Der neue Sonderbeitrag, den jeder gesetzliche Krankenversicherte seit 1. Juli leisten muss, trifft nicht jeden gleich. Wie viel mehr ein Versicherter jetzt zahlen muss, hängt von seiner Krankenkasse ab. Nicht alle haben ihren Beitragssatz um die gesetzlichen 0,9 Prozentpunkte gesenkt. Damit sollte der Sonderbeitrag zur Hälfte ausgeglichen werden.

Teuer: Am härtesten trifft es Mitglieder der BKK Energie, Verkehr und Service (EVS). Sie hat ihren Beitragssatz nur um 0,1 Prozentpunkte reduziert. Das kommt je zur Hälfte Arbeitgebern und Arbeitnehmern zugute. Den Zusatzbeitrag jedoch zahlt der Arbeitnehmer allein. Ein Angestellter mit einem Bruttogehalt von 3 000 Euro zahlt bei der BKK EVS jetzt 25,50 Euro mehr im Monat.

Ebenfalls unter der gesetzlich vorgesehenen Senkung blieben BKK Gruner + Jahr, BKK Hochrhein-Wiesenthal, BKK Stadtwerke Hannover, Logistik BKK und Vereinte BKK.

Durchschnitt: Die Mehrzahl der Krankenkassen hat aber um 0,9 Prozentpunkte gesenkt. Bei ihnen zahlen Arbeitnehmer jetzt durch den Sonderbeitrag 0,45 Prozent ihres Einkommens mehr. Bei 3 000 Euro Brutto sind das 13,50 Euro im Monat.

Günstig: Immerhin 29 Kassen senken ihren Beitragssatz um mehr als 0,9 Prozentpunkte. Spitzenreiter ist die BKK Bergisch Land, die nur für die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf geöffnet ist. Sie senkte ihren Beitragssatz um 1,3 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent. Doch selbst bei ihr zahlt ein Angestellter mit 3 000 Euro Bruttoeinkommen jetzt 1,50 Euro im Monat mehr als vorher.

Obwohl alle mehr zahlen, haben die meisten Versicherten kein Sonderkündigungsrecht. Nach Auffassung des Bundesversicherungsamtes können sie nur dann wechseln, wenn sie seit mindestens 18 Monaten Mitglied ihrer derzeitigen Kasse sind. Ein Sonderkündigungsrecht haben nur Kunden der sechs Kassen, die um weniger als 0,9 Prozentpunkte gesenkt haben.

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