Krankenhaus-Zusatzversicherung Test

Eine Krankenhauszusatzversicherung bietet gesetzlich Versicherten Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung sowie meistens auch die freie Klinikwahl. Anspruch auf diese Extraleistungen haben sonst nur privat Krankenversicherte. Sieben Zusatzversicherungen fürs Krankenhaus haben in der Untersuchung von Finanztest „Sehr gut“ abgeschnitten, drei jedoch waren nur mangelhaft. Insgesamt haben die Tester jeweils 71 Tarife für Männer und Frauen geprüft.

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Beste für's Einbettzimmer sind HUK und LKH

Vorgenommen haben sich die Tester Zusatzversicherungen für Ein- und Zweibettzimmer. Die getestete Modellkundin ist 43 Jahre und schließt eine Police neu ab. Der männliche Neukunde in der Untersuchung ist ebenso alt. Für das Qualitätsurteil zu 70 Prozent entscheidend ist das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu 30 Prozent ging die Beitragsentwicklung für Neukunden in den letzten acht Jahren in die Bewertung ein. Testsieger unter den ­Versicherungen mit Chefarztbehandlung und Einbettzimmer sind die Huk-Coburg mit dem Tarif SZ und die LKH mit dem Tarif 400 für Männer und Frauen. Ein weiteres „sehr gutes“ Angebot für ­Frauen ist der Tarif der SZ1 der Concordia. Die Klassenbesten kosten zwischen 35 und 44 Euro im Monat. Die teuersten Einbettzimmerangebote mit gleicher Leistung liegen zwischen 66 und 69 Euro Beitrag monatlich. Zweibettzimmertarife sind bei sonst vergleichbaren Leistungen etwas günstiger. Testsieger sind hier für Männer der Tarif 262 der Arag und für Frauen der SG2 der Süddeutschen.

Freie Klinikwahl nur mit Zusatzpolice

Die Höhe des Monatsbeitrags für die Zusatzversicherung richtet sich nach dem Eintrittsalter, nach dem Geschlecht und den Vorerkrankungen. Gesetzlich Krankenversicherte, die sich eine Extra-Behandlung in der Klinik wünschen, sollten möglichst früh eine solche Police abschließen. Vor allem Kassenpatienten auf dem Land können sich nicht aussuchen, in welches Krankenhaus sie eingeliefert werden. Denn in der Regel ist es die nächstgelegene geeignete Klinik. Wer aber meint, in der weiter entfernten Universitätsklinik besser geheilt zu werden, für den ist die Zusatzversicherung sinnvoll.

Chefarzt ans Bett rufen ist teuer

Auch wer als gesetzlich Versicherter gern vom Chefarzt behandelt werden möchte, sollte eine Zusatzversicherung abschließen. Die gesetzliche Kasse bezahlt lediglich eine feste diagnosebezogene Fallpauschale für die allgemeinen Krankenhausleistungen. Die Chefarztbehandlung gehört nur dann dazu, wenn sein Einsatz medizinisch notwendig ist. Will der Kassenpatient auch in anderen Fällen vom Chefarzt behandelt werden, muss er ohne Zusatzversicherung leicht einige tausend Euro aus der eigenen Tasche berappen. Denn es ist nicht möglich, nur ausgewählte Leistungen vom Chefarzt machen zu lassen, wie etwa Diagnose und Operation. Die „Wahlleistung Arzt“ muss der Krankenhauspatient im Paket buchen. Das bedeutet, auch der Anästhesist und der Röntgenarzt rechnet nach der teureren privatärztlichen Gebührenordnung ab.

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