Neue Versicherungen: Alter Wein in neuen Schläuchen

Bisher waren die Krankenkassen auf den gesetzlichen Leistungskatalog beschränkt. Nun dürfen sie auch weitere Versicherungen anbieten. Sie arbeiten dabei mit gewerblichen Versicherern zusammen. Mitunter wird der Eindruck erweckt, hier würden die Lücken geschlossen, die die Gesundheitsreform reißt. Das stimmt jedoch nicht. Vielmehr vermitteln die Kassen lediglich Policen, die es seit Jahren schon auf dem freien Markt gibt:

Zusatzversicherung: Sie sichert Kassenmitgliedern im Krankenhaus den Status eines Privatpatienten: Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Krankenhauswahl. Diese Verträge sind sinnvoll, weil Privatpatienten häufig besser behandelt werden. Allerdings sind die Verträge teuer.

Ergänzungsversicherung: Sie übernimmt einen Teil der Selbstbeteiligung für Zahnersatz, zahlt für Heilprak­ti­ker, Brillen und Kontaktlinsen. Diese Verträge halten wir für wenig sinnvoll.

Reisekrankenversicherung: Sie ist unverzichtbar, kann aber preisgünstig als selbstständige Police bei vielen Krankenversicherern abgeschlossen werden.

Tagegeld: Auch Krankentagegeld oder Krankenhaustagegeld werden angeboten. Nachteil aller Angebote: Die Kassen ar­beiten nur mit jeweils einem Versicherer zusammen. Und der muss nicht unbedingt der günstigste sein. Die Stiftung Warentest bietet eine Computeranalyse, mit der Sie preiswerte Angebote am freien Markt finden. Wie gut die von den Kassen vermittelten Tarife sind, unter­su­chen wir, sobald eine ausreichende Zahl von Angeboten am Markt ist. Bis dahin raten wir ab­zuwarten. Das gilt auch, wenn die Krankenkassen mit Son­der­kon­ditionen winken. Außerdem kann es sein, dass diese Rabatte entfallen, sobald der Versicherte die Kasse wechselt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1623 Nutzer finden das hilfreich.