Als Privatpatient im Kranken­haus: Zwei Beispiele – So teuer kann das werden

Kranken­haus­zusatz­versicherung Test

Soll der Chef­arzt gesetzlich Versicherte operieren, kann das für sie teuer werden.

Finanztest zeigt an zwei Beispielen, wie hoch die Mehr­kosten sein können, wenn gesetzlich Versicherte sich für Chef­arzt­behand­lung und ein komfort­ableres Zimmer entscheiden. Nicht aufgeführt ist die Pauschale für die allgemeinen Kranken­haus­leistungen, die die Krankenkasse direkt an das Kranken­haus zahlt. Gesetzlich Versicherte müssen pro Kliniktag 10 Euro zuzahlen – maximal 28 Tage im Jahr.

Abrechnung. Den Aufpreis fürs Ein- oder Zweibett­zimmer stellt das Kranken­haus dem Patienten in Rechnung. Auch für das Honorar der Chef­ärzte und die Kosten aller medizi­nischer Leistungen, die diese anordnen, erhält der Patient Rechnungen nach der privaten Gebühren­ordnung für Ärzte (GOÄ).

Schon bei kurzen Klinik­aufenthalten können auf diese Weise hohe Summen zusammen­kommen. Deshalb stellen manche privaten Versicherer ihren Kunden eine Chipkarte aus, über die das Kranken­haus direkt mit dem Kranken­versicherer abrechnen kann.

Kosten: Patientin mit Schlag­anfall

Die Patientin ist wegen eines Schlag­anfalls mit halb­seitiger Lähmung insgesamt zwei­einhalb Monate im Kranken­haus. Die Ärzte stabilisieren und über­wachen ihren Zustand, lösen Blut­gerinnsel in den Hirn­arterien medikamentös auf und klären mehr­mals mittels Computertomografie ab, ob Hirn­blutungen vorliegen.

Gesamt­kosten der privaten Leistungen

in Euro

Innere Medizin: Unter­suchungen und Behand­lungen (z. B. EKG, Infusionen, Visiten, Intensiv­über­wachung). Berechnet wurden Gebührensätze von 1,0 bis 3,5 GOÄ.

4 846,03

Labor­unter­suchungen (z. B. Blut) zu Gebührensätzen von 1,0 bis 1,15 GOÄ.

839,82

Radio­logie (Magnetresonanz-Angiografie, Computertomografien) zu Gebührensätzen von 1,0 bis 2,5 GOÄ.

1 662,24

Neurologische und psychiatrische Unter­suchung durch andere Ärzte. Berechnet wurde ein Gebühren­satz von 2,3 GOÄ.

119,25

Einbett­zimmer, Abteilung für Innere Medizin, 74 Nächte à 53 Euro

3 922,00

Einbett­zimmer mit Intensiv­über­wachung 3 Nächte à 39,75

119,25

Gesamt­kosten

11 508,59

      Diese Kosten würde eine Kranken­haus­zusatz­versicherung für Chef­arzt­behand­lung und Einbett­zimmer erstatten.

      Kosten: Patient mit Vorhofflimmern

      Der Patient ist wegen Vorhofflimmern, der häufigsten Herz­rhythmus­störung, drei Tage im Kranken­haus. Er wird untersucht, medikamentös behandelt und operiert: Der Arzt schiebt durch die Leistenvene mehrere Katheter bis zum Herzen vor und verödet die Stellen, an denen die Lungenvenen in die Herz-Vorkammer eintreten. Das verhindert, dass von dort störende elektrische Impulse zum Herzen gelangen.

      Gesamt­kosten der privaten Leistungen

      in Euro

      Ärzt­liche Behand­lungen, Unter­suchungen und Laborbefunde. Berechnet wurden Gebührensätze von 1,15 bis 3,5 GOÄ.

      3 649,77

      Zweibett­zimmer, Abteilung für Kardiologie, 2 Nächte à 61,54 Euro

      123,08

      Gesamt­kosten

      3 772,85

          Diese Kosten würde eine Kranken­haus­zusatz­versicherung für Chef­arzt­behand­lung und Zweibett­zimmer erstatten.

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