Krankengeld Meldung

Viele Kassenpatienten können mit Nachzahlungen beim Krankengeld rechnen. Sie müssen aber möglichst bald eine Neuberechnung beantragen, wenn sie seit 1998 Krankengeld erhalten haben – Ansprüche aus dem Jahr 1998 verjähren schon Ende 2002. Darauf macht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) aufmerksam. Er bezeichnet es als Skandal, dass die Krankenkassen und ihre Spitzenverbände Versicherte über ihre Ansprüche falsch informiert haben. „Sie haben die Versicherten aufgerufen, keine Rechtsmittel einzulegen, obwohl sie wissen mussten, dass die Versicherten dann bei Rückzahlungsansprüchen leer ausgehen würden“, sagt Thomas Isenberg. Er ist Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung des vzbv.

Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht erklärte es für verfassungswidrig, Einmalzahlungen (Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) bei der Beitragserhebung her­anzuziehen, ohne sie beim Krankengeld zu berücksichtigen (Az. 1 BvR 892/88). Seit 22. Juni 2000 gilt nun: Einmalzahlungen sind beim Krankengeld zwingend zu berücksichtigen. Demnach entfällt der An­spruch auf Nachzahlungen aber für Fälle, in denen schon vor dem 22. Juni 2000 rechtskräftig über den Krankengeldanspruch entschieden wurde. Wer im Vertrauen auf die Erklärung der Kassenverbände keinen Antrag gestellt hatte, ging leer aus. So geht es nicht, entschied das Sozialgericht Gelsenkirchen. In drei Urteilen verurteilte es die Krankenkassen zur Neuberechnung und Nachzahlung (letzteres Urteil in Revision beim Bundessozialgericht).

Wichtig: Falls Sie 1998, 1999 oder bis Juni 2000 Krankengeld erhalten haben, ohne dass Ihre Krankenkasse Beiträge auf Einmalzahlungen berücksichtigt hat, stellen Sie einen Antrag auf Neuberechnung und Nachzahlung. Wird er abgelehnt, lassen Sie sich bei Ihrer örtlichen Verbraucherzentrale beraten. Danach besteht die Möglichkeit, mithilfe des vzbv Ansprüche einzu­klagen.

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