Selbst­ständige Reiseleiter verdienen oft sehr wenig. Seit 2019 gilt für sie und andere Selbst­ständige mit kleinem Einkommen ein reduzierter Mindest­beitrag zur Kranken- und Pflegekasse.

Selbst­ständige mit geringen Einkünften mussten bis zum Jahr 2018 unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge zahlen. Das ist nun vorbei: Für rund 200 Euro im Monat gibt es die Kranken- und Pflege­versicherung.

Früher hohe Beiträge für gering verdienende Selbst­ständige

Gering verdienende Selbst­ständige mussten zuvor mehr als 400 Euro im Monat für Kranken- und Pflege­versicherung aufbringen. Ausnahmen galten lediglich für Existenz­gründer und in Härtefällen. Anders als bei Angestellten im Nied­riglohn­sektor richtet sich der Beitrag bei Selbst­ständigen nicht immer nach dem Einkommen. Die Kassen setzen bei ihnen ein fiktives Mindest­einkommen an, unabhängig davon, wie wenig sie tatsäch­lich verdienen. Von diesem Betrag, der jähr­lich neu fest­gelegt wird, errechnen sich dann die Beiträge.

Entlastung durch nied­rigeren Mindest­beitrag

Jetzt gilt für Selbst­ständige ein fiktives Mindest­einkommen von 1 096,67 Euro im Monat. Selbst­ständige, deren regel­mäßige monatliche Einkünfte diesen Betrag nicht über­steigen, zahlen für Kranken- und Pflege­versicherung rund 210 Euro Beitrag im Monat. Der Beitrag verringert sich nicht weiter, wenn jemand zum Beispiel nur 800 Euro im Monat verdient. Etwas güns­tiger wird es, wenn eine Kasse weniger als den durch­schnitt­lichen Zusatz­beitrags­satz von derzeit 1,3 Prozent verlangt.

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Vorsorgen für krank­heits­bedingten Verdienst­ausfall

Der Mindest­beitrag von 210,56 Euro (Wert für 2021) sichert Selbst­ständigen mit geringem Einkommen den kompletten Versicherungs­schutz einschließ­lich eines Krankengelds ab dem 43. Tag der Arbeits­unfähigkeit. Auf das gesetzliche Krankengeld zu verzichten, um nur den ermäßigten statt des allgemeinen Beitrags­satzes zu zahlen, lohnt sich für Selbst­ständige mit kleinem Einkommen nicht. Die Versicherung einschließ­lich des Krankengeldes kostet sie nur 6,58 Euro im Monat mehr.

Wer schon ab dem 15., 22. oder 29. Krank­heits­tag einen Ersatz für fehlende Einkünfte braucht, kann dafür einen speziellen Wahl­tarif bei seiner Kasse abschließen.

Tipp: Krankengeld-Zusatz­angebote der Kassen für Selbst­ständige zeigt unser Vergleich Wahltarife Krankengeld. Preise und Leistungen unterscheiden sich enorm!

Wer anfangs zu viel zahlt, kann Geld zurück­verlangen

Ein weiterer Vorteil für Selbst­ständige: Legt jemand keine Einkommens­nach­weise vor, zum Beispiel, weil es noch keinen Steuer­bescheid gibt, muss er erst einmal den Höchst­beitrag von 928,80 Euro (2021) für Kranken- und Pflege­versicherung berappen. Sobald er sein tatsäch­liches Einkommen bei der Kasse belegen kann, und dieses nied­riger ist, reduziert diese den Beitrag. Für bis zu zwölf Monate können die Beiträge rück­wirkend neu fest­gesetzt werden, wenn Selbst­ständige ihren Steuer­bescheid nach­reichen. Für viele kann es Geld zurück­geben.

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