Zuzahlungsgrenzen: So werden sie berechnet

Allgemeine Zuzahlungsregelungen: Bei allen Leistungen zahlt der Patient 10 Prozent der Kosten zu, höchstens 10, mindestens 5 Euro. Bei Kosten unter 5 Euro, bezahlt er den tatsächlichen Preis. Patienten bis zum 18. Lebensjahr sind von allen Zuzahlungen be­freit. Für Kinder unter 12 Jahren bezahlt die Krankenkasse auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Praxisgebühr be­trägt pro Quartal 10 Euro, Ausnahmen sind Vorsorge- und Früherkennungsuntersu­chun­gen (ohne Folgebehandlung).

Doch keiner muss endlos zuzahlen. Die Grenze liegt bei zwei Prozent des jährlichen Haushaltsbruttoeinkommens, Patienten mit „schwerwiegenden chronischen Erkrankungen“ müssen maximal ein Prozent leisten. Freibeträge senken die Zuzahlungen.

Sie können für Mitversicherte, meist Partner oder Kinder ohne eigenes Einkommen, vom Jahreseinkommen abgezogen werden: für den ersten Mitversicherten 4 347 Euro, für jeden weiteren jeweils 3 648 Euro.

Hier einige Berechnungsbeispiele:

Zuzahlung in Euro

Allein verdienender, fünfköpf­i­ge Familie:
Drei Kinder zwischen 4 und 9

Eltern

Rezeptpflichtige Arzneimittel

35

Krankengymnastik

50

Massagen

50

Praxisgebühr

60

Behandlung beim Zahnarzt

40

Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt

Keine Zuzahlung

19 Tage Krankenhaus

190

Summe

425

Kinder

Jährliche Kontrolle beim Zahnarzt

Keine Zuzahlung

Besuche beim Kinderarzt

Keine Zuzahlung

Verschriebene Grippemit­tel, Antibiotika

Keine Zuzahlung

Augenuntersuchung beim Augenarzt

Keine Zuzahlung

Summe

0

Berechnung der Belastungsgrenze

Jährl. Bruttoeinnahmen

28 800

Freibetrag für Ehefrau

– 4 347

Kinderfreibetr. 3 x 3 648 Euro

– 10 944

Veranschlagte Bruttoeinnahmen

13 509

Belastungsgrenze (2 Prozent von 13 509 Euro)

270,18

Gut verdienende allein- ­stehende Frau,
freiwillig versichert

Zehn Tage Krankenhausaufenthalt:
(10 Euro pro Kalendertag)

100

Krankengymnastik:
50 Euro + 10 Euro für Verordnung

60

Orthopäde Praxisgebühr

10

Arznei- und Verbandmittel

20

Arztbesuch Praxisgebühr

10

Jährliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt

Keine Praxisgebühr

Summe

200

Berechnung der Belastungsgrenze

Jährl. Bruttoeinnahmen

54 000

Veranschlagte Bruttoeinnahmen

54 000

Belastungsgrenze
(2 Prozent von 54 000 Euro)

1 080

Sozialhilfeempfängerin,
allein erziehende Mutter: Sohn elf Jahre

Die 42-Jährige erhält vom Sozialamt im Monat 296 Euro und 192 Euro für ihren Sohn und Wohngeld. Für die Berechnung der Belastungsgrenze gilt der Regelsatz des Haushaltsvorstands. Die jährlichen Bruttoeinnahmen betragen 12 x 296 Euro = 3 552 Euro. Vom Regelsatz werden keine weiteren Freibeträge abgezogen. Für Sozialhilfeempfänger gelten die allgemeinen Zuzahlungsregelungen.

Mutter

Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt

Keine Praxisgebühr

Rezeptpflichtige Arzneimittel

15

Arztbesuche in 2 Quartalen

20

Behandlung beim Zahnarzt

10

Zahnersatz (Härtefallregelung)

Keine Zuzahlung

Summe

45

Sohn

Jährliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt

Keine Zuzahlung

Besuch beim Kinderarzt

Keine Zuzahlung

Verschriebenes Grippemittel

Keine Zuzahlung

Untersuchung beim Orthopä­den, Schuheinlagen

Keine Zuzahlung

Summe

0

Berechnung der Belastungsgrenze

Regelsatz des Haushaltsvorstands

3 552

Veranschlagte Bruttoeinnahmen

3 552

Belastungsgrenze
(2 Prozent von 3 552 Euro)

71,04