Kopfläuse Special

Die kalte Jahreszeit ist ideal für Läuse – über Mützen, Schals und Kapuzen wandern sie leicht von Kopf zu Kopf. Die Blutsauger befallen meist Kinder. Die Stiftung Warentest hat 13 Mittel für die Behandlung von Läusen neu bewertet und klärt auf, wie sich die Plage bekämpfen lässt.

Läuse wandern von zu Kopf zu Kopf

Kopfläuse Special

Kopfäuse sind millimeterkleine Blutsauger, die vor allem Kindern auf den Köpfen herumtanzen. Die Betroffenen und ihre Angehörigen brauchen sich nicht vorzuwerfen, die Körperpflege vernachlässigt zu haben. Selbst bei sorgfältiger Hygiene verbreiten sich die grau-braunen Plagegeister rasant. In Mitteleuropa spielen sie als Krankheitsüberträger zwar keine Rolle, aber ihr Speichel löst einen lästigen Juckreiz aus. Läuse wandern meist von Kopf zu Kopf. Leichtes Spiel haben sie bei Kindern, die ihre Köpfe dicht zusammen stecken. In wenigen Tagen können ganze Kindergartengruppen und Schulklassen befallen sein. Die Plage lässt sich nur bekämpfen, wenn jeder Betroffene konsequent dagegen vorgeht. Eine erfolgreiche Behandlung umfasst in der Regel zwei Schritte: die zweimalige Anwendung eines zugelassenen Mittels und das regelmäßige Auskämmen der Haare mit einem Läusekamm. Diese Prozedur dauert bis zu 17 Tage.

Aktuelle Bewertung von 13 Läusemitteln

Die Stiftung Warentest hat im Portal „Medikamente im Test“ aktuell 13 Mittel für die Läusebehandlung bewertet und gibt zahlreiche Infos über die Mittel und deren Wirkstoffe.

Altbewährte Insektizide wirken zuverlässig

Zu den altbewährten Läusekillern zählen Insektizide, also Insektenvernichtungsmittel. Sie enthalten natürliches Pyrethrum aus Chrysanthemen oder synthetische Pyrethroide wie Permethrin. Korrekt angewendet vernichten diese Mittel die Läuse samt Eiern und Larven zuverlässig. Manche Menschen reagieren allerdings allergisch auf die Präparate. Die Anwendungshinweise müssen strikt beachtet werden: Fehler können zu Nervenschädigungen führen oder Läuse resistent machen.

Neuere Mittel ersticken die Läuse

Seit einigen Jahren etablieren sich in Deutschland Mittel zur Läusebehandlung, die physikalisch wirken: Sie verkleben den Läusen die Atemwege, so dass sie ersticken. Diese Mittel basieren auf Ölen – auf Dimeticon, einem dünnflüssigen Siliconöl, auf Kokosöl oder auf Mischungen von natürlichen Ölen. Die Präparate gelten nicht als Arzneimittel, sondern als Medizinprodukte. Noch ist nicht ausreichend geklärt, ob die neuen Mittel in ihrer Wirksamkeit an die Insektizide heranreichen. Die Experten der Stiftung Warentest haben deshalb die Mittel mit dem Wirkstoff Dimeticon als „mit Einschränkung geeignet“ bewertet. Andere physikalische Mittel stuften sie als „wenig geeignet“ ein. Sie enthielten zum Beispiel Ylang-Ylang-Öl, das ein hohes Allergiepotenzial birgt. Grundsätzlich begrüßen die Experten physikalische Mittel, weil die Läuse gegen die chemischen Wirkstoffe zunehmend widerstandsfähig werden.

Problematische Sprays

Sprays gegen Läuse bewerten die Experten der Stiftung Warentest als kritisch. Wenn jemand den Sprühnebel einatmet, kann das die Schleimhäute reizen, allergische Reaktionen und Asthmaanfälle auslösen.

Ein guter Läusekamm muss sein

Wer direkt oder indirekt mit Läusen zu tun hat, sollte sein Haar regelmäßig auskämmen. Dazu empfiehlt sich ein spezieller Läusekamm. Er entfernt die Läuse besonders gut, wenn man ihn durch das nasse Haar zieht. Doch Kamm ist nicht gleich Kamm. test.de gibt allgemeine Tipps und zeigt, welche Läusekämme 2008 getestet wurden.

Lausbefall melden

Läuse, Eier (Nissen) oder Larven – wer sie bei sich oder seinem Kind bemerkt, muss handeln: An erster Stelle steht, die Läuse mit einem entsprechenden Mittel und Kämmen sofort zu bekämpfen. Mütter und Väter sind verpflichtet, Kindereinrichtungen und Schulen über den Lausbefall zu informieren – das gilt auch noch nach der Behandlung. Ein ärztliches Attest ist oft nicht nötig. Die Eltern müssen aber bestätigen, dass sie eine Erstbehandlung durchgeführt haben. Die Kinder können dann die Gemeinschaftseinrichtungen wieder besuchen. Deren Leiter müssen aber das Gesundheitsamt und die anderen Eltern über die Plage verständigen.

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