Krankenkasse Meldung

In Ausnahmefällen müssen die Krankenkassen auch für nicht zugelassene Medikamente zahlen.

Unter bestimmten Voraussetzungen müssen gesetzliche Krankenkassen auch für Arzneimittel zahlen, die für die Behandlung der speziellen Krankheit des Patienten nicht zugelassen sind. Das Bundessozialgericht hat in einem aktuellen Urteil klargemacht, wann dieser so genannte „Off-Label-Use“ zulässig ist.

Der Patient muss an einer schwerwiegenden Erkrankung leiden, für die es keine andere Therapie gibt. Außerdem müssen Forschungsergebnisse vorliegen, die darauf hinweisen, dass das Arzneimittel Aussicht hat, für die betreffende Krankheit zugelassen zu werden.

Besonders für Krebspatienten könnte dieses Urteil eine Erleichterung bedeuten. Hier kommt es häufig vor, dass ein Medikament noch nicht für genau die Tumorart zugelassen ist, an der der Patient leidet. Denn viele Pharmaunternehmen scheuen die mit jeder Zulassung verbundenen hohen Kosten.

Dem Multiple-Sklerose-Kranken, dessen Fall die obersten Sozialrichter zu entscheiden hatten, brachte das Urteil allerdings keinen Erfolg. Er wollte von seiner Krankenkasse die Kosten von 2 300 Euro im Monat für eine Behandlung mit Immunglobulinen erstattet bekommen. Das lehnte das Gericht ab, weil es noch keine klinischen Studien gebe, die den therapeutischen Nutzen dieser Arznei bei der Form der multiplen Sklerose belegen, an der der Patient leidet. Außerdem stehe zur Behandlung der zugelassene Wirkstoff Betaferon zur Verfügung (Az. B 1 KR 37/00 R).

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