Kosten für Umbau Nur im Steuer­jahr

Eine Familie ließ 2011 ihr Haus behindertengerecht umbauen und beglich noch im selben Jahr die Rechnungen über 165 981 Euro. Da diese Summe die Einkünfte der Familie über­stieg, setzte sie in der Steuererklärung 2011 nur 60 000 Euro als außergewöhnliche Belastung ab. Die restlichen Kosten wollte sie auf die beiden Folge­jahre verteilen. Nach einer Prüfung vor Ort berück­sichtigte das Finanz­amt jedoch die Umbau­kosten fast voll­ständig im Jahr 2011 und setzte die Steuer auf 0 Euro fest. Ein Teil der Kosten wirkte sich so gar nicht aus. Dagegen klagte die Familie und beantragte, die Kosten aus „Billigkeits­gründen“ auf drei Jahre aufzuteilen. Der Bundes­finanzhof lehnte ab: Außergewöhnliche Belastungen sind grund­sätzlich in dem Steuer­jahr geltend zu machen, in dem sie angefallen sind (Az. VI R 36/15). Das letzte Wort hat nun das Bundes­verfassungs­gericht (Az. 1 BvR 33/18).

Wer ein ähnliches Problem hat und vom Urteil profitieren will, sollte mit Verweis auf das Verfahren gegen seinen Bescheid Einspruch einlegen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 03.09.2018 um 16:01 Uhr
Annahme Verfassungsbeschwerden abgelehnt?

@werderfan: Ja, auch nach den uns vorliegenden Informationen hat das Bundesverfassungsgericht am 12.6.2018 das Verfahren durch einen Nichtannahme-Beschluss erledigt. (maa)

werderfan am 29.08.2018 um 16:25 Uhr
Annahme Verfassungsbeschwerden abgelehnt?

Guten Tag, entsprechend dem Inhalt des Artikels haben wir fristgerecht Einspruch gegen unseren Steuerbescheid eingelegt. Heute hat uns das Finanzamt mitgeteilt, dass das Bundesverfassungsgericht die Verassungsbeschwerde nicht angenommen hat und wir unseren Eimspruch zurücknehmen sollen.
Ist die Aussage zur Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde richtig?