Konservierungs­stoffe im Über­blick: Von klassisch bis alternativ

Klassische Konservierungs­stoffe. Dazu zählen rund 55 zugelassene Stoffe. Sie sind in der EU-Kosmetik­ver­ordnung namentlich aufgelistet und sollen „ausschließ­lich oder über­wiegend die Entwick­lung von Mikroorga­nismen hemmen“. Die meisten sind synthetisch hergestellt wie etwa Chlorphenesin. Einige sind naturidentische Stoffe wie Benzoe- oder Sorbinsäure. Andere Stoffe sind sogenannte Parabene (siehe unten). Vor der Zulassung muss jeder Konservierungs­stoff auf seine Wirk­samkeit und Verträglich­keit geprüft werden. Bei neuen Erkennt­nissen müssen Experten ihn neu bewerten. Von einzelnen Stoffen geht ein erhöhtes Allergierisiko aus, etwa von Form­aldehyden und -abspaltern sowie von Methylisothiazolinon (MI).

Parabene. Das sind Ester und Salze der para-Hydroxybenzoesäure, die auch als klassische Konservierungs­stoffe einge­setzt werden: zum Beispiel Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-,Butyl- oder Isobutyl­paraben. Parabene werden seit den 1930er Jahren verwendet. In der Vergangenheit haben mehrere Studien ihre Sicherheit infrage gestellt. So sollen sie das Hormon­system beein­flussen können. Laut dem Bundes­institut für Risiko­be­wertung und dem Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommis­sion, SCCS, gelten Methyl- und Ethyl­paraben bei einer Konzentration bis zu 0,4 Prozent als sicher. Bei Gemischen dürfen es zusammen bis zu 0,8 Prozent sein. Die empfohlene Konzentration für Butyl- und Propylparaben liegt bei je 0,19 Prozent. Beide Stoffe werden derzeit neu bewertet. Isopropyl-, Isobutyl-, Phenyl- und Pentyl­paraben sollen nach dem Willen der EU künftig wegen mangelnder Daten verboten werden.

Alternative Konservierungs­stoffe. In Kosmetika können zurzeit 150 bis 200 alternative keimhemmende Substanzen einge­setzt werden. Sie gelten nicht als Konservierungs­stoff, solange sie eine andere Haupt­funk­tion haben – etwa als Duft­stoff oder Emulgator. Verwendet werden zum Beispiel Alkohol, Poly­alkohole, Glykole, organische Säuren wie Anissäure oder ätherische Öle und Pflanzen­extrakte, unter anderem aus Eukalyptus, Efeu, Teebaum und Rosmarin. Ihre Sicherheit ist schwer zu bewerten. Prinzipiell kann jede alternative Substanz ebenso Allergien oder andere unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 279 Nutzer finden das hilfreich.