Krankenkassen Meldung

Selbst­ständige Reiseleiter verdienen oft sehr wenig. Ab 2019 soll ihr Mindest­beitrag zur Kranken- und Pflegekasse sinken.

Gesetzlich kranken­versicherte Arbeitnehmer und Rentner zahlen ab 2019 nur noch die Hälfte vom Zusatz­beitrag. Die andere Hälfte trägt wie beim restlichen Beitrag wieder ihr Arbeit­geber oder die gesetzliche Renten­versicherung. Erheblich entlastet werden außerdem Selbst­ständige mit geringen Einkünften. Das sieht das Versicherten­entlastungs­gesetz vor, das der Bundes­tag am 18. Oktober 2018 beschlossen hat.

Bislang hohe Beiträge für kleine Selbst­ständige

Gering verdienende Selbst­ständige müssen bislang unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge aufbringen. Die Krankenkassen setzen bei ihnen ein fiktives Monats­einkommen von 2 284 Euro an. Der Wert ändert sich jedes Jahr gering­fügig. Auch kleine Selbst­ständige zahlen dadurch für Kranken- und Pflege­versicherung unabhängig von ihrem tatsäch­lichen Verdienst zurzeit mehr als 400 Euro im Monat (Normalbeitrag mit Krankengeldbe­zug). Nur für Existenz­gründer oder in Härtefällen rechnet die Krankenkasse mit einem reduzierten Wert.

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Entlastung ab 2019 durch nied­rigeren Mindest­beitrag

Ab dem 1. Januar 2019 sinkt das fiktive Mindest­einkommen für kleine Selbst­ständige auf 1 038,33 Euro im Monat. Ihr Beitrag für Kranken- und Pflege­versicherung wird dadurch auf knapp über 190 Euro mehr als halbiert. Das neue Mindest­einkommen liegt deutlich unter der bisherigen Grenze für Härtefälle und Existenz­gründer, die damit über­flüssig wird. Die Kassen und die rund 200 000 Betroffenen ersparen sich den Aufwand des Antrags­verfahrens.

Wer zu viel zahlt, kann ab 2019 Geld zurück­verlangen

Ein weiterer Vorteil für Selbst­ständige: Legt jemand keine Einkommens­nach­weise vor, zum Beispiel, weil es noch keinen Steuer­bescheid gibt, muss er erst einmal den Höchst­beitrag von rund 840 Euro (2019) für Kranken- und Pflege­versicherung berappen. Sobald er sein tatsäch­liches Einkommen bei der Kasse belegen kann, und dieses nied­riger ist, reduziert diese den Beitrag. Bislang war dies nur für die Zukunft möglich, zu viel gezahlte Beiträge behielt die Kasse ein. Ab dem kommenden Jahr können die Beiträge für bis zu zwölf Monate rück­wirkend neu fest­gesetzt werden, wenn Selbst­ständige ihren Steuer­bescheid nach­reichen. Für viele kann es Geld zurück­geben.

Wieder volle Parität bei den Beiträgen

Gute Nach­richten gibt es auch für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer und Rentner. Ab dem 1. Januar 2019 zahlen ihre Arbeit­geber und auch die gesetzliche Renten­versicherung wieder komplett die Hälfte ihres Beitrags, also auch vom Zusatz­beitrag, den fast alle Kassen neben dem allgemeinen Beitrags­satz von 14,6 Prozent erheben. Die volle Parität ist damit wieder hergestellt. Laut Bundes­regierung entlasten die Maßnahme die Versicherten jähr­lich um insgesamt acht Milliarden Euro, Arbeit­geber und Renten­versicherung werden stärker belastet.

Gesetz muss nur noch durch den Bundes­rat

Alle Rege­lungen stehen im Gesetz­entwurf der Bundes­regierung zum Versicherten­entlastungs­gesetz. Der Bundes­tag hat den Entwurf diskutiert und am 18. Oktober beschlossen. Am 23. November muss das Gesetz noch durch den Bundes­rat, ist aber nicht zustimmungs­pflichtig. Am 1. Januar 2019 soll es in Kraft treten.

Diese Meldung ist am 14. August 2018 auf test.de erschienen und wurde am 30. Oktober 2018 aktualisiert.

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