Krankenkassen Meldung

Das Statistische Bundesamt beziffert die Krankheitskosten im Jahr 2002 auf durchschnittlich 2 710 Euro pro Kopf und Jahr. Durch ihre längere Lebensdauer und die Kosten für die Geburt von Kindern liegen die Krankheitskosten für Frauen bei 3 160 Euro, die für Männer dagegen bei 2 240 Euro.

Nicht etwa die aufwändigen Therapien der Volkskrankheit Krebs sind der größte Kostenfaktor im deutschen Gesundheitswesen. Die höchsten Kosten verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Etwa ein Sechstel der gesamten Krankheitskosten, rund 35 Milliarden Euro, entfallen auf die Behandlung von Herzinfarkt, Schlaganfall und ähnlichen Erkrankungen.

Ähnlich teuer sind Krankheiten des Verdauungssystems und Muskel- und Skeletterkrankungen – dazu gehören die sehr häufigen Schäden an der Wirbelsäule. Die Behandlung psychischer Krankheiten ist mit 22,4 Milliarden Euro der viertgrößte Ausgabenposten. Das geht aus der Krankheitskostenrechnung für das Jahr 2002 hervor, die das Statistische Bundesamt erstmals erstellt hat.

Insgesamt flossen im Jahr 2002 rund 223,6 Milliarden Euro in die Krankenbehandlung. Den größten Anteil daran trugen die gesetzlichen Krankenkassen. Sie zahlten 142,61 Milliarden Euro, die privaten Krankenversicherer etwa 15 Milliarden Euro. Die übrigen Kosten übernahmen die Pflegeversicherung und andere Sozialversicherungsträger wie die Berufsgenossenschaften. Einen Teil der Kosten trugen aber auch die Kranken selbst, beispielsweise 2,21 Milliarden Euro für Medikamente, die die Kasse nicht zahlt.

Krankenkassen mit vielen älteren Versicherten müssen deutlich mehr zahlen als solche mit einer jüngeren Klientel: Obwohl die 65-Jährigen und Älteren nur etwa 17 Prozent der Bevölkerung ausmachen, verursachen sie rund 43 Prozent der Krankheitskosten.

Für die Versicherten spielt das zum Glück keine Rolle. Ihr Kassenbeitrag richtet sich in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht nach ihrem Alter oder Gesundheitszustand, sondern nach dem Einkommen.

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