Arzthonorare: So wird abgerechnet

Lassen sich Patienten vom Chefarzt behandeln, dann erhalten sie von ihm eine Rechnung.

Kommt ein gesetzlich Krankenversicherter ins Krankenhaus, hat er mit der Bezahlung der Ärzte nichts zu tun. Lässt er sich aber mithilfe einer Zusatzversicherung als Privatpatient behandeln, wird er Vertragspartner der Chefärzte. Sie stellen ihre Rechnungen nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Für jede Leistung steht eine Punkt­zahl im Gebührenverzeichnis. Die Visite im Krankenhaus etwa zählt 70, der operative Ersatz einer Herzklappe 5 600 Punkte. Diese Punktezahl multipliziert mit dem Punktwert von 5,82873 Cent ergeben den Einfachsatz. Für die Visite beträgt er 4,08 Euro, für die Herzklappen-OP 326,41 Euro. Diesen Satz kann der Arzt steigern.

Regelhöchstsatz: Ohne besondere Begründung darf der Arzt sein Honorar auf das 2,3fache des Einfachsatzes erhöhen. Nach diesem Regelhöchstsatz würde die Visite 9,38 Euro, die Herzklappen-OP 750,74 Euro kosten.

Höchstsatz: Ist die Leistung besonders schwierig oder zeitaufwendig, kann der Arzt die Gebühr für seine persönlichen Leistungen bis zum 3,5fachen GOÄ-Satz steigern, für medizinisch-technische Leistungen bis zum 2,5fachen, für Laborleistungen bis zum 1,3fachen des Einfachsatzes. Dafür muss er dem Patienten aber eine schriftliche Begründung geben. Die Visite kostet dann 14,28 Euro, die Herzklappen-OP 1 142,43 Euro.

Honorarvereinbarung: Für seine persönlichen Leistungen kann der Arzt auch über den Höchstsatz hinausgehen. Bevor die Behandlung beginnt, muss er aber darüber mit dem Patienten einen Vertrag schließen. In dieser Honorarvereinbarung muss jede einzelne Leistung und der dafür erhobene Gebührensatz aufgeführt sein.

Abschlag: Chefärzte im Krankenhaus müssen von ihrem Honorar 25 Prozent abziehen. Denn ein Teil ihrer Bezahlung ist schon in der Vergütung enthalten, die die gesetzliche Kasse an das Krankenhaus zahlt.

Rechnung: Jede berechnete Leistung muss genau mit Datum, Gebühren­nummer, Rechnungsbetrag und dem 25-Prozent-Abschlag in der Rechnung des Chefarztes aufgeführt sein. Für jede Leistung, für die ein Arzt mehr als den 2,3fachen GOÄ-Satz verlangt, muss er eine verständliche Begründung schreiben – es sei denn, es besteht eine Honorarvereinbarung mit dem Patienten.

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