Krank im Urlaub Attest möglichst ab dem ersten Tag

24.07.2014
Krank im Urlaub - Attest möglichst ab dem ersten Tag
Urlaubspech. Die Krankmeldung sollte vor Arbeits­beginn erfolgen.

Wenn Arbeitnehmer während ihres Urlaubs erkranken, gehen die Urlaubs­tage nicht verloren. Voraus­setzung ist allerdings, dass der erkrankte Arbeitnehmer sofort den Arbeit­geber informiert und ein ärzt­liches Attest beibringt. test.de erklärt die Rechts­lage.

Krankentage werden nicht auf den Urlaub ange­rechnet

Wer beruflich wochen­lang auf Hoch­touren läuft, neigt dazu, im Urlaub krank­zuwerden. Anstatt sich endlich zu erholen, liegt man mit Hals­schmerzen und Husten im Bett. Ein Trost­pflaster: Bei fest­angestellten Arbeitnehmern sollen die Krankentage nicht auf den Urlaub ange­rechnet werden. So regelt es das Bundes­urlaubs­gesetz.

Jeder Krankentag muss vom Arzt bestätigt sein

Der Arbeitnehmer muss jeden Krankentag mit einem ärzt­lichen Attest belegen, auch wenn seine Krankheit nicht akut behand­lungs­bedürftig ist. Jurist Andrej Wroblewski von der IG Metall sagt: „Das gilt auch, wenn sonst im Betrieb erst nach drei Kranken­tagen ein ärzt­liches Attest verlangt wird.“

Erst Chef informieren, dann zum Doktor gehen

Im Urlaub erkrankte Arbeitnehmer sollten sich im ersten Schritt per Fax oder Mail in der Firma krankmelden – spätestens bis zum eigentlichen Arbeits­beginn. Anschließend sollten sie zum Arzt gehen und die ärzt­liche Krank­schreibung nach­reichen. Eine gesetzliche Frist gibt es dafür nicht. Sie sollte aber so schnell wie möglich vorliegen. Wer im Ausland krank wird, sollte das Attest vorab per Mail oder Fax schi­cken. Wichtig ist außerdem, dem Arbeit­geber die Urlaubs­adresse und Telefon­nummer mitzuteilen.

Arzt muss vorüber­gehende Arbeits­unfähigkeit bescheinigen

Ausländische Krank­schreibungen erfüllen manchmal nicht unsere gesetzlichen Anforderungen. „Das Attest muss bescheinigen, dass die Krankheit den Arbeitnehmer daran hindert, seiner Arbeits­pflicht nach­zukommen“, sagt Wroblewski. Büro­angestellte beispiels­weise können mit einem Gips­bein womöglich arbeits­fähig sein, eine Kranken­schwester dagegen nicht.

Urlaub neu beantragen

Keinesfalls dürfen Angestellte ihren Urlaub eigenmächtig verlängern. Er muss beim Arbeit­geber neu beantragt werden.

Übrigens: Eine Krank­schreibung bedeutet nicht, dass man an das Bett gefesselt ist. Erlaubt ist alles, was die Genesung fördert.

24.07.2014
  • Mehr zum Thema

    Erkältung Welche Ratschläge helfen – und welche Sie vergessen können

    - Niesen, Husten, Hals­schmerzen: Fast jeden erwischt es, fast jeder bekommt gut gemeinte Ratschläge. Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest erklären den...

    Arbeits­recht Irrtümer rund um den Job

    - Streit zwischen Beschäftigten und Arbeit­gebern beruht oft auf falschen Vorstel­lungen von Rechten und Pflichten. test.de klärt über häufige Irrtümer auf.

    Hamburger Modell Nach der Krankheit zurück in den Job

    - Wenn Mitarbeiter nach längerer Krankheit oder einem schweren Unfall wieder ins Arbeits­leben zurück­kehren, können Sie das stufen­weise tun – nach dem sogenannten...