Qualitätsmanagement: Krankenhausdaten stehen im Internet

Doch Statistiken allein geben keinen direkten Hinweis auf Qualität.

Mit Daten belegt. Fragt man Patienten, sind die meisten davon überzeugt, dass Ärzte und Pflegepersonal in Kliniken ihr Bestes geben und leisten. Das soll hierzulande nun auch mit objektiven Daten belegt werden: Jedes Krankenhaus in Deutschland ist inzwischen dazu verpflichtet, im Abstand von zwei Jahren einen Qualitätsbericht zu erstellen. Zu ausge­wählten Eingriffen werden Daten gesammelt, die Auskunft über die Qualität der Behandlung geben sollen – so zu 24 häufigen Leistungsbereichen wie Chirurgie oder Gynäkologie. Für 2005 wurden rund 2,6 Millionen Daten von 1 501 Kliniken geliefert und von Experten der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS), Düsseldorf, ausgewertet. Wird im Vorfeld einer Gebärmutteroperation ein Antibiotikum gegeben? Wie häufig treten Druckgeschwüre auf? Erfolgt bei Brustkrebsoperationen der Schnitt leitliniengerecht? Interpretierte Ergebnisse der Qualitätssicherung sind von Ausnahmen abgesehen (wie Hamburger Krankenhausspiegel) einer breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Interpretation fehlt. Neue Krankenhausdaten kommen nun Ende November ins Netz. Statistiken allein geben in der Regel noch keinen direkten Hinweis auf gute oder schlechte Qualität. Statistiken bedürfen einer fachkundigen Interpretation und weitergehender Analysen. So ist zum Beispiel die Häufigkeit eines bestimmten chirurgischen Eingriffs für eine Klinik noch kein sicherer Ausweis dafür, auf welchem Niveau dort gearbeitet wird. Hohe Komplikations- und Todesraten können auch darauf zurückzuführen sein, dass in einer Abteilung besonders viele schwer erkrankte oder (ältere) Patienten mit schlechter Prognose behandelt wurden. Kliniken mit „guten“ Patienten haben es mit der Statistik leichter.

Statistik verhagelt. Um sich die Statistik nicht zu verhageln, soll es vorkommen, dass Problempatienten „ausgelagert“ werden – nicht nur in den USA, wo Ranglisten in der Zeitung stehen. Hierzulande wird bei schlechten Ergebnissen das Problem analysiert und nach Möglichkeit behoben – bisher ein interner Vorgang.

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