Die Chef­ärztin behandelt Kassenpatienten in der Regel nur, wenn das Kranken­haus dies für notwendig hält. Gilt auch für Chef­ärzte.

Wer sich als Kassenpatient regel­mäßig in der Klinik vom Chef­arzt behandeln lassen möchte, kann eine Kranken­haus­zusatz­versicherung abschließen. Die Stiftung Warentest hat 37 Einbett­zimmer- und 24 Zweibett­zimmertarife verglichen. In jeder Kategorie gibt es einen Testsieger mit dem Qualitäts­urteil Sehr gut sowie mehrere gute Angebote. Ein 43-jähriger Neukunde zahlt für einen Einbett­zimmertarif zwischen 39 und 75 Euro im Monat, beim Zweibett­zimmertarif sind es zwischen 36 und 49 Euro.

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TestKranken­haus­zusatz­versicherungen im Test06.07.2020
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Vorteile einer Kranken­haus­zusatz­versicherung

Die wichtigsten Leistungen der Kranken­haus­zusatz­versicherung sind:

  • Chef­arzt­behand­lung,
  • komfort­ablere Unterbringung,
  • mehr Freiheit bei der Klinik­wahl.

Damit können auch gesetzlich Versicherte die wesentlichen Vorteile in Anspruch nehmen, die sonst Privatpatienten vorbehalten sind.

Gesetzlich Versicherte liegen üblicher­weise im Mehr­bett­zimmer, es sei denn, es gibt medizi­nische Gründe für eine Einzel­unterbringung oder das Zweibett­zimmer ist bereits Stan­dard. Behandelt werden sie von den jeweils Dienst habenden Ärztinnen und Ärzten. Die Chefinnen und Chefs behandeln Kassenpatienten nur, wenn ihr besonderes Fachwissen und Können im Einzel­fall erforderlich ist.

Mitglieder der gesetzlichen Kranken­versicherung sollen zudem ins nächst­gelegene geeignete Kranken­haus gehen, das einen Versorgungs­vertrag mit den Krankenkassen hat. Wählen sie eine andere Klinik, in der Kassen mehr für die Behand­lung bezahlen müssen, kann die Kasse ihnen den Aufpreis in Rechnung stellen.

Das bietet unser Test von Kranken­haus­zusatz­versicherungen

Test­ergeb­nisse. Unsere beiden Tabellen zeigen Bewertungen der Stiftung Warentest für 37 Einbett­zimmer- und 24 Zweibett­zimmer-Policen, jeweils mit Chef­arzt­behand­lung. Bewertet haben wir das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beitrags­entwick­lung in den zurück­liegenden sieben Jahren für einen 43-jährigen gesunden Modell­kunden. Die Qualitäts­urteile reichen von Sehr gut bis Mangelhaft.

Kranken­haus und Corona. Welche Wahl­leistungen im Kranken­haus stehen in Zeiten der Corona-Pandemie über­haupt zur Verfügung? Was bringt hier eine private Zusatz­versicherung? Wir beant­worten die wichtigsten Fragen.

Tipps und Hintergrund. Sie erfahren, worauf Sie beim Abschluss einer Kranken­haus­zusatz­versicherung achten sollten und was es kosten würde, den Aufschlag für das Einbett­zimmer selbst zu zahlen. Außerdem sagen wir, was von Kranken­haus­zusatz­versicherungen zu halten ist, die von gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf den Testbe­richt aus Finanztest 07/2020.

Patienten bezahlen erst einmal selbst

Die wichtigste Leistung einer Kranken­haus­zusatz­versicherung ist nicht die Finanzierung des besseren Zimmers, sondern die Kosten­erstattung für die „Wahl­leistung Arzt“. Alle Ärztinnen und Ärzte, die an der Behand­lung mitwirken, von der Radio­login bis zum Anästhesisten, sind in diesem Fall leitende Ärzte und rechnen privat ab. Die Patienten erhalten also viele Rechnungen, die sie bezahlen und dann zur Erstattung bei der Zusatz­versicherung einreichen.

Tipp: Sie möchten gleich ganz von der gesetzlichen in die private Kranken­versicherung wechseln? Die Voraus­setzungen dafür erklären wir in unserem Special Gesetzlich oder privat? Eine Entscheidungshilfe. Die besten Privat-Tarife zeigt unser Vergleich private Krankenversicherung.

Beitrag steigt mit dem Eintritts­alter

Unsere Modell­kunden sind beim Abschluss der Versicherung 43 Jahre alt. Ungefähr in diesem Alter interes­sieren sich viele Menschen erst­mals für das Thema. Wesentlich länger sollte man aber auch nicht warten. Denn je älter jemand beim Eintritt in den Vertrag ist, desto höher fallen die Beiträge aus. Selbst die güns­tigsten Einbett­zimmertarife kosten beim Abschluss mit 53 Jahren bereits zwischen 50 und 58 Euro. Ist eine Neukundin oder ein Neukunde bereits 63 Jahre alt, kostet die Versicherung in güns­tigen Tarifen 65 bis 76 Euro monatlich. Die meisten können mit Anfang 60 zudem keine makellose Patienten­akte mehr vorweisen. Fast jeder hat in diesem Alter irgend­eine Vorerkrankung oder nimmt Medikamente. In diesen Fällen können die Beiträge noch höher sein.

Verträge nur für Gesunde

Nicht nur das Alter, auch der Gesund­heits­zustand interes­siert die Versicherer. Im Antrag müssen Interes­senten viele Fragen zu Erkrankungen und Behand­lungen der vergangenen fünf bis zehn Jahren beant­worten. Versicherer können Kunden ablehnen, Risiko­zuschläge verlangen oder Leistungen für bestimmte Krankheiten ausschließen. Hier etwas zu verharmlosen oder wegzulassen, hat keinen Sinn. Versicherer können später die Patienten­unterlagen von den behandelnden Ärzten anfordern und prüfen, ob eine Krankheit bereits bei Vertrags­schluss bekannt war.

Nach­träglicher Risiko­zuschlag möglich

Hat jemand absicht­lich etwas verschwiegen, weil er sonst wahr­scheinlich keinen Vertrag bekommen hätte, kann der Versicherer den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Der Kunde verliert den Versicherungs­schutz, seine bis dahin einge­zahlten Beiträge sind weg, und er muss bereits erhaltene Leistungen zurück­zahlen. Danach dürfte es auch schwierig werden, sich bei einer anderen Gesell­schaft zu versichern. Selbst wenn jemand versehentlich etwas nicht richtig angegeben hat, kann das zur Folge haben, dass er seinen Versicherungs­schutz entweder ganz verliert, oder der Versicherer ihm nach­träglich Risiko­zuschläge auferlegt.

Besser früh­zeitig abschließen

Es kann durch­aus sinn­voll sein, eine Kranken­haus­zusatz­versicherung bereits mit Anfang 30 abzu­schließen, solange noch keine gesundheitlichen Probleme aufgetreten sind. Wichtig ist jedoch, sich zuerst um Themen wie die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit oder die Altersvorsorge zu kümmern. Eine Möglich­keit ist auch, gleich die ganze Familie zu versichern. Ein Einbett­zimmertarif bei einem unserer Testsieger kostet für Kinder nur 3 bis 7 Euro im Monat. Die Verträge können später ohne erneute Gesund­heits­prüfung in Versicherungen für Erwachsene umge­wandelt werden.

Nutzer­kommentare, die vor dem 16. Juni 2020 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung.

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