Jetzt müssen Kunden noch genauer hinschauen, wenn irgendetwas richtig billig ist. Immer mehr Händler werben mit so genannten Koppelgeschäften: zum Beispiel mit Fernsehern für nur 1 Euro – wenn der Kunde gleichzeitig einen Stromliefervertrag unterschreibt. Bisher haben die Gerichte so etwas untersagt, weil der Kunde geködert wird, ohne den Preis des Gesamtangebots zu kennen. Jetzt sieht der Bundesgerichtshof (BGH) in dieser Rechtsprechung zu viel Verbraucherschutz. Nach dem Ende der Zugabeverordnung gebe es nun mehr Werbefreiheit, meinen die Richter.

Da dürfen Kunden gespannt sein: Zehn weitere Verfahren liegen beim BGH. Sogar Bargeld wollen manche Händler ihren Kunden „schenken“, wenn die sich auf undurchsichtige Koppelgeschäfte einlassen. Immerhin hat das Gericht klargemacht, dass solche Angebote „ein erhebliches Potenzial für Irreführung und Preisverschleierung“ haben. Deshalb sollen Händler nicht nur den Preis für das günstige Angebot herausstellen, sondern auch den des anderen Teils.

Dabei reicht es nicht, nur aufs Kleingedruckte zu verweisen, wie der Media-Markt für seinen 1-DM-Fernseher plus Stromvertrag. Dagegen bekam die etwas anders gestaltete Werbung von Saturn, die auf die Kosten für den Stromvertrag hinwies, den höchstrichterlichen Segen (BGH, Az. I ZR 71/ 01, 72/01, 173/01).

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