Haut

Sie ist das größte, aber auch das vielseitigste Organ des Körpers: die Haut. Fast 500 Nervenfasern drängeln sich auf einem Quadratzentimeter. Durch sie sind Wärme, Kälte, Druck oder auch Berührungen spürbar. Doch die Haut ist nicht nur Sinnesorgan. Sie prägt auch unser Erscheinungsbild. Das nutzt die Kosmetikindustrie und bietet unzählige Pflegeprodukte – Beispiel: Anti-Age-Cremes. Doch selbst damit bleibt die Haut nicht ewig jung – auch wenn es die Werbung glauben machen will. Trotzdem können Sie mit der richtigen Pflege viel dafür tun, dass Ihre Haut gesund und schön bleibt. test.de zeigt, was die Haut braucht.

Trocken oder fettig?

Einen allgemeinen Typ gibt es nicht – jede Haut ist verschieden. Doch es gibt bestimmte Tendenzen.

Mischhaut. Je nach Hautpartie sind Talg- und Feuchtigkeitshaushalt unterschiedlich. Dadurch sind Stirn, Nase und Kinn eher fettig (T-Zone), Augen und Wangen eher trocken. Die Mischhaut ist der „normale Hauttyp“. Denn die Normalhaut aus der Werbung (rosig, matt) gibt es kaum. Eine Haut, bei der Fett- und Wasserhaushalt durchgängig ausgewogen sind, bleibt meist ein Wunschbild.

Fett-feuchte Haut (seborrhoisch). Sie erscheint dicker, großporig und fettig glänzend, da zuviel Talg produziert wird. Pickel und Mitesser kommen häufiger vor. Mit diesem Hauttyp können Sie getrost auch einmal länger in der Badewanne bleiben. Sie sollten keine rückfettenden Produkte benutzen. Diese schmieren die Poren zu, Pickel können entstehen.

Trocken-fettarme Haut (sebostatisch). Da die Talgproduktion vermindert ist, kann die Haut weniger Feuchtigkeit speichern. Sie wirkt etwas stumpf, ist meist feinporig, spannt leicht und neigt zu Fältchen. Zum Waschen eignen sich besonders fetthaltige Seifen und Syndets. Nach dem Waschen sollten Sie sich immer eincremen.

Weitere Pflegetipps:

  • Waschen. Jeder Kontakt mit Seife und Wasser laugt die trockene Haut zusätzlich aus. Einmal am Tag gründlich waschen reicht im Allgemeinen völlig aus.
  • Temperatur. Je heißer das Wasser, desto stärker ist der Fett- und Feuchtigkeitsverlust der Haut. Baden oder Duschen Sie daher nicht zu heiß. Ideal sind Temperaturen zwischen 32 und 35 Grad Celsius.
  • Menge. Benutzen Sie nicht zu viel Reinigungsmittel. Häufig wird bis zur Hautschädigung überdosiert, um reichlich Schaum zu erzeugen.
  • Einseifen. Sie müssen den Körper nicht jedes Mal von Kopf bis Fuß einschäumen. Häufig genügt es, besonders geruchsanfällige Stellen einzuseifen und den übrigen Körper mit klarem Wasser abzuwaschen.
  • Abspülen. Nehmen Sie sich Zeit, die Haut gründlich mit klarem Wasser abzuspülen – möglichst doppelt so lange wie beim Einseifen.
  • Baden. Wannenbäder trocknen die Haut zusätzlich aus. Ein Vollbad sollte nie länger als 20 Minuten dauern. Duschen Sie höchstens fünf bis zehn Minuten.
  • Gesicht. Verwenden Sie nur milde, alkoholfreie Reinigungsprodukte. Auch hier gilt: Übertreiben Sie es nicht mit der Sauberkeit. Wenn Sie kein Make-up benutzen, müssen Sie nicht jeden Tag eine „Grundreinigung“ machen.
  • Trinken. Viel trinken ist besonders wichtig für eine schöne Haut. Zwei Liter am Tag sind das Minimum. Fehlt dem Körper Feuchtigkeit, zieht er diese auch aus der Haut ab.

Sauber und rein

Für die Haut ist Duschen besser als Baden. Denn bei letzterem haben Wasser und die darin gelösten Substanzen besonders viel Zeit, feuchtigkeitsbindende Stoffe aus der Haut heraus zu lösen. Schon Wasser allein sorgt dafür, dass die Hornschicht der Haut aufweicht und kurzfristig an Widerstandskraft verliert. Dadurch wird sie trockener und empfindlicher. Auch das Gesicht muss nicht jeden Tag mit einer speziellen Waschlotion gereinigt werden. Das ist nur nötig, wenn täglich Make-up, Rouge, Puder und Lidschatten auf die Haut kommen. Allerdings gilt heute: Ein bisschen zurück gebliebenes Make-up schadet eher dem Kopfkissen als der Haut. Wichtig ist aber in jedem Fall das Eincremen nach dem Waschen.

Natur oder Chemie

Naturkosmetik oder herkömmliche Produkte – in Tests der Stiftung Warentest gab es in beiden Gruppen „gute“ Urteile. Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen. Naturkosmetik gibts vor allem in Bioläden und Reformhäusern. In Tuben und Tiegel sollen eigentlich nur natürliche Stoffe – von einigen Ausnahmen wie Konservierungsstoffe oder Lichtschutzfilter abgesehen. Allerdings kann Naturkosmetik für Menschen mit empfindlicher Haut auch problematisch sein. Denn die Pflanzensäfte und Extrakte können hautreizende Stoffe oder Allergene enthalten. Bekannt dafür sind beispielsweise Scharfgarbe, Arnika und Ringelblume, aber auch Kamille.

Gemüse und Obst

Für eine gesunde Haut ist neben der richtigen Pflege die Ernährung wichtig. So stärkt Beta-Karotin (enthalten in Mohrrüben, Aprikosen oder Paprika) die Haut und schützt sie vor UV-Strahlen. Wer lange jung aussehen möchte, sollte nicht rauchen, wenig Butter, Fleisch und Süßes essen. Ideal dagegen sind Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte und fettarme Milch. Diese Nahrungsmittel enthalten viele Stoffe, die auch vorbeugend gegen Falten sein können: Vitamin C, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Zink. Aber vor allem zu viel Sonne schadet der Haut und bringt frühzeitig Falten.

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