Gesetzlich Krankenversicherte bezahlen heute viele Medikamente selbst, die sie noch vor ein paar Jahren problemlos vom Arzt verschrieben bekommen haben. Das liegt unter anderem daran, dass Kassenpatienten Arzneimittel gegen geringfügige Gesundheitsstörungen wie Schnupfen nicht mehr auf Kosten der Kasse erhalten.

Dass weniger verordnet wird, bestätigt der kürzlich veröffentlichte Arzneiverordnungsreport 2002: Deutschlands Kassenärzte haben im vergangenen Jahr rund 742 Millionen Rezepte für Medikamente ausgestellt – fast 24 Prozent weniger als noch im Jahr 1995.

Trotzdem sind die Ausgaben der Kassen für Medikamente im gleichen Zeitraum um 26 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro gestiegen. Denn die Ärzte greifen verstärkt zu teureren Medikamenten.

Häufig bieten die Arzneimittelhersteller neue Produkte an, die sich in ihrer Zusammensetzung kaum von den bewährten Präparaten unterscheiden. Diese „Schrittinnovationen“ oder „Analogpräparate“ können teurer verkauft werden, weil sie Patentschutz genießen und die Preise deshalb nicht durch gesetzlich festgelegte Festbeträge begrenzt sind.

Den Patienten bringen die teureren Arzneien aber keinen nennenswerten therapeutischen Zusatznutzen, kritisieren die Krankenkassen. Sie fordern, dass die Bundesregierung noch energischer gegen die Kostenexplosion bei den Medikamenten vorgeht. Die steigenden Arzneimittelausgaben sind der Hauptgrund, weshalb viele Kassen ihre Beitragssätze erhöhen mussten.

Tipp: Sie können jederzeit die Kasse wechseln. Die günstigsten Krankenkassen finden Sie im Infodokument Allgemeine Beitragssätze.

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