Kontaktlinsenhygiene Meldung

Nicht alle Desinfektionslösungen für Kontaktlinsen töten Krankheitserreger sicher ab. Das zeigt eine Studie der Universität Wien. Untersucht wurden drei verschiedene Lösungen für weiche Kontaktlinsen: eine Vielzweckaufbewahrungslösung und zwei Wasserstoffperoxidsysteme. Als besonders hartnäckig gegenüber den Desinfektionsversuchen erwiesen sich Akanthamöben, die gefährliche Hornhautinfektionen verursachen können. Am besten wirkte eine Zwei-Phasen-Peroxidlösung. Darin werden die Linsen erst desinfiziert, danach wird das ätzende Wasserstoffperoxid neutralisiert. In der Ein-Phasen-Peroxidlösung ­ Desinfektion und Neutralisation in einem einzigen Schritt ­ überlebten Einzeller aller Art.

Die Vielzwecklösung beseitigte nur einen Teil der Krankheitserreger. Professor Horst Aspöck, Koautor der Studie, rät Kontaktlinsenträgern: Das Wasserstoffperoxid sollte ausreichend lange, möglichst über Nacht einwirken, das Desinfektionsmittel erst am Morgen gegen die Neutralisationslösung ausgetauscht werden. Die Behälter für die Kontaktlinsen sollte man alle vier bis sechs Wochen wechseln, denn auf dem Kunststoffmaterial bildet sich ein Biofilm, der einen idealen Nährboden für die Akanthamöben bildet.

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