Konto geplündert Meldung

Die angebliche Sicherheit der Pin-Geheimzahl gerät ins Wanken. Das Landgericht Osnabrück entschied: Es ist nicht automatisch Schuld des Kunden, wenn Diebe mit seiner gestohlenen Maestro-Karte (früher ec-Karte) Bares ziehen. In diesem Fall wurden viermal 500 Euro abgehoben, immer bei auf Anhieb fehlerfreier Pin-Eingabe. Das gehe nur, wenn der Kunde die Zahl grob fahrlässig irgendwo notiert habe, meinte die Bank – nicht aber die Richter: Der Dieb habe die Pin auch ausspähen können. So gab es Fälle, wo Täter Geldautomaten manipulierten oder Videokameras einsetzten. Außerdem stehen in vielen Geschäften Terminals ohne Sichtschutz, wo Fremde die Pin-Eingabe sehen können. Daher tauge die Annahme, bei korrekter Pin sei immer der Kunde schuld, nicht als Anscheinsbeweis (Az. 7 S 641/02). Da viele Gerichte aber weiter damit arbeiten, will die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nun eine Klärung vorm Bundesgerichtshof erreichen. Sie hat 800 Fälle gesammelt, wo Verbraucher versichern, die Pin sorgfältig verwahrt zu haben.

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