Kranken- und Lebensversicherung Meldung

Geht ein Versicherer Pleite, soll künftig ein ­Sicherungsfonds das Geld der Kunden retten.

Wenn ein Lebens- oder Krankenversicherungsunternehmen Pleite geht, werden Kunden vom kommenden Jahr an besser geschützt. Dies hat der Bundestag beschlossen. Lebens- und Krankenversicherer müssen – ähnlich wie schon die Banken – einen Sicherungsfonds aufbauen.

Für alle Gesellschaften mit Sitz in Deutschland ist die Mitgliedschaft in einem dieser beiden Fonds Pflicht. Sie werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau verwaltet. Geht ein Unternehmen Pleite, übernimmt der Fonds die Verträge. Die bisherige freiwillige Lösung der Versicherungsbranche reicht nach Ansicht des Bundestages nicht aus.

Um die Ansprüche ihrer Kunden zu sichern, hatten die privaten Krankenversicherer die freiwillige Sicherungseinrichtung Medikator gegründet. Das Pendant bei den Lebensversicherern heißt Protektor. Hier haben sich die Lebensversicherer darauf verständigt, einzuspringen, wenn die Insolvenz eines Unternehmens droht.

Künftig müssen alle Lebensversicherer bereits im Voraus Beiträge an den Fonds zahlen. Als jährlicher Beitrag werden insgesamt 0,2 Promille ihrer Netto-Rückstellungen fällig. Wenn notwendig, kann der Fonds von den Lebensversicherern Sonderbeiträge bis zu 1 Promille der Netto-Rückstellungen erheben; dies sind 500 Millionen Euro. Bei den Krankenversicherern müssen die Beiträge in Höhe von insgesamt maximal 2 Promille der Netto-Rückstellungen erst dann fließen, wenn ein Versicherer insolvent wird.

Einen hundertprozentigen Schutz für die Lebensversicherungskunden garantieren aber auch die neuen Fonds nicht. Der Fonds kann die Leistungen an die Kunden um bis zu 5 Prozent
der garantierten Versicherungssumme oder der garantierten Rente herab­setzen, wenn sein Vermögen nicht ausreicht.

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