Krankenkassen Meldung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben von Januar bis September einen Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro erzielt. Gespart wurde vor allem bei Arzneimitteln. Die Versicherten mussten trotzdem mehr zuzahlen als im Vorjahr.

Vor allem bei Medikamenten gespart

Gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres sind die Ausgaben der Kassen um gut 2 Prozent angestiegen. In den einzelnen Segmenten entwickelten sie sich unterschiedlich. Gesunken sind die Ausgaben für Medikamente: Sie betrugen von Januar bis September rund 23 Milliarden Euro – 1,3 Milliarden weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Für alle anderen Leistungen zahlten die Kassen mehr Geld. Deutlich erhöht haben sich die Ausgaben für Krankengeld: Sie stiegen um 9 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Die Bundesregierung führt dies unter anderem auf die Zunahme lang andauernder psychischer Erkrankungen zurück.

Größter Kostenanteil: Krankenhaus

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Den größten Kostenanteil macht nach wie vor die Krankenhausbehandlung aus, jeder dritte Euro der Leistungsausgaben fließt in die Kliniken, das sind rund 46 Milliarden Euro. Die ambulante ärztliche Behandlung (18 Prozent) und die Ausgaben für Arzneimittel (17 Prozent) halten sich in etwa die Waage.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag für 2012 weiter Null Euro

In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt 133,7 Milliarden Euro ausgegeben. Dem stehen Einnahmen von 137,7 Milliarden Euro gegenüber. Der von der Bundesregierung beauftragte Schätzerkreis geht davon aus, dass sich dieses positive Ergebnis bis zum Jahresende hält. Deshalb hat die Bundesregierung den „durchschnittlichen Zusatzbeitrag“ für 2012 erneut auf Null Euro festgelegt. Für Versicherte, deren Kasse trotzdem einen Zusatzbeitrag erhebt, ist das jedoch kein Grund zur Freude. Sie haben weiterhin keinen Anspruch auf einen Sozialausgleich, selbst wenn sie sehr wenig verdienen.

Eigenanteil der Patienten stieg stärker als Kassenausgaben

Die gesetzlichen Zuzahlungen, mit denen sich Kassenpatienten aus eigener Tasche an Behandlungen und Medikamenten beteiligen müssen, sind stärker gestiegen als die Ausgaben der Kassen. Insgesamt mussten Versicherte von Januar bis September 2011 rund 4 Milliarden Euro zuzahlen. Das sind 3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2010.

Zuzahlungen – wann Sie Geld zurück kriegen

Medikamente, Praxisgebühr, Krankenhaus – Versicherte müssen fast überall einen Eigenanteil leisten. Sie brauchen aber nur höchstens 2 Prozent ihres jährlichen Haushaltseinkommens für diese Zuzahlungen zu leisten, für chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze bei 1 Prozent des Einkommens. Heben Sie deshalb alle Belege über geleistete Zuzahlungen auf und rechnen Sie am Ende des Jahres zusammen. Haben Sie mehr bezahlt, können Sie es am Ende des Jahres von Ihrer Kasse zurückfordern. Hier finden gesetzlich Krankenversicherte einen Überblick über die Zuzahlungen und erfahren, wann sie davon befreit sind. Bei der Orientierung über die Höhe der Belastungsgrenze hilft die Tabelle: Überblick zur Belastungsgrenze aus dem Special Krankenversicherung.

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