So haben wir getestet

Im Test

Finanztest hat Kranken­haus­zusatz­versicherungen aller privaten Kranken­versicherer untersucht, die jedem Kunden zugäng­lich sind. Wir haben nur Tarife berück­sichtigt, die keine Selbst­beteiligung des Kunden vorsehen, und die nach Art der Lebens­versicherung kalkuliert sind. Das heißt, dass ihre Beiträge nicht mit dem Alter steigen, weil sie Alterungs­rück­stel­lungen bilden.

Die Tarife mussten außerdem folgende Mindest­leistungen bieten:

  • Chef­arzt­behand­lung mit einer Über­nahme der Arzt­honorare mindestens bis zum Höchst­satz der Gebühren­ordnung für Ärzte (3,5-fach),
  • Wahl­leistung Unterkunft (Einbett­zimmer oder Zweibett­zimmer, je nach geprüfter Tarif­variante),
  • freie Wahl unter allen für gesetzlich Versicherte zugelassenen Krankenhäusern.

Tarif­kombinationen, die neben der Kosten­über­nahme für Kranken­haus­leistungen auch solche für Leistungen nieder­gelassener Ärzte oder Zahn­ärzte enthalten, haben wir nicht berück­sichtigt.

Nicht getestet haben wir Tarife, die nur bei Unfällen oder bestimmten Erkrankungen leisten.

Die Gesell­schaften Continentale und Nürn­berger waren nicht zu einer Teil­nahme bereit. Ihre Tarif­daten haben wir verdeckt erhoben.

Insgesamt haben wir 33 Einbett­zimmer- und 33 Zweibett­zimmertarife getestet. Dabei haben wir Einbett- und Zweibett­zimmertarife getrennt untersucht. Beide Vergleiche wurden jeweils getrennt nach Männern und Frauen durch­geführt, wobei wir immer ein Eintritts­alter von 43 Jahren zugrunde gelegt haben. Sogenannte Ein- oder Zweibett­zimmertarife, die dem Kunden die Wahl der Unterbringung lassen, aber kein Ersatz-Kranken­haus­tagegeld vorsehen, wenn er nur das Zweibett­zimmer in Anspruch nimmt, haben wir in den Tarif­vergleich für die Einbett­zimmertarife aufgenommen.

Finanztest-Qualitäts­urteil

Jeder Tarif wurde im Hinblick auf das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beitrags­entwick­lung in den letzten acht Jahren beur­teilt.

Sowohl für die Bewertung des aktuellen Preis-Leistungs-Verhält­nisses als auch für die Beur­teilung der Beitrags­entwick­lung in der Vergangenheit war der Markt­durch­schnitt der Maßstab. Ein Qualitäts­urteil sehr gut bedeutet daher, dass das Angebot weit über dem Markt­durch­schnitt liegt, ein Qualitäts­urteil mangelhaft, dass es weit darunter liegt.

Junge Tarife. Bei Angeboten, die erst nach dem 1. Juli 2002 einge­führt wurden, haben wir nur das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet. Ebenso sind wir vorgegangen, wenn ein Tarif in den letzten zehn Jahren von einem anderen Versicherungs­unternehmen über­nommen und weitergeführt wurde. In diesen Fällen galt das Datum der Wieder­einführung als Einführungs­datum.

Aktuelles Preis-Leistungs-Verhältnis (70 %)

Wir haben die Beiträge und die Leistungen ins Verhältnis gesetzt. Für die Beur­teilung von Beitrag und Leistungen galt der Stichtag 1. Juli 2012.

Leistungen. Die Leistungen wurden nach einem Punkte­system bewertet. Dabei haben wir nur solche Leistungen berück­sichtigt, die in den Versicherungs­bedingungen fest­geschrieben sind. Die Gewichtung der Leistungen orientiert sich an der statistischen Wahr­scheinlich­keit für den Umfang ihrer Inan­spruch­nahme (kalkulatorisches Gewicht).

Daher bekamen alle Tarife 90 Prozent der Punkte bereits dafür, dass sie die geforderten Mindest­leistungen bieten. 10 Prozent der Punkte wurden für folgende zusätzliche Leistungen vergeben:

  • Über­nahme von Arzt­honoraren über den Höchst­satz (3,5-fach) der Gebühren­ordnung für Ärzte hinaus; Gewicht: 2,5 %;
  • Über­nahme der Mehr­kosten für allgemeine Kranken­haus­leistungen, wenn der Versicherte ein teureres als das auf der ärzt­lichen Einweisung genannte Kranken­haus aufsucht; Gewicht: 1,0 %;
  • Kosten­erstattung für ambulante Operationen durch Chef­ärzte im Kranken­haus; Gewicht: 3,0 %;
  • Höhe des Ersatz­kranken­haus­tagegeldes, wenn der Versicherte nur das Mehr­bett­zimmer ohne Chef­arzt­behand­lung in Anspruch nimmt; Gewicht im Vergleich der Zweibett­zimmertarife: 2,5 % , im Vergleich der Einbett­zimmertarife: 1,5 %;
  • Verzicht auf das ordentliche Kündigungs­recht in den ersten drei Jahren; Gewicht: 1,0 %;
  • nur im Vergleich der Einbett­zimmertarife relevant: Höhe des Ersatz­kranken­haus­tagegeldes, wenn der Versicherte nur das Zweibett­zimmer mit Chef­arzt­behand­lung nutzt; Gewicht: 1,0 %.

Beitrags­entwick­lung (30 %)

Um die Beitrags­entwick­lung in der Vergangenheit zu prüfen, haben wir die Neugeschäfts­beiträge am 1. Juli 2012 und am 1. Juli 2004 heran­gezogen und daraus den Quotienten gebildet. Wir greifen auf die Neugeschäfts­beiträge zurück, weil es keine öffent­lich zugäng­lichen und über­prüf­baren Daten über die Entwick­lung der Beiträge für Bestands­kunden gibt.

Da am 1. Juli 2004 noch nicht alle Tarife auf die damals aktuelle Sterbe­tafel PKV2004 umge­stellt waren, haben wir deren Beiträge um einen entsprechenden Korrektur­faktor erhöht. Dieser Korrektur­faktor ist der Mittel­wert aus den Angaben derjenigen Versicherer, die bereits auf PKV2004 umge­stellt und uns mitgeteilt haben, um wie viel sich die Beiträge dadurch erhöht haben.

Zusatz­informationen

Monats­beitrag. Die Beiträge gelten für gesunde 43-jährige Neukunden und wurden auf volle Euro-Beträge gerundet.

Markt­einführung. Bei gleicher Bewertung der Beitrags­entwick­lung sollten Kunden ältere Tarife bevor­zugen, weil sich die Beiträge dieser Tarife bereits über einen längeren Zeitraum positiv entwickelt haben.

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