Niemand ist so arm, dass man ihn nicht noch übers Ohr hauen könnte. Skrupellos zocken gewerbliche Schuldenregulierer Menschen ab, die sich mit dem 1999 eingeführten Insolvenzverfahren von ihren Schulden befreien wollen. Da sollte ein Verbraucher aus dem westfälischen Borken, der Kredite über 17.000 Mark nicht mehr bedienen konnte, satte 3.500 Mark Kosten zahlen. "Soforthilfe" und "garantiert keine Ablehnung, keine Vorkosten" hatte man ihm in Zeitungsanzeigen versprochen.

Meist tritt zuerst ein Vorvermittler auf, der in Problem-Wohngebieten gezielt die Haustüren abklappert. Gegen eine Gebühr von zwei bis drei Prozent der Gesamtschuld vermittelt er einen Regulierer. Der wiederum verlangt für einen "Vermögensverwaltungsvertrag" bis zu zehn Prozent Gebühr.

Die Gegenleistung ist wertlos. Eine Umschuldung kommt nie zustande, da keine Bank einem überschuldeten Kunden frisches Geld leiht. Für das Verbraucherkonkursverfahren wird dann ein teurer Anwalt vermittelt, der eng mit den Abzockern zusammenarbeitet. Danach wird ein Zahlungsplan erstellt und der Schuldner überweist Monatsraten an den Regulierer. Der verteilt das Geld an die Gläubiger, zieht aber vorher seine Gebühr ab. Ein anderer Trick: Das Opfer soll in einen Hilfsfonds einzahlen oder einem Verein beitreten, der später die Schulden übernimmt. Die versprochenen Gewinne von 500 Prozent sind jedoch völlig überzogen. Oft werden zusätzlich überflüssige Versicherungen verkauft.

Unser Rat: Nie auf Anzeigen von Schuldenregulierern reagieren ­ auch nicht, wenn dort mit "staatlich anerkannt" geworben wird. Die Verbraucherzentralen helfen kostenlos oder vermitteln an Schuldnerberatungsstellen, die gratis arbeiten.

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