Nach einem drei­tägigen Privatklinikauf­enthalt in der Türkei blieb eine Mutter auf Behand­lungs­kosten von rund 1 925 Euro für ihre 12-jährige Tochter sitzen. Sie hatte für den Urlaub keinen Auslands­reisekranken­schutz abge­schlossen und wollte nach der Rück­kehr knapp 2 300 Euro für die Behand­lung von ihrer gesetzlichen Krankenkasse zurück.

Generell gilt: Die Kasse zahlt für ambulante und stationäre Behand­lungen inner­halb der Europäischen Union und in Staaten, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht, wie mit der Türkei. Sie über­nimmt die Kosten aber nur bis zur Höhe der Krankenkassensätze des Reise­landes. Das gilt auch für Rechnungen von Privatärzten und -kliniken. Die türkische Sozial­versicherung hätte für eine Behand­lung in einem staatlichen Kranken­haus etwa 370 Euro erstattet. Genau diese Summe erhielt die Mutter (Hessisches Landes­sozialge­richt, Az. L 8 KR 395/16).

Tipp: Ein Arzt­besuch im Ausland kann teuer werden, denn die Krankenkasse über­nimmt nicht alle Kosten. Für Reisen außer­halb Europas kommt sie gar nicht auf. Ein Auslands­reisekranken­versicherer deckt auch Behand­lungs­kosten bei Privatärzten ab. Den Schutz gibt es ab 10 Euro im Jahr. Der jüngste Test Auslandskrankenversicherung, vom März 2017, ist dazu kosten­pflichtig abruf­bar.

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