Auf einem Kontoauszug muss der Betrag stehen, der tatsächlich auf dem Konto ist. Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil (Az. I ZR 87/04) Kontoauszüge als irreführend bezeichnet, auf denen Beträge stehen, die zwar gebucht, aber noch nicht wertgestellt sind. Die Banken müssen deutlich machen, ob ein Betrag zunächst nur dem Konto zugeordnet (gebucht) oder ob er bereits dem Konto gutgeschrieben (wertgestellt) ist.

Ein Kunde hatte im verhandelten Fall am 28. Februar einen Kontoauszug gezogen, der deutlich hervorgehoben ein Guthaben von 119 Euro auswies. Darin waren aber 97 Euro enthalten, die zwar schon gebucht, aber erst am 3. März wertgestellt wurden. Der Kunde hatte am 28. Februar also nur ein Guthaben von 22 Euro. Er hob 110 Euro ab und sollte nun für die Zeit bis 3. März Sollzinsen zahlen. Die Richter gaben dem Kunden recht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 363 Nutzer finden das hilfreich.