Handy ans Terminal halten – bezahlt. Hier finden Sie alle Infos rund ums kontaktlose Bezahlen.

Kontaktlos bezahlen in Sekunden­schnelle – das geht dank der NFC-Technik – und wird gerade in Corona-Zeiten immer wichtiger. Die Abkür­zung steht für Near Field Communication – „Nahfeld­kommunikation“. Das funk­tioniert mit vielen Giro- oder Kreditkarten und mit Smartphone oder Smartwatch: Neben Apple Pay und Google Pay bieten Sparkassen, Volks- und Raiff­eisen­banken, Post­bank und Deutsche Bank Apps für das mobile Bezahlen an. Die Experten der Stiftung Warentest beant­worten hier die wichtigsten Fragen.

Kontaktlos oder mobil bezahlen – das Wichtigste in Kürze

Das sollten Sie wissen

Bezahlen mit der Karte. Kontaktloses Bezahlen ist mit allen Girocards und Kreditkarten möglich, die einen NFC-Chip besitzen. Als Kunde müssen Sie dafür Ihre Karte nah an die Kontakt­stelle des Kassen­terminals halten. So können Sie in der Regel Beträge bis 25 Euro bezahlen – ohne Pin oder Unter­schrift. Zahlen Sie mehr­mals hinter­einander kontaktlos, wird die Eingabe der Pin auch verlangt, wenn der Betrag unter 25 Euro liegt. Die Sicher­heits­abfrage der Geheimzahl ist spätestens nach der fünften kontaktlosen Zahlung fällig. Die Finanz­dienst­leister können fest­legen, dass aber schon nach der dritten Zahlung ohne Pin erfolgt.

Bezahlen per Smartphone. Mit Apps wie „Apple Pay“ und „Google Pay“ oder Banken-Apps wie „Mobiles Bezahlen“ der Sparkassen oder „Post­bank Finanz­assistent“ können Sie mit Ihrem Smartphone oder Ihrer Smartwatch kontaktlos bezahlen. Dafür muss Ihre Bank mit diesen Dienst­leistern koope­rieren. Das tut nicht jede Bank. Weitere Voraus­setzung: Smartphone oder Smartwatch müssen mit einem NFC-Chip ausgestattet sein. Im Handytest der Stiftung Warentest können Sie sehen, welche Geräte das sind.

Kunden-Apps. Eine Besonderheit sind Kunden-Apps etwa von Edeka oder Payback. Hier funk­tioniert kontaktloses Bezahlen auch ohne NFC-Technologie. Allerdings sollten Sie als Kunde wissen, dass solche Anbieter jede Menge Kunden­daten sammeln.

Frische Test­ergeb­nisse. Unser Test Bezahlen mit dem Handy (12/2019) befasst sich mit Sicherheit, Allgemeinen Geschäfts­bedingungen, Daten­sende­verhalten und Daten­schutz­erklärungen von zwölf populären Bezahl-Apps.

Bezahlen mit der Swatch. Ende 2019 ist in Deutsch­land der Schweizer Bezahl­dienst Swatch-Pay gestartet. Das Besondere daran: Kunden können mit einer analogen Uhr zahlen, die mit einem NFC-Chip ausgestattet sind. Da es die Uhren schon ab 75 Euro gibt, sind sie weit­aus güns­tiger als Smartwatches. Welche Vorteile und Schwächen dieses Bezahl-Verfahren erfahren Sie in unserem Schnell­test Swatch-Pay

Sicherheit. Girocard und Kreditkarten sind auch mit der Kontaktlos-Funk­tion – erkenn­bar an den aufgedruckten Funk­wellen – sichere Zahlungs­mittel. Miss­brauch erschweren Sie, wenn Sie die Karten sorgfältig aufbewahren und die Geheim­nummern keinem verraten. Beim Zahlen mit Smartphone oder Smartwatch werden Zahlungs­daten durch die sogenannte Tokenization abge­sichert. Kreditkarten- oder Konto­nummer der Kunden bleiben stets geheim. Kontrollieren Sie bei beiden Zahlungs­arten die Konto­bewegungen regel­mäßig, damit Sie falsche Abbuchungen sofort melden können.

Sperre. Lassen Sie eine Kontaktlos-Karte sofort sperren, wenn Sie sie verloren haben oder sie Ihnen gestohlen wurde. Das geht meist über den zentralen Sperr­notruf 116 116, der rund um die Uhr erreich­bar ist. Geht Ihr ­Smartphone oder Ihre Smartwatch verloren, melden Sie das Ihrer Bank oder ­Ihrem Finanz­dienst­leister.

Weitere Tests und Vergleiche. Auf test.de finden Sie einen großen Vergleich von Kreditkarten, und auch Girokonten testet die Stiftung Warentest regel­mäßig.

nach oben

Häufiger kontaktlos zahlen wegen Corona

Immer mehr Deutsche vermeiden während der Corona-Krise den Griff zu Bar- und Wechselgeld und zahlen kontaktlos. In den vergangenen Tagen wurde mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durch­geführt, wie die Deutsche Kredit­wirt­schaft (DK) gegen­über der Deutschen Presse Agentur erklärte. Im Dezember 2019 lag der Anteil der kontaktlosen Zahlungen mit Girocards noch bei 35 Prozent.

Anbieter erhöhen Limit

Bei den Kreditkarten­anbietern Amex, Mastercard und Visa gilt bereits das Limit von 50 Euro für kontaktlose Zahlungen ohne Eingabe der Pin. Die Deutsche Kredit­wirt­schaft gab bekannt, dass bei Zahlungen mit der Girocard ebenfalls das Limit von 25 auf 50 Euro erhöht worden ist. Bis das flächen­deckend bei allen Händ­lern umge­setzt ist, könne es aber noch einige Wochen dauern, teilt die Deutsche Kredit­wirt­schaft mit.

nach oben

Kontaktlos zahlen mit Kredit- oder Girokarte

Neue Karten werden auto­matisch mit Kontaktlos-Funk­tion ausgegeben.

Die meisten Kredit- oder Girokarten besitzen bereits einen NFC-Chip. So ist etwa seit 2017 jede von der Volks- und Raiff­eisen­banken ausgegebene Bank­karte mit einem NFC-Chip ausgestattet. Der Bundes­verband dieser Bankengruppe schätzt, dass die voll­ständige Umstellung 2020 erreicht ist. Alle 4,3 Millionen Master- und Visa-Kreditkarten der genossenschaftlichen Bankengruppe sollen bis spätestens 2021 kontaktlos funk­tionieren.

Umstellung auf kontaktlose Karten bei Sparkassen auto­matisch

Auch die Sparkassen ziehen mit. Laut Deutschem Sparkassen- und Giro­verband waren im Mai 2018 bereits die Hälfte aller Sparkassen-Karten mit einem NFC-Chip ausgestattet. Sparkassen­kunden, deren Karte demnächst ungültig wird oder die ihre Karte verloren haben, bekommen auto­matisch eine Nach­folgekarte mit Kontaktlos-Funk­tion. Wer noch keine hat und nicht warten möchte, kann auch eine NFC-fähige Karte bei seiner Sparkasse bestellen.

nach oben

Welche Karten geeignet sind

Girocard kontaktlos

Die Girocard wird um die NFC-Zahlungs­funk­tion erweitert. Aufladen ist nicht mehr notwendig. Die Zahlung erfolgt wie beim Einstecken der Karte in das Kassen­terminal: Der Betrag wird vom Konto abge­bucht. Ende 2018 befanden sich bereits etwa 55 Millionen kontaktlose Girokarten der Banken und Sparkassen im Umlauf.

Girogo

Girogo ist die seit mehr als 15 Jahren bekannte Geldkarten­funk­tion, kombiniert mit der NFC-Technologie auf Ihrer Girocard. Vor dem Bezahlen müssen Sie den Kartenchip aufladen, zum Beispiel am Bank­automaten. Die Höchst­summe ist 200 Euro. Rund 45 Millionen Girocards sind mit Girogo ausgestattet. Deutsch­land­weit können Sie damit bei 16 000 Händ­lern zahlen, darunter Drogerien, Tank­stellen und Lebens­mittel­märkte.

Mastercard und Visa kontaktlos

Auch mit Kreditkarten können Kunden seit vielen Jahren kontaktlos bezahlen. Die Zahlung erfolgt wie sonst beim Einstecken der Karte in das Kassen­terminal: Der Betrag wird über die Kreditkarten­abrechnung vom Konto abge­bucht.

nach oben

Kontaktlos bezahlen mit dem Handy

Die meisten aktuellen Handys sind mit NFC-Schnitt­stellen zum kontaktlosen Bezahlen ausgestattet.

Um an einem der 800 000 NFC-Terminals in Deutsch­land mit Smartphone oder Smartwatch zu zahlen, müssen einige Voraus­setzungen erfüllt sein. IPhone-Nutzer können etwa an NFC-Schnitt­stellen nur mit Apple Pay zahlen, für Hand­ynutzer mit Android-Smartphone kommen verschiedene Banken-Apps und Google Pay in Frage. Kunden, die die Technik nutzen wollen, müssen zuvor die Daten der Kreditkarte einer koope­rierenden Bank in die App laden. Die Zahlung selbst läuft ähnlich wie bei einer Karte mit Kontaktlos-Funk­tion: einfach durch Davor­halten des Geräts an das Kassen­terminal (zum Test Bezahlen mit dem Handy).

Google Pay koope­riert mit Part­nerbanken und Paypal

Die Anzahl der Banken und Finanz­dienst­leister, mit denen Google Pay koope­riert, ist im letzten Jahr gewachsen: Mit dabei sind etwa Comdirekt, Commerz­bank, DKB, Klarna und N26. Seit Oktober 2018 koope­riert Google Pay auch mit Paypal: Jetzt können Besitzer eines Android-Handys Google Pay nutzen, die keine Kreditkarte koope­rierender Banken oder Finanz­dienst­leister besitzen.

Apple Pay seit Dezember 2018 auch in Deutsch­land

Auch Konkurrent Apple bietet mit Apple Pay eine vergleich­bare Bezahl-App an. Sie ist seit Dezember 2018 auf dem deutschen Markt verfügbar. Als Partner konnte Apple Pay bisher unter anderem die Comdirekt, Deutsche Bank, Hypo­ver­eins­bank, ING und N26 gewinnen. Seit Dezember 2019 koope­rieren auch die Sparkassen, Commerz­bank, Noris­bank und LBBW mit Apple Pay. Seit Ende August 2020 können Sparkassen-Kunden mit iPhone oder Apple Watch über die Girocard kontaktlos zahlen. Dazu müssen sie die Karten­daten in der Apple-Wallet hinterlegen. Bis dahin waren Apple-Pay-Zahlungen bei den Sparkassen nur über Kreditkarten möglich.

Auf iPhones läuft nur Apple Pay - vielleicht nicht mehr lange

Für iPhone-Besitzer bleibt bisher noch Apple Pay die einzige Option für mobiles Bezahlen an NFC-Schnitt­stellen, denn anders als bei Android-Smartphones können die Banken für das iPhone keine eigenen Apps zum mobilen Bezahlen anbieten. Apple verweigert ihnen noch den Zugriff auf den einge­bauten NFC-Chip, über den die Karten­daten an das Kassen­terminal über­tragen werden. Doch das wird sich bald ändern.

Einem Mitte November 2019 im Bundes­tag beschlossenen Gesetz­entwurf zufolge sind Dienst­leister wie Apple oder Google künftig verpflichtet, ihre Services an Banken oder andere Finanz­dienst­leister „gegen angemessenes Entgelt unver­züglich und unter Verwendung angemessener Zugangs­bedingungen zur Verfügung zu stellen“.

Banken bringen eigene Apps an den Start

Es müssen nicht unbe­dingt die Apps der US-Giganten Google und Apple sein, einige Banken haben eigene Bezahl-Apps entwickelt. Seit Mitte 2018 bieten die Sparkassen ihren Kunden eine App für Android-Smartphones an. Diese ist im Play Store unter dem Namen „Mobiles Bezahlen“ verfügbar. Nutzer können hier nicht nur die Daten ihrer Kreditkarte, sondern auch die ihrer Sparkassen-Girocard hinterlegen. Ebenfalls seit Mitte 2018 bieten auch die meisten Volks- und Raiff­eisen­banken für ihre Kunden das mobile Bezahlen an. Sie können über die Digitale-Karten-App in Verbindung mit der VR-Banking-App ihre Giro-, Master- oder Visakarte hinterlegen. Auch die Deutsche Bank, die Post­bank und die Fidor Bank haben bereits seit längerem eine Funk­tion zum mobilen Bezahlen in ihre Banking Apps integriert.

Alternativen zu NFC

Kontaktlos mit ihren Geräten zahlen können auch Smartphone-Besitzer, deren Banken keine eigenen Bezahl-Apps anbieten und nicht mit Apple Pay oder Google Pay koope­rieren. Kunden-Apps von Anbietern wie Edeka, Netto oder Payback funk­tionieren ohne NFC-Technik. Kunden müssen bei diesen Apps beispiels­weise im Geschäft einen Code anfordern, den sie an die Kontakt­stelle des Kassen­terminals halten.

nach oben

Google Pay und Apple Pay auf dem Smartphone einrichten

In wenigen Schritten akti­vieren Sie die Bezahl­funk­tion Ihres Android-Smartphones oder iPhones:

Schritt 1. Je nach Smartphone verwenden Sie Google Pay (Geräte mit Android-Betriebs­system) oder Apple Pay (iPhones). Ob das jeweilige System mit Ihrer Bank funk­tioniert, können Sie auf deren Webseite heraus­finden oder Sie fragen Ihren Kundenberater. Bei Google Pay können Sie alternativ auch ein Paypal-Konto mit jeglichem hinterlegten Bank­konto verwenden.

Schritt 2. Auf ­iPhones öffnen Sie zum Einrichten die App „Wallet“. Auf Ihrem Android-Handy laden Sie sich die App „Google Pay“ aus dem Play Store herunter und starten sie. Über das Plus­symbol beginnen Sie mit dem Prozess, Ihr Konto mit dem Zahlungs­system zu verbinden. Geben Sie den Namen Ihrer Bank ein.

Schritt 3. Als nächstes werden Sie in die App der Bank geleitet oder aufgefordert, Ihre Bank­karte mit der Handykamera zu scannen. Gegebenenfalls müssen Sie fehlende Informationen wie die Karten­prüf­nummer ergänzen und ­einen Code eingeben, den die Bank Ihnen per SMS schickt. Bei Android-Smartphones müssen Sie unter Umständen die Funk­tion NFC manuell in den Einstel­lungen akti­vieren.

Schritt 4. Sie sind bereit für die erste Zahlung mit dem Handy. Dafür entsperren Sie Ihr ­Android-Telefon an der Kasse wie gewohnt und halten es mit der Rück­seite an das Kartenlesegerät. Wenn Sie ein iPhone nutzen, authentifizieren Sie sich entweder über die Home-Taste auf der Vorderseite oder, falls bei Ihrem Modell nicht vorhanden, drücken Sie die Seiten­taste zweimal. Anschließend halten Sie das Telefon ebenfalls an das Kartenlesegerät. Hat das Bezahlen funk­tioniert, erscheint auf allen Geräten eine Bestätigung, zum Beispiel ein Häkchen.

nach oben

FAQ: Antworten auf häufige Fragen zum kontaktlosen Bezahlen

Ist kontaktloses Bezahlen dasselbe wie mobiles Bezahlen?

Nein. Kontaktloses Bezahlen meint in erster Linie das Bezahlen in einem Laden mit der Girocard oder Kreditkarte, wobei die Karte nicht in einen Kassen­terminal gesteckt wird. Als Kunde halten Sie Ihre Plastikkarte nur vor das Lesegerät an der Laden­kasse – in Sekunden­schnelle ist die Ware bezahlt. Der Begriff „mobiles Bezahlen“ verweist dagegen auf Zahl­vorgänge mit Smartphone, Smartwatch oder Tablet, die im Laden oder auch online statt­finden. Mit Smartphone oder Smartwatch können Sie auch das kontaktlose Bezahl­verfahren nutzen (siehe letzte Frage).

Wie funk­tioniert kontaktloses Bezahlen mit Karte?

Kontaktloses Bezahlen funk­tioniert mit Girocards und Kreditkarten, die mit einem sicht­baren Mikrochip und einer unsicht­baren Funk­antenne ausgestattet sind. Die Karte und das Lesegerät kommunizieren mittels NFC-Technik miteinander. Die Abkür­zung steht für die eng­lische Bezeichnung Near Field Communication (Nahfeld­kommunikation). Es ist ein interna­tionaler Über­tragungs­stan­dard zum kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Stre­cken per Funk.

Wenn das Kassen­terminal den fälligen Betrag anzeigt, halten Sie Ihre Karte in einer Entfernung von höchs­tens vier Zenti­metern an das Lesegerät. Chip und Lesegerät tauschen die zum Bezahlen nötigen Daten aus: Karten­nummer, Gültig­keits­datum und Betrag. Ein kurzes Piepen oder ein optisches Signal bestätigt die Zahlung. Diese wird – wie sonst auch – der Bank des Kunden gemeldet, sein Konto wird belastet und das Geld dem Händler gutgeschrieben.

Bei Beträgen von 25 Euro geht das meistens ohne Geheimzahl und Unter­schrift. Das Limit für kontaktloses Bezahlen mit der Kreditkarte wurde bereits auf 50 Euro erhöht. Demnächst sollen Kunden auch mit der Girocard bis Einkäufe bis zu 50 Euro kontaktlos zahlen können.

Wie funk­tioniert mobiles Bezahlen mit dem Smartphone?

Smartwatch-Träger müssen zum Bezahlen nur ihren Arm an die Kontakt­stelle halten.

Beim Zahlen mit dem Smartphone oder der Smartwatch kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz (zum Test Bezahlen mit dem Handy). Das Groß­teil der Apps funk­tioniert über NFC-Schnitt­stellen. Wenn das der Fall ist, entsichert der Kunde in der Regel sein Smartphone, öffnet eine App und hält das Gerät an die Kontakt­stelle des Kassen­terminals. Auch dabei wird die Zahlung mit einem akustischen oder optischen Signal bestätigt.

Smartwatches werden meist bereits beim Anlegen entsperrt. Wenn sie ununterbrochen am Hand­gelenk getragen werden, bleiben sie bis zu 24 Stunden entsichert. Die Träger müssen an der Kasse nur noch ihren Arm im richtigen Winkel an die Kontakt­stelle halten. Einige App-Anbieter nutzen auch Techno­logien, die nicht über NFC-Schnitt­stellen laufen.

Teils werden in der App Strich- oder QR-Codes erzeugt, teils fordern die Kunden über die App eine Einmal-Pin an, die sie an der Kasse nennen oder über­tragen müssen. Möglich ist es bei einigen Banken-Apps auch, dass an einer NFC-Schnitt­stelle eine Karten-Pin einge­geben wird.

Woran erkenne ich, ob ich mit der Karte kontaktlos bezahlen kann?

An Kassen mit diesem Zeichen können Kunden kontaktlos bezahlen – mit Karte oder Smartphone.

Meist trägt die Karte auf der Vorderseite das Symbol für kontaktlose Anwendungen: Vier aneinander­liegende Bögen, die Funk­wellen darstellen. Diese Funk­tion wird in der Regel akti­viert, wenn Sie Ihre Karte erst­mals in Kontakt mit einem Gerät einsetzen, entweder zum Bezahlen mit Unter­schrift oder Pin oder zum Geld­abheben am Auto­maten.

Für welche Beträge ist kontaktloses Bezahlen geeignet?

Sie können jede beliebige Summe bis zu Ihrem Karten­limit kontaktlos begleichen. Bei Beträgen über 25 Euro und demnächst 50 Euro müssen Sie mit der Karten-Pin bestätigen oder mit Ihrer Unter­schrift. Zur Sicherheit gibt es zusätzliche Abfragen: Nach einer bestimmten Anzahl von Bezahl­vorgängen oder wenn beispiels­weise 150 Euro kontaktlos bezahlt wurden, wird auch bei Summen unter dem Limit eine Pin oder Unter­schrift gefordert.

Auch beim mobilen Zahlen mit Smartphone oder Smartwatch gilt mitunter ein Limit. Bis zu einem bestimmten Betrag reicht es, das Gerät vor das Kassen­terminal zu halten. Liegt die Summe, die gezahlt werden muss, über dem Limit, muss das Gerät etwa durch die Eingabe einer Pin oder durch ein biome­trisches Verfahren entsperrt werden.

Welche Vorteile soll kontaktloses Bezahlen bringen?

Kontaktlos oder mobil zu zahlen soll deutlich schneller gehen als Barzahlung oder Kartenzahlung mit Pin-Eingabe. Das nutzt Händ­lern und Kunden. Der Handel muss zwar zunächst in neue Technik investieren, kann dann aber in derselben Zeit mehr Kunden bedienen. Viele Händler hoffen zudem, dass sie künftig weniger Kosten haben, als bisher für die Bargeld­bearbeitung anfallen. Für den Kunden soll Bezahlen bequemer werden – zumindest, wenn er sich an die neue Bezahlart gewöhnt hat.

„Optimierungs­bedarf gibt es zum Beispiel noch bei der ergono­mischen Gestaltung der Terminals“, sagt Jan-Paul Leuteritz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Arbeits­wirt­schaft und Organisation in Stutt­gart. „Solange der Kunde suchen muss, an welche Stelle des Lesegerätes er die Karte halten muss, hat er keinen Vorteil zur herkömm­lichen Kartenzahlung.“

Ist kontaktloses Bezahlen so sicher wie Barzahlen?

„Kontaktloses Bezahlen ist nicht risikoreicher als herkömm­liche Zahlungen mit Karte“, sagt Marc Fliehe, Bereichs­leiter Information und Sicherheit beim IT-Verband Bitkom. Der Chip funkt über höchs­tens vier Zenti­meter und zwar keine persönlichen Daten wie Adresse oder Name des Karten­inhabers. Nur spezielle Lesegeräte können die Signale empfangen und entschlüsseln. Aus Versehen kann jemand also nicht bezahlen. Marc Fliehe sagt: „Die Gefahr, dass Ihnen Bargeld gestohlen wird oder Sie es verlieren, ist weit­aus größer.“

Selbst wenn Betrüger die Kreditkarten­daten unbe­merkt auslesen, können sie damit nur bei Händ­lern im Internet einkaufen, die die vorgeschriebenen Sicher­heits­abfragen, etwa die Prüfziffer oder die zusätzliche Kenn­wort­abfrage (3-D-Secure-Verfahren) nicht einsetzen. Wer dennoch unsicher ist, kann seine Karte mit einer speziell beschichteten Hülle schützen. Sie verhindert, dass der Chip unbe­merkt ausgelesen werden kann. Bei Onlinehänd­lern kann man solche Hüllen für unter 10 Euro bestellen.

Beim Zahlen mit Smartphone muss das Gerät oder die App bei Beträgen über 25 Euro immer entsperrt werden - etwa durch die Eingabe einer Pin oder durch ein biome­trisches Verfahren wie die Finger­abdruck­erkennung. Zudem wird jeder Zahlungs­vorgang durch die sogenannte Tokenization abge­sichert. Das ist ein Verfahren, das aus der Karten­nummer des Kunden eine Stell­vertreter­nummer für Zahlungen ableitet. Kreditkarten- oder Konto­nummer der Kunden bleiben durch die Tokenization stets geheim.

Ist die Funk­tion für kontaktloses Bezahlen auf den Giro- und Kreditkarten abschalt­bar?

Ja, das ist bei einigen Banken möglich. Viele Direkt­banken erlauben das allerdings nicht. Fragen Sie am besten bei Ihrer Haus­bank nach. Kunden von Volks- und Raiff­eisen­banken können die Kontaktlosfunk­tion ihrer Karten am Geld­automaten deaktivieren und wieder akti­vieren. Manchmal ist es auch möglich, die Funk­tion online abzu­schalten. Sparkassen-Kunden können die Deaktivierung nur in der Filiale bei einem Berater erledigen lassen.

Tipp: Betrüger können die Karte nicht auslesen, wenn zwei Karten mit dieser Funk­tion zusammen im Portemonnaie sind. Eine spezielle Hülle schützt die Karten auch (siehe Frage oben „Ist kontaktloses Bezahlen so sicher wie Barzahlen?“)

Bei welchen Händ­lern kann ich jetzt schon kontaktlos bezahlen?

„Die Nutzung des kontaktlosen Bezahlens im Handel wächst konsequent“, sagt Ulrich Binnebößel vom Handels­verband Deutsch­land (HDE). Nach Schät­zungen des Verbands haben in Deutsch­land mindestens 800 000 von rund einer Million Kassen­terminals NFC frei­geschaltet. „Vielen Menschen ist die Möglich­keit des kontaktlosen Bezahlens noch nicht geläufig“, merkt Binnebößel an. Er erwartet aber positive Entwick­lungen, je bekannter die Bezahl­methode wird: „Aus dem Handel hören wir, dass die Nutzung des kontaktlosen Zahlens bei allen Personen anhält, die es einmal versucht haben.“

Dieses Special ist erst­mals am 12. Oktober 2016 auf test.de erschienen. Es wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 29. September 2020.

nach oben

Dieser Artikel ist hilfreich. 184 Nutzer finden das hilfreich.