Darauf haben Sie bei jeder Kasse Anspruch

Der größte Teil der Kassenleistungen ist gesetzlich vorgeschrieben. Diese bekommen Kunden überall. Doch die Kassen dürfen ihren Kunden mehr bieten.

Das bieten alle gesetzlichen Krankenkassen

Krankenhaus

Auswahl des Kranken-
hauses

Behandlung im nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus. Privatkliniken nur im Notfall. Geht der Versicherte in ein teureres Krankenhaus als das nächstgelegene, muss er die Mehrkosten (höhere Pflegesätze, zusätzliche Transportkosten) selbst zahlen.

Unter-
bringung

Allgemeine Pflegeklasse, das heißt in der Regel Mehrbettzimmer.

Wahl des Arztes

Die jeweils Dienst habenden Krankenhausärzte (z. B. Stationsarzt) behandeln.

Arzthonorare
(Krankenhaus)

Arzthonorare sind in der diagnoseabhängigen Vergütung enthalten, die die Kasse dem Krankenhaus pauschal für die gesamte Behandlung zahlt.

Stationäre Kuren zur Vorsorge /Reha

Kostenübernahme für Behandlung, Unterkunft und Verpflegung in zugelassenen Einrichtungen. Maximal drei Wochen.

Hospiz

Für Sterbende zahlt die Kasse einen Zuschuss zur Betreuung in einem Hospiz, derzeit mindestens 147 Euro pro Tag 1 .

Ambulante Leistungen

Wahl des Arztes

Auswahl unter allen niedergelassenen Ärzten mit einer Kassenzulassung. Keine Kostenübernahme für Heilpraktikerbehandlung.

Arzthonorare
(ambulant)

Die Kasse zahlt 100 Prozent der Kosten für zugelassene Leistungen. Der Arzt rechnet seine Leistungen über die Kassenärztliche Vereinigung ab.

Arzneimittel

Die Kasse zahlt zugelassene apothekenpflichtige Arzneien. Ausgeschlossen sind:

  • rezeptfreie Arzneimittel für Patienten ab 12 Jahren,
  • Bagatellarzneimittel, z. B. gegen Schnupfen, für Patienten ab 18 Jahren,
  • Lifestyle-Medikamente, z. B. Potenzmittel.

Heilmittel

Heilmittel sind z. B. Krankengymnastik, Massage, Logopädie, Ergotherapie.
Die Kasse zahlt für zugelassene, vom Arzt verordnete Heilmittelbehandlungen.

Hilfsmittel
(z. B. Hörgeräte, Rollstühle oder Prothesen)

Die Kasse zahlt:

  • Hilfsmittel, die im Hilfsmittelverzeichnis enthalten sind, in einfacher Ausführung (Festbeträge, festgelegte Preise),
  • Brillengläser: Zuschuss nur für Kinder oder schwer Sehbehinderte.

Vorsorge-
untersuchungen

Ausgewählte Untersuchungen, unter anderem:

  • zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder Diabetes ab 35 Jahren und
  • zur Krebsfrüherkennung für Frauen ab 20 und für Männer ab 45 Jahren. Bei Verdacht auf eine Krankheit zahlt die Kasse alle nötigen Untersuchungen.

Psychotherapie

Nach vorheriger Genehmigung je nach Verfahren bis zu 300 Sitzungen je ­Behandlung durch Ärzte oder durch psychologische Psychotherapeuten.

Ambulante Kuren zur Vorsorge / Rehabilitation

Kostenübernahme für Behandlung am Kurort, z. B. Arzt, Medikamente, Krankengymnastik. Vorsorge: in der Regel zwei bis drei Wochen, Reha: maximal 20 Behandlungstage. Kasse zahlt nicht für Unterkunft und Verpflegung oder Anfahrt 2 .

Häusliche ­Krankenpflege

Wenn der Arzt es verordnet, zahlt die Kasse für zugelassene Leistungen der ­medizinischen Behandlungspflege durch Fachkräfte (z. B. Verbände wechseln). Nur wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden wird, zahlt sie auch für Grundpflege (z. B. Körperpflege) und hauswirtschaftliche Versorgung 3 .

Haushaltshilfe

Die Kasse zahlt für eine Haushaltshilfe, wenn Versicherte im Krankenhaus oder zur Kur sind oder häusliche Krankenpflege benötigen und zu Hause ein Kind ­unter 12 Jahren zu versorgen haben, um das sich sonst keiner kümmern kann 4 .

Zahnarzt

Zahn-
behandlung

  • 100 Prozent der Kosten für zugelassene Leistungen (z. B. Amalgamfüllungen),
  • Zuschuss für Inlays in Höhe der Kosten für eine Amalgamfüllung.

Zahnersatz
(z. B. Kronen, Brücken)

  • Festzuschuss in Höhe von 50 Prozent, bei regelmäßiger Zahnpflege und Vorsorge bis zu 65 Prozent des Betrags für die Regelversorgung.
  • Verblendung von Kronen außerhalb des Frontbereichs, Implantate und sehr große Brücken gelten nicht als Regelversorgung, Versicherte erhalten aber den Festzuschuss für die Regelversorgung.

Zahnarzt-
honorare

Die Kasse zahlt 100 Prozent für zugelassene Leistungen. Der Zahnarzt rechnet ­seine Leistungen über die Kassenzahnärztliche Vereinigung ab.

Krankengeld (wird bei krankheitsbedingtem Verdienstausfall gezahlt)

Höhe

Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Bruttoeinkommens, maximal jedoch 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Beginn

Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit, für Selbstständige bei einigen Kassen zu einem früheren Zeitpunkt gegen erhöhten Beitragssatz möglich.

    • 1 Manche Kassen zahlen deutlich mehr (siehe Tabellen „KrankenkassenI“ und „Krankenkassen II“).
    • 2 Manche Kassen geben einen Zuschuss bis zu 13 Euro pro Tag (siehe Tabellen „KrankenkassenI“ und „Krankenkassen II“).
    • 3 Manche Kassen zahlen Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung auch dann, wenn keine Krankenhausbehandlung zur Debatte steht (siehe Tabellen „KrankenkassenI“ und „Krankenkassen II“).
    • 4 Manche Kassen zahlen auch dann für eine Haushaltshilfe, wenn jemand ohne häusliche Krankenpflege krank zu Hause liegt oder wenn ältere oder gar keine Kinder zu versorgen sind (siehe Tabellen „KrankenkassenI“ und „Krankenkassen II“).