Krankenhäuser Meldung

Mit Beginn des neuen Jahres werden manche Krankenhäuser nicht mehr nach einem Mix aus Verweildauer, Fallpauschalen und Sonderentgelten bezahlt, sondern pauschal nach Krankheitsfall – zum Beispiel mit festen Sätzen für Operationen, in der Gynäkologie für die Entbindung. Nach einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums wird das neue Vergütungssystem im „Übungsjahr 2003“ in vielen Krankenhäusern angewendet, später soll es überall gelten.

Es fasst eine Vielzahl unterschiedlicher Diagnosen zu einer überschaubaren Gruppe mit vergleichbarem Aufwand zusammen. Zusätzlich berücksichtigt es im Einzelfall weitere Kriterien wie Alter, Geschlecht oder weitere Krankheiten. Verbände von Krankenkassen und Ärzten hatten gefordert, den Probelauf zu verschieben oder das Finanzierungsmodell zu überarbeiten. Andernfalls drohe ein „Abrechnungschaos“ und ein Kostenschub von etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Der Marburger Bund rechnet damit, dass jetzt nur etwa jedes zehnte Krankenhaus das neue Verfahren anwendet. Von ihm verspricht man sich eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen und ihrer Qualität. Ob es rasch Einsparungen bringt, wird bezweifelt. Zu erwarten ist, dass der Druck auf die Verweildauer der Patienten zunehmen kann. Kleine Häuser fürchten um ihre Existenz.

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