Krankenkassen Test

Immer noch lassen sich durch einen Wechsel der Krankenkasse je nach Verdienst mehrere Hundert Euro im Jahr einsparen. Außerdem können bessere Leistungen und mehr Service für die eine oder andere Krankenkasse sprechen. Finanztest hat für 156 Krankenkassen Preise und Leistungen ermittelt und sagt, wie Sie für sich die beste Kasse finden.

Extras nach Maß

Das wichtigste an der Krankenkasse sind die Leistungen. Rund 95 Prozent sind gesetzlich fest geregelt und bei allen Kassen gleich. Doch die übrigen fünf Prozent können im Einzelfall den entscheidenden Unterschied machen. Beispiel: die erweiterte Haushaltshilfe. Alle Kassen zahlen für eine Haushaltshilfe, wenn Versicherte im Krankenhaus liegen oder zur Kur sind und ein bis zu zwölfjähriges Kind zu versorgen ist. Manche Kasse jedoch zahlt auch ohne Krankenhaus- oder Kuraufenthalt schon, wenn der Arzt dem Versicherten attestiert, dass er den Haushalt wegen der Krankheit nicht schafft. Anderes Beispiel: erweiterte ambulante Physiotherapie bei privaten Sportverletzungen. Manche Kassen fördern die Behandlung durch ein Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Masseuren und Sportlehrern als neue Versorgungsform. Finanziell macht im Falle eines Falles vor allem der erhöhte Hospizzuschuss einen gewaltigen Unterschied. Manche Kasse zahlt pro Tag 147 Euro mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum.

Unterschiede beim Preis

Auch bei gleicher Leistung können die Krankenkassen sehr unterschiedlich teuer sein. Die IKK direkt als billigste bundesweit geöffnete Krankenkasse kassiert 12,0 Prozent vom Bruttogehalt als Beitrag. Am teuersten ist die BKK für Heilberufe. Sie will 13,9 Prozent. Den Beitrag zahlen Arbeitgeber und -nehmer je zur Hälfte. Versicherte müssen außerdem allein einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zahlen. Bei einem Monatsgehalt von 3 000 Euro brutto summiert sich der Unterschied zwischen 12,0 und 13,9 Prozent Beitrag für den Versicherten selbst auf 342 Euro pro Jahr. Angestellte mit einem Bruttogehalt von 3 563 und mehr Euro monatlich können sogar 406 Euro sparen. 42 750 Euro jährlich oder 3 563 Euro monatlich sind die so genannte Beitragsbemessungsgrenze. Für Gehalt über diese Grenze hinaus ist kein Beitrag mehr fällig.

Bedürfnis nach Nähe

Wer auf persönliche Beratung und Betreuung Wert legt, braucht eine Krankenkasse mit gut erreichbarer Geschäftsstelle. Manche kleine BKK hat nur eine einzige und ist ansonsten nur per Post, Telefon oder Internet zu erreichen. Unterschiede gibts auch bei der telefonischen Erreichbarkeit und dem Umfang an Beratung. Im besten Fall gibts auch samstags und sonntags noch medizinische Beratung am Telefon.

Wechsel ganz einfach

Der Wechsel von einer Krankenkasse zur anderen ist ganz einfach und schon nach Ablauf von 18 Monaten Mindestmitgliedschaft möglich. Bei Beitragssatz-Erhöhungen können Versicherte auch früher wechseln. Es reicht ein formloser Brief: „Ich kündige“. Die Kasse muss dann innerhalb von zwei Wochen eine Bestätigung schicken. Mit dieser können sich Versicherte eine neue Kasse suchen. Welche auch immer er wählt: Sie muss ihn aufnehmen, so lange er als Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von nicht mehr als 3 937,50 Euro monatlich der Krankenversicherungspflicht unterliegt. Zulässig ist die Wahl einer bestimmten Krankenkasse auch, um bestimmte Zusatzleistungen zur Behandlung einer schon ausgebrochenen Krankheit zu erhalten. Allerdings beginnt die Mitgliedschaft erst nach Ablauf des von der Kündigung der alten Kasse an gerechnet übernächsten Monats. Das heißt: Bei Kündigung im April werden Versicherte Anfang Juli Mitglied bei der neu gewählten Krankenkasse. Diese muss dann für alle Leistungen ab Beginn der Mitgliedschaft zahlen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1180 Nutzer finden das hilfreich.