„Unsere Tochter macht eine Ausbildung zur Verlags­kauffrau“, schreibt uns ein Finanztest-Leser. „Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflege­versicherung wirken sich in ihrer Steuererklärung nicht aus. Weil sie noch bei uns wohnt, machen wir die Ausgaben geltend. Geht das?“

Finanztest antwortet: Ja, grund­sätzlich können Beiträge, die Sie als Eltern für Ihre Tochter in die Kranken­versicherung und gesetzliche Pflege­versicherung einzahlen, als Sonder­ausgaben steuerlich berück­sichtigt werden. Allerdings nur, wenn Sie dem Kind die Beiträge auch tatsäch­lich gezahlt oder erstattet haben.

Die Voraus­setzungen hat der Bundes­finanzhof jüngst in einem Urteil erklärt: Sie können die Beiträge Ihres Kindes, für das Sie einen Anspruch auf Kinder­geld haben, als „eigene“ Beiträge als Sonder­ausgaben ansetzen. Das geht, wenn Sie als Eltern zum Unterhalt verpflichtet sind und wenn Sie die Beiträge für Ihr Kind auch tatsäch­lich zahlen (BFH, Az. X R 25/15).

Die Gewährung von Natural­unterhalt – also freies Wohnen und Essen – reicht für den Steuer­abzug nicht aus.

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