperationen (Kniegelenk, Hüftgelenk).

V7: Zusammenarbeit mehrerer Leistungserbringer (u. a. Krankenhaus, Reha, Arzt) bei Behandlung von Herzerkrankungen, u.a. bei Herzoperationen.

V8: Verbesserung der Brustkrebsdiagnostik, etwa durch Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung.

Beitragsrückzahlung

Nur für freiwillig Versicherte: Wenn der Versicherte und seine mitversicherten Angehörigen ab 18 Jahren ein Jahr lang außer Vorsorgeuntersuchungen keine weiteren Leistungen brauchen, bekommt er bis zu einem Monatsbeitrag mit Arbeitgeberanteil zurück.

q: Ein Zwölftel des Jahresbeitrags (mit Arbeitgeberanteil) bereits nach einem Jahr ohne Leistungen.

r: Weniger als ein Zwölftel des Jahresbeitrags (mit ­Arbeitgeberanteil) oder volle Rückzahlung erst nach mehreren Jahren ohne Leistungen.

s: Keine Beitragsrückzahlung.

Krankengeld für Selbstständige

Selbstständige und Freiberufler können sich bei ­allen Kassen zum ermäßigten Beitragssatz ohne Krankengeld versichern. Bei vielen Kassen können sie sich auch mit Krankengeld versichern. Dann zahlen sie je nach Leistungsbe­ginn den allgemeinen oder den erhöhten Satz.

Altersgrenze: Selbstständige, die vereinbaren ­wollen, dass sie bei Arbeitsunfähigkeit Krankengeld bekommen, dürfen bei der Antragstellung noch nicht ... Jahre alt sein.

Freiwillige Mitgliedschaft Schwerbehinderter

Bislang nicht gesetzlich versicherte schwerbehinderte Menschen, bei denen das Versorgungsamt ­einen Grad der Behinderung von mindestens 50 festgestellt hat, können sich freiwillig gesetzlich versichern, wenn sie selbst, ihr Ehe- oder Lebenspartner oder ein Elternteil in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre gesetzlich versichert waren.

Altersgrenze: Der Antragsteller darf noch nicht … Jahre alt sein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1180 Nutzer finden das hilfreich.