Kosmetika

Konservierungs­stoffe im Über­blick: Von klassisch bis alternativ

25.04.2013

Kosmetika Alle Testergebnisse für Mikrobiologische Qualität von Kosmetika 05/2013

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Inhalt

Klassische Konservierungs­stoffe. Dazu zählen rund 55 zugelassene Stoffe. Sie sind in der EU-Kosmetik­ver­ordnung namentlich aufgelistet und sollen „ausschließ­lich oder über­wiegend die Entwick­lung von Mikroorga­nismen hemmen“. Die meisten sind synthetisch hergestellt wie etwa Chlorphenesin. Einige sind naturidentische Stoffe wie Benzoe- oder Sorbinsäure. Andere Stoffe sind sogenannte Parabene (siehe unten). Vor der Zulassung muss jeder Konservierungs­stoff auf seine Wirk­samkeit und Verträglich­keit geprüft werden. Bei neuen Erkennt­nissen müssen Experten ihn neu bewerten. Von einzelnen Stoffen geht ein erhöhtes Allergierisiko aus, etwa von Form­aldehyden und -abspaltern sowie von Methylisothiazolinon (MI).

Parabene. Das sind Ester und Salze der para-Hydroxybenzoesäure, die auch als klassische Konservierungs­stoffe einge­setzt werden: zum Beispiel Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-,Butyl- oder Isobutyl­paraben. Parabene werden seit den 1930er Jahren verwendet. In der Vergangenheit haben mehrere Studien ihre Sicherheit infrage gestellt. So sollen sie das Hormon­system beein­flussen können. Laut dem Bundes­institut für Risiko­be­wertung und dem Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommis­sion, SCCS, gelten Methyl- und Ethyl­paraben bei einer Konzentration bis zu 0,4 Prozent als sicher. Bei Gemischen dürfen es zusammen bis zu 0,8 Prozent sein. Die empfohlene Konzentration für Butyl- und Propylparaben liegt bei je 0,19 Prozent. Beide Stoffe werden derzeit neu bewertet. Isopropyl-, Isobutyl-, Phenyl- und Pentyl­paraben sollen nach dem Willen der EU künftig wegen mangelnder Daten verboten werden.

Alternative Konservierungs­stoffe. In Kosmetika können zurzeit 150 bis 200 alternative keimhemmende Substanzen einge­setzt werden. Sie gelten nicht als Konservierungs­stoff, solange sie eine andere Haupt­funk­tion haben – etwa als Duft­stoff oder Emulgator. Verwendet werden zum Beispiel Alkohol, Poly­alkohole, Glykole, organische Säuren wie Anissäure oder ätherische Öle und Pflanzen­extrakte, unter anderem aus Eukalyptus, Efeu, Teebaum und Rosmarin. Ihre Sicherheit ist schwer zu bewerten. Prinzipiell kann jede alternative Substanz ebenso Allergien oder andere unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

25.04.2013
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