Zwölf gesetzliche Kassen zahlen ihren Mitgliedern in diesem Jahr bis zu 120 Euro Prämie. Wer zu einer von ihnen wechseln will, sollte aber nicht nur auf das Geld­geschenk achten.

Krankenkassen Special

Zwölf gesetzliche Kassen zahlen ihren Mitgliedern in diesem Jahr bis zu 120 Euro Prämie. Wer zu einer von ihnen wechseln will, sollte aber nicht nur auf das Geld­geschenk achten.

Prämie, Dividende oder einfach Geld zurück – egal wie die Kassen es nennen: Millionen Mitglieder der gesetzlichen Kranken­versicherung können sich in diesem Jahr über ein Geld­geschenk freuen. Unter den Krankenkassen, die allen offen stehen, gibt es derzeit zwölf, die an ihre Mitglieder für das Jahr 2013 einen Teil der Beiträge zurück­zahlen – zwischen 30 Euro und 120 Euro. Das können sie tun, wenn sie finanziell gut dastehen. Die meisten nennen es Prämie, bei der Techniker und der hkk heißt es Dividende.

Um die Prämie zu bekommen, müssen die Mitglieder keine große Hürde nehmen. Einzige Voraus­setzung: Sie sind in diesem Jahr an einem fest­gelegten Stichtag oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg bei der Kasse versichert. Davon können auch jene profitieren, die noch zu einem dieser Anbieter mit Prämie wechseln wollen. Die Kündigungs­frist bei der alten Kasse beträgt immer zwei Monate zum Monats­ende (siehe „Kassenwechsel“). Wer erst später im Jahr neues Mitglied wird, bekommt die Rück­zahlung oft nur anteilig (siehe Tabelle).

Zusatz­leistungen sind entscheidend

Die Prämie allein sollte aber kein Anlass für einen Wechsel sein. Erst recht nicht für diejenigen, die mit ihrer Kasse zufrieden sind. Wichtiger als die Rück­zahlung können Leistungen und Service sein, die Versicher­teerhalten. Etwa 95 Prozent der Leistungen sind bei allen Kassen gleich, weil sie gesetzlich geregelt sind. Viele bieten aber Extras in unterschiedlichem Umfang an. Diese Zusatz­angebote können mehrere hundert Euro im Jahr wert sein.

Der Wechsel sollte also gut über­legt sein: Es empfiehlt sich, die Kasse danach auszusuchen, ob sie viel von dem bietet, was dem Einzelnen wichtig ist. So über­nehmen zahlreiche Kassen mitt­lerweile alternative Behand­lungs­methoden wie die Homöo­pathie bei bestimmten qualifizierten Ärzten. Versicherte müssen dafür meist nur noch ihre Chipkarte beim Behandler vorzeigen. Die meisten Krankenkassen in der Tabelle tragen einen Teil der Kosten für osteo­pathische Behand­lungen (siehe „Osteopathie - Mit sanftem Druck“). Die Big direkt gesund zahlt zum Beispiel je Versicherten 400 Euro pro Jahr, die Atlas BKK Ahlmann maximal 390 Euro, Techniker, IKK gesund plus, BKK Akzo Nobel und HEK maximal 360 Euro im Jahr.

Reisende, die oft privat ins Ausland fahren, profitieren, wenn ihre Kasse die Reiseimpfungen über­nimmt. Allein eine Immunisierung gegen die Leber­erkrankungen Hepatitis A und B kostet mehr als 200 Euro.

Und wer schon einmal länger krank zuhause war, weiß, wie wichtig eine Haus­halts­hilfe sein kann. Einige Kassen kommen dafür auf, auch wenn kein Kind im Haushalt lebt, so zum Beispiel die Atlas BKK Ahlmann, die BKK firmus, die BKK Wirt­schaft & Finanzen, HEK und hkk.

Auch beim Service gibt es Unterschiede: Manche Kassen haben besonders viele Geschäfts­stellen oder bieten eine 24-Stunden-Hotline zu medizi­nischen Fragen. Andere vermitteln Fach­arzt­termine, die sonst nur schwer zu bekommen sind.

Prämie ist das Sahnehäubchen

Wer weiß, auf welche Zusatz­angebote er Wert legt, kann bei seiner Kasse nach­fragen – oder zu einer wechseln, die viele gewünschte Extras bietet. Gibt es dann noch eine Prämie, ist sie das Sahnehäubchen.

Anspruch auf die Prämie haben alle Mitglieder der Kasse – also diejenigen, die Beiträge zahlen. Familien­versicherte wie Ehepartner und Kinder haben keinen Anspruch. Man spricht bei ihnen auch nicht von Mitgliedern, sondern von Versicherten.

Doch selbst Mitglieder können schlechte Karten haben: Wer Beiträge schuldet, bekommt die Prämie nicht. Mit Ausnahme der BKK Akzo Nobel gibt es die Rück­zahlung auch nicht für Zeiten, in denen die Beiträge statt vom Mitglied „voll­ständig von Dritten“ über­nommen wurden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand Arbeits­losengeld II bekommt, Wehr­dienst leistet oder ein Rehaträger die Kassenbeiträge für Behinderte zahlt. Einige Kassen berück­sichtigen zudem keine beitrags­freien Zeiten bei der Prämie. Wer Krankengeld bekommt oder in Eltern­zeit ist, erhält dann ein kleineres Sahnehäubchen.

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