Überwachung: Informationen ohne Grenzen

Mit der Einführung einer Personenkennziffer können die Ämter ihre Kontrollen ausweiten.

Steuernummer: Jeder Bürger soll noch in diesem Jahr eine persönliche Steuer­identifikationsnummer (Tax Identification Number, kurz Tin) bekommen. Sie wird zentral verwaltet, ein Leben lang gespei­chert und erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht. Die bundeseinheitliche Nummer soll die alte Steuernummer ersetzen. Sie wird nicht dauerhaft vergeben, sondern bei Umzügen je nach Bundesland und Finanzamt neu erteilt. Doch bis es so weit ist, müssen die 5 500 Meldebehörden die Daten von Dubletten und Karteileichen bereinigen und an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Das soll bis 30. September 2007 abgeschlossen sein.

Auslandskonten: Sie bleiben nicht unentdeckt. Zwar können die deutschen Finanzämter sie nicht direkt abfragen, aber seit 1. Juli 2005 werden ihnen Kapitalerträge gemeldet, die Deutsche in anderen EU-Staaten erzielen: Name, Anschrift und Kontonummer sowie der Gesamtbetrag. Ausnahmen sind Österreich, Belgien und Luxemburg, die keine Mitteilungen verschicken, dafür aber Quellensteuer verlangen: derzeit 15 Prozent, 20 Prozent ab 2008 und 2011 sogar 35 Prozent. Die Quellensteuer wird ohne Nennung der Zahler anonym nach Deutschland überwiesen. Auch die Schweiz, Liechtenstein und Monaco führen die anonyme Quellensteuer nach Deutschland ab.

Erbschaften: Nicht selten stoßen Erben auf Fälle von Steuerhinterziehung – und auch das Finanzamt. Denn bei Erbfällen müssen Banken die Daten melden. Die Behörde kassiert dann für die letzten zehn Jahre nach, zuzüglich Zinsen.

Immobilienkauf:  Die Neugier der Prüfer weckt, wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, ohne dass klar ist, woher das Geld dafür kommt. Bau- und Denkmalbehörden melden Baugeneh­mi­gungen dem Finanzamt. Auch Notare müssen Grundstücksübertragungen melden.

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