Konto für Kinder und Jugend­liche Bei diesen Banken ist das Konto gratis

Konto für Kinder und Jugend­liche - Bei diesen Banken ist das Konto gratis
Bank­konto. Giro­konten für Kinder und junge Leute sind meistens kostenlos. © Getty Images / Francesco Carta

Ein Giro­konto ist ein guter Start ins Finanzleben. Bei 100 Banken im Test ist es mindestens bis Ausbildungs­ende kostenlos. Hier lesen Sie den Testbe­richt aus Finanztest 2/2019. Viele enthaltene Informationen sind, Stand Juni 2021, noch aktuell. Den neuesten Stand der Angebote zeigt unsere Tabelle Jugendgirokonten.

Konto für Kinder und Jugend­liche Testergebnisse für 206 Jugend­girokonten

Inhalt

Wenn das Spar­schwein nicht mehr reicht

Das blaue Spar­schwein von Janis Peleikis drohte zu platzen: Über Jahre hatten sich darin Münzen und kleine Geld­scheine gesammelt. „Ich hatte gar keinen Über­blick, wie viel ich schon gespart hatte und wollte endlich ein eigenes Konto“, sagt der 14-jährige Schüler aus Potsdam. Gesagt, getan: Der Vater vereinbarte für die Konto­eröff­nung einen Termin bei der Sparkasse vor Ort.

Giro­konten für Kinder und junge Leute bieten alle Banken an.* Wir wollten wissen, ob und zu welchen Bedingungen Kinder, Schüler, Auszubildende und Studenten bei Banken ein Konto eröffnen können. Mehr als 100 Banken haben uns ihre Konditionen genannt.

Unser Rat

Kostenlos.
Giro­konten für Kinder und Jugend­liche sollten inklusive Debitkarte (Girocard, früher EC-Karte) zum Konto gratis sein. Alle Konten in der Tabelle erfüllen das. Für reisende Jugend­liche ist ein Konto das beste, das kostenloses Geld­abheben im Ausland ermöglicht. Wichtig ist immer ein Geld­automat zum kostenlosen Abheben in Wohn­ortnähe, denn an fremden Auto­maten ist das teuer. Für Kinder und Jugend­liche ist auch eine Filiale für Nach­fragen hilf­reich.
Online­konto.
Alle Konten im Test können auch als reines Online­konto geführt werden. Das ist vor allem für das Bezahlen von Rechnungen zu empfehlen. Denn Über­weisungen auf Papier sind zum Teil sehr teuer.
Alters­grenze.
Die meisten Jugend­girokonten sind nur bis zu einem bestimmten Alter kostenlos. Danach können Gebühren fällig werden. Darüber informieren die Banken aber in der Regel recht­zeitig.

Gratiskarte und viele Auto­maten

Die Haus­bank der Eltern kommt dann infrage, wenn auch alle anderen Kriterien zum jungen Kunden passen. So sollte nicht nur die Konto­führung gratis sein, sondern auch die Karte zum Konto. Alle Banken in der Tabelle erfüllen das und stellen auch keine anderen Bedingungen – wie den Kauf eines Genossen­schafts­anteils oder einen regel­mäßigen Geld­eingang.

Außerdem sollte die Bank genügend Auto­maten fürs kostenlose Geld­abheben bieten. Wer Bargeld an einem Geld­automaten zieht, der nicht zur eigenen Bank oder zum Banken­verbund gehört, muss dafür bezahlen. Pro Abhebung können das bis zu 5 Euro sein.

Janis Peleikis hat das nahezu perfekte Konto für sich bei der Mittel­brandenburgischen Sparkasse (MBS) in Potsdam gefunden: Das CashXtra-Konto bietet kostenlose Konto­führung, Gratis-Debitkarte (Girocard, früher EC-Karte) und viele Geld­automaten vor Ort – bundes­weit sind es 25 700 Sparkassen-Auto­maten. Oben­drein zahlt die Bank für bis zu 1 500 Euro Guthaben auf dem Konto 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr.

Zinsen zahlen im Test zwar noch weitere 70 Banken, meistens aber nur 0,5 Prozent oder weniger, Sie sind damit kaum nennens­wert. Höhere Zinsen zahlen einige regionale Banken nur auf bestimmte Höchst­beträge, wie die Hamburger Volks­bank: Sie gibt 3 Prozent für Guthaben bis 500 Euro. Ebenfalls 3 Prozent bietet die Förde Sparkasse (Mein­Konto Knax) für höchs­tens 1 000 Euro. Das gibt es auf keinem Erwachsenen­konto. Allerdings profitieren davon nur Kunden aus den jeweiligen Geschäfts­gebieten.

Das richtige Alter

Konto für Kinder und Jugend­liche - Bei diesen Banken ist das Konto gratis
Über­blick behalten. Mit der Banking-App der Sparkassen kann der Schüler den Konto­stand checken, Umsätze nach­voll­ziehen und sich über jede Konto­bewegung informieren lassen. © LOX FOTO, Ralf-Henning Lox

Den idealen Zeit­punkt für das erste Giro­konto gibt es nicht. Viele Banken im Test eröffnen Konten von Geburt an, andere erst für Schul­kinder und manchmal muss das Kind mindestens zwölf Jahre alt sein. Insbesondere Direkt­banken – also ohne Filiale – eröffnen sogar erst für Voll­jährige ein Giro­konto.

Wann ihr Kind bereit für ein eigenes Konto ist, entscheiden Eltern am besten anhand der Entwick­lung des Kindes. Der Branchen­verband Deutsche Kredit­wirt­schaft empfiehlt: „Kinder ab zwölf Jahre haben in der Regel die Fähig­keit, eigen­ver­antwort­lich über das eigene Geld zu verfügen.“ Eltern könnten das monatliche Taschengeld regel­mäßig per Dauer­auftrag auf das Konto ihres Kindes über­weisen und junge Menschen lernten so den Umgang mit Konto und Karte.

Über ein regel­mäßiges Taschengeld will auch Janis demnächst mit seinen Eltern verhandeln: „Dann muss ich nicht immer nach­fragen, wenn ich mir etwas kaufen will.“

Zur Konto­eröff­nung gehen beide Eltern mit dem Kind in die Filiale – möglichst nachdem sie einen Termin vereinbart haben. Dort müssen sich alle ausweisen (Wichtige Papiere). Manche Banken erlauben, dass erst ein Eltern­teil mit dem Kind die Konto­eröff­nung erledigt und der andere an den Tagen danach seine Unter­schriften dort leistet. Anderen genügt es, wenn einer vom anderen eine Voll­macht zur Konto­eröff­nung mitbringt.

Die MBS in Potsdam bestand darauf, dass Mutter und Vater bei dem Termin anwesend sind. Zuerst wurde für die Eltern jeweils ein Daten­blatt angelegt, dann mussten viele Formulare unter­schrieben werden, unter anderem Einverständnis­erklärung zur Konto­eröff­nung, Frei­stellungs­auftrag für die Zinsen, Daten­schutz­erklärung.

Der Pots­damer Schüler entschied sich gleich bei der Konto­eröff­nung, sein Konto auch online zu nutzen und ließ sich die Banking-App erklären. Er kann damit den Konto­stand checken, Umsätze nach­voll­ziehen, Über­weisungen erledigen und sich über jede Konto­bewegung informieren lassen. Nach etwa vier Tagen kamen die Zugangs­daten für das Konto per Post, weitere vier Tage später die Debitkarte. Allgemein dauert das etwa zehn Tage.

Mit dieser Plastikkarte kann Janis künftig Geld abheben – kostenlos über­all in Deutsch­land, wo das rote S der Sparkassen prangt. Er kann die Karte aber auch im Ausland nutzen, wo das Maestro-Zeichen (roter und blauer Kreis) am Auto­maten erscheint. Dann kostet jede Abhebung 5,50 Euro. Am Anfang können Eltern bei vielen Jugend­konten für Bargeld­abhebungen Höchst­beträge pro Woche oder Monat fest­legen.

Der Hobby­fußballer kann mit der Debitcard zum Konto auch im Laden bezahlen – sogar kontaktlos, wie das „Funk­wellen­symbol“ auf der Karte verrät. Es besteht keine Gefahr, dass er dabei mehr ausgibt, als sein Konto hergibt. Giro­konten für Minderjäh­rige führen alle Banken nur auf Guthabenbasis. Einen Dispositions­kredit, bei dem das Konto ins Minus rutscht, gibt es erst für Voll­jährige – meist auch erst, wenn sie ein regel­mäßiges Einkommen haben.

Kreditkarten für Auslands­reisen

Eine Kreditkarte zum Giro­konto gibt es für Minderjäh­rige aber schon. Das ist dann eine Prepaid-Kreditkarte auf Guthabenbasis: Der Konto­inhaber kann damit nur so viel ausgeben, wie er vorher auf die Karte geladen hat. Nur 28 von 112 Banken im Test haben dieses Angebot nicht. Bei 30 Banken ist die Prepaid-Kreditkarte kostenlos, ansonsten reicht die Spanne von 5 bis 42 Euro pro Jahr.*

Prepaid-Kreditkarten sind gut geeignet für Kinder und Jugend­liche auf Reisen. Eltern können von zu Hause Geld auf die Karten laden, falls das Guthaben nicht reicht. Manchmal lässt sich damit kostenlos Bargeld am Auto­maten ziehen (Testergebnisse).

Wenn der Pots­damer Schüler im Sommer 2019 mit seiner Fußball­mann­schaft nach England fährt, kann er nur seine Debitkarte nutzen. Eine Kreditkarte zum kostenlosen Geld­abheben gibt es bei seiner Sparkasse erst ab 18 Jahren und für 75 Euro pro Jahr. Aber der Anfang ist erst mal gemacht: Aus dem blauen Spar­schwein wanderten 200 Euro in Scheinen und 150 Euro in Münzen auf sein neues Giro­konto.

Dieser Text ist aus Finanztest 2/2019 über­nommen. Die darin genannten Konditionen sind, Stand 1. April 2020, aber noch aktuell.

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28 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Tobias_74 am 13.04.2022 um 09:12 Uhr
Neobanken / Taschengeld Apps

@Stiftung_Warentest
Neuerdings gibt es auch spezielle Angebote für Kids von Neobanken wie Revolut Junior, Pockid oder die Bling Card. Es lohnt sich diese Angebote in den Vergleich aufzunehmen.

michaelfischer am 02.03.2022 um 09:15 Uhr
Kinderkonto - Unterschrift vom Kind

@Stiftung_Warentest
Herzlichen Dank für Ihre schnelle und kompetente Abtwort! Dann steht einer Eröffnung des Kinderkontos nichts mehr im Weg.

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.02.2022 um 12:46 Uhr
Kinderkonto - Unterschrift vom Kind

@michaelfischer: Formal rechtlich können die sorgeberechtigten Eltern auch ohne die Zustimmung / Unterschrift des Kindes ein Kinderkonto eröffnen. Warum Ihre Sparkasse auf jeden Fall die Unterschrift des Kindes verlangt, bitten wir konkret vor Ort nachzufragen.
Bedenklich finden wir den Einbezug des Kindes nicht, da der Kontovertrag ohne die Genehmigung der Eltern nicht zustande kommt. Wenn diese die Vertragsbedingungen akzeptieren, ist das Kind daran gebunden, unabhängig davon, ob die Sorgeberechtigten allein unterschrieben haben oder gemeinsam mit dem Kind.

michaelfischer am 26.02.2022 um 14:30 Uhr
Kinderkonto - Unterschrift vom Kind

Hallo,
wir wollen für unsere Tochter bei der örtlichen Sparkasse ein Kinder-Girokonto eröffnen, um sie langsam an den Umgang mit Konto, Karte und Onlinebanking zu gewöhnen. Wir haben alles in die Wege geleitet und waren zur Legitimation auch auf der Bank. Das Vertragwerk (insgesamt mehr als 50 Seiten) wurde uns jetzt nach wenigen Tagen zur Interschrift zugeschickt. Die Bank verlangt jedoch nicht nur von uns Eltern mehrere Unterschriften, sondern auch von unserer Tochter. Sie ist in ihrem zarten Alter von 11 Jahren jedoch unmöglich in der Lage dieses komplexe Vertragswerk zu verstehen. Deshalb haben wir Eltern höchste Bedenken unsere Tochter diesen Vertrag wirklich unterschreiben zu lassen. Ist es wirklich übli h, dass die Bank die Unterschrift eines 11-jährigen Kindes verlangt? Oder reicht es, wenn die gesetzlichen Vertreter unterzeichnen.

fbir am 06.09.2021 um 11:25 Uhr
Ostsee Sparkasse RO - Online Banking eingeschränkt

Hallo,
wollte gerade das OK-Konto mit Online-Banking Zugriff des Kindes beantragen. Lt. Hotline geht das nur in der Filliale vor Ort wenn die Erziehungsberechtigten nicht ebenfalls Kunden sind.
Damit sollte das Konto nicht uneingeschränkt als Bundesweites Angebot beworben werden dürfen, da es zur bundesweiten vollen Nutzung Einschränkungen gibt. Bitte in der Datenbank anpassen.
Höchstalter ist für das OK-Konto auch immer 17 Jahre - Danach muss auf ein anderes Kontomodell gewechselt werden.