Krankenkassen Meldung

Freiwillig Versicherte können sogar Beiträge erstattet bekommen.

Die Krankenkassen entwickeln zunehmend neue Angebote.

Bei den Krankenkassen tut sich etwas. Ein halbes Jahr nach der Gesundheitsreform bieten viele mehr als den gesetzlichen Standard.

Leistungen: Zwar sind sie im Wesentlichen gleich. Doch wer auf bestimmte Erstattungen Wert legt, sollte nicht nur auf den Beitrag schauen. Einige Kassen übernehmen auch Aku­punktur, Balneo-Phototherapie oder anderes. Für chronisch Kranke haben viele Kassen Disease-Management Programme (DMP), die sich auf Diabetes, Brustkrebs oder Asthma spezialisieren.

Mehrleistung: Einige Kassen zahlen bei ambulanten Kuren 13 Euro pro Tag, bieten mehr bei häuslicher Krankenpflege oder bei Hospizversorgung. Andere versichern gegen Mehrbeitrag Krankengeld auch bei Selbstständigen.

Bonus: Mehr als 80 Prozent der Kassen bieten Boni. Wer Sport treibt oder zum Vorsorgecheck geht, bekommt Punkte und dafür Sprudelbäder, Heimtrainer, Trampoline oder ein Antischnarchmittel.

Beiträge: Es lohnt, in eine günstige Kasse zu wechseln. Arbeitneh­mer, die von der bundesweit teuersten in die preiswerteste gehen, können 61 Euro monatlich sparen.

Selbstbehalt: Trägt ein freiwillig Versicherter einen Teil der Arztrechnung selbst, zahlt er weniger Beitrag. Diese Tarife sind aber fast immer an das Kostenerstattungsverfahren gekoppelt. Dabei zahlt der Kassenpatient wie ein Privatversicherter die Rechnung selbst und holt sich das Geld von der Kasse zurück. Wir raten ab, denn es wird nicht der volle Betrag erstattet.

Beitragsrückzahlung: Hier be­kommen freiwillig Versi­cher­te bis zu einem Monatsbei­trag inklusive Arbeitgeberan­teil zurück, wenn sie im laufenden Jahr die Versicherung nicht in Anspruch nehmen. Auch das wird aber oft ans Kostenerstattungsverfahren gekoppelt.

Zusatzpolicen: Viele Kassen bieten jetzt zusätzliche Versicherungen. Vorsicht: Damit werden keineswegs eventuelle Lücken aus der Gesundheitsreform geschlossen. Außerdem handelt es sich oft nur um Ergänzungspolicen, die zum Beispiel für Brillen oder Heilpraktiker höhere Erstattungen bieten. Diese Verträge halten wir für unnötig. Sinnvoller ist eine Zusatzversicherung, die Chefarztbe­handlung und freie Krankenhauswahl bietet. Aber wirklich unverzichtbar ist nur die Reisekrankenpolice. Diese zu­sätzlichen Versicherun­gen sind Produkte gewerblicher Versicherer. Die Kassen vermitteln sie nur. Die Mitglieder be­kommen zwar einen Beitragsrabatt, dennoch sind diese Verträge nicht immer preiswert. Und der Rabatt geht verloren, wenn der Versicherte die Kasse wechselt.

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