Krankenkassen Meldung

Selbst­ständige Reiseleiter verdienen oft sehr wenig. Ab 2019 soll ihr Mindest­beitrag zur Kranken- und Pflegekasse sinken.

Gesetzlich versicherte Selbst­ständige mit geringen Einkünften müssen ab 2019 weniger Beitrag an ihre Krankenkasse zahlen. So sieht es ein Gesetz­entwurf der Bundes­regierung vor. Hier lesen Sie, wie Selbst­ständige in der gesetzlichen Kranken­versicherung zukünftig entlastet werden sollen.

Bislang unver­hält­nismäßig hohe Beiträge

Gering verdienende Selbst­ständige zahlen bislang unver­hält­nismäßig hohe Krankenkassenbeiträge. Die Kassen setzen ein fiktives Monats­einkommen von 2 284 Euro an. Der Wert ändert sich jedes Jahr gering­fügig. Selbst­ständige zahlen derzeit für Kranken- und Pflege­versicherung unabhängig von ihrem tatsäch­lichen Verdienst mehr als 400 Euro im Monat. Nur für Existenz­gründer oder in Härtefällen rechnet die Kasse mit einem reduzierten Wert.

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Belastung soll halbiert werden

Ab dem 1. Januar 2019 soll das fiktive Mindest­einkommen auf 1 142 Euro im Monat und damit der zu zahlende Beitrag auf rund 200 Euro halbiert werden. Das neue Mindest­einkommen liegt deutlich unter der bisherigen Grenze für Härtefälle und Existenz­gründer, die damit über­flüssig wird. Die Kassen und die rund 200 000 Betroffenen ersparen sich den Aufwand des Antrags­verfahrens. Die Versicherten werden 2019 um insgesamt etwa 800 Millionen Euro entlastet.

Wer zuviel gezahlt hat, wird Geld zurück­verlangen können

Legt jemand keine Einkommens­nach­weise vor, zum Beispiel, weil es noch keinen Steuer­bescheid gibt, muss er erst einmal den Höchst­beitrag von rund 760 Euro für Kranken- und Pflege­versicherung berappen. Sobald er sein tatsäch­liches Einkommen bei der Kasse belegen kann, reduziert diese den Beitrag. Bislang war dies nur für die Zukunft möglich, zu viel gezahlte Beiträge behielt die Kasse ein. Ab 2019 können die Beiträge für bis zu zwölf Monate rück­wirkend neu fest­gesetzt werden, wenn Selbst­ständige ihren Steuer­bescheid nach­reichen. Das heißt, es gibt Geld zurück.

Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten

Diese Rege­lungen stehen im Gesetz­entwurf der Bundes­regierung zum Versicherten­entlastungs­gesetz. Bevor es in Kraft treten kann, muss der Bundes­tag noch darüber diskutieren und abstimmen. Änderungen sind also noch möglich.

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