Kontaktlinsen Test

Rund 800 Personen beteiligten sich an unserer Umfrage zum Thema Kontaktlinsen­anpassung. Danke! Mehr als zwei Drittel von ihnen ließen sich ihre ersten Linsen bei Augen­optikern anpassen. Doch wie gut können die das? Auch das wollte die Stiftung Warentest wissen: Sie hat große Optikerketten und Kontaktlinsenspezialisten getestet sowie inha­bergeführte Optiker­geschäfte, die regel­mäßig Kontaktlinsen anpassen. Ergebnis: Von 9 Augen­optikern schneiden 4 gut ab, 2 nur ausreichend.

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TestKontaktlinsentest 12/2015
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Weiche Monats­linsen sind verbreitet

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Gut drei Millionen Kontaktlinsen­träger gibt es in Deutsch­land. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen nutzt regel­mäßig Kontaktlinsen. Auch in unserer Online-Umfrage über­wiegen diejenigen, die sie täglich einsetzen (68 Prozent). Bei der Frage, warum sie Kontaktlinsen tragen, gaben etwa genauso viele Teilnehmer an, dass sie damit uneinge­schränkt in alle Richtungen gut sehen können. Knapp 60 Prozent schätzen sie aus ästhetischen Gründen, 45 Prozent tragen sie beim Sport. Fast jeder Vierte nannte medizi­nische Gründe wie zum Beispiel eine starke Fehlsichtig­keit. Von unseren Befragten hat fast ein Drittel eine höhere und gut die Hälfte eine mitt­lere Fehlsichtig­keit. Die meisten Umfrage­teilnehmer tragen weiche Kontaktlinsen, die sich der Form der Augen anpassen. Dabei dominieren Monats­linsen, die nach einer Nutzung von vier Wochen zu tauschen sind.

Inha­bergeführte Augen­optiker passen oft die ersten Linsen an

Kontaktlinsen Test

Welche Linsen jeweils geeignet sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab: etwa von der Augen­größe und -form, der Art der Fehlsichtig­keit, von der Tränenflüssig­keit, aber auch den Bedürf­nissen des Trägers. Daher sollten Kontaktlinsen individuell angepasst werden. Ein Teil der Umfrage­teilnehmer ging hierfür zu einem Augen­arzt. Die meisten ließen sich ihre aller­ersten Linsen aber beim Augen­optiker anpassen: Fast 60 Prozent der Befragten taten dies bei einem inha­bergeführten Augen­optiker­geschäft (siehe Grafik). Erst dann kommen die Optikerketten, gefolgt von den spezialisierten Kontaktlinsen­instituten oder -geschäften.

Im Test über­zeugten erfahrene und spezialisierte Optiker am meisten

In unserem Test von neun Anbietern in Sachsen und Thüringen schnitten spezialisierte Institute und erfahrene Optiker am besten ab. Die großen Ketten über­zeugten nicht, eine Kette war immerhin befriedigend. Unser Testbe­richt verrät, wie die Anpassung von Kontaktlinsen optimaler­weise abläuft und was im Test positiv, aber auch negativ auffiel. Außerdem informieren wir über

  • Kosten,
  • Vor- und Nachteile von harten und weichen Linsen, sowie
  • Multifokallinsen, die bei Alters­sichtig­keit eine Alternative zur Gleitsicht­brille sein können.

Viele kaufen Linsen im Internet

90 Prozent der Teilnehmer unserer Onlineumfrage waren mit der Erst­anpassung inklusive der Beratung zufrieden bis sehr zufrieden. Interes­sant: Trotz dieser hohen Zufrieden­heits­werte kaufen viele Nutzer Folgelinsen nicht beim Erst­anpasser. Nur knapp die Hälfte derjenigen, die ihre Linsen einmal bei einem inha­bergeführten Geschäft oder einer Optikerkette anpassen haben lassen, ging auch für den zuletzt zurück­liegenden Kauf von Linsen zu diesen Anbietern. Bei den Instituten taten dies immerhin rund 60 Prozent. Jeder dritte Befragte gab hingegen an, seine Linsen zuletzt bei einem Online-Versandhändler gekauft zu haben. Dort sind sie häufig preisgüns­tiger.

Vor- und Nachteile von harten und weichen Linsen

Kontaktlinsen Test

Weiche Kontaktlinsen bieten in der Regel von Anfang an hohen Trage­komfort und sind oft kaum spür­bar. Bei rund zwei Drittel der Umfrage­teilnehmer, die weiche Linsen nutzen, ist der Trage­komfort nicht beein­trächtigt (siehe Grafik). Bei harten Linsen, die Fachleute form­stabil nennen, sieht es etwas anders aus: Als größtes Problem gaben die Hartlinsen­träger an, dass in bestimmten Situationen wie etwa bei Wind kleine Partikel aus der Luft darunter gelangen können. Das liegt daran, dass harte Linsen nicht so fest aufliegen wie weiche Linsen, sondern auf dem Tränenfilm schwimmen. Dadurch lassen die meisten harten Linsen aber auch mehr Sauer­stoff ans Auge als weiche – mit Ausnahme der weichen Sili­konhydrogellinsen. Lang­fristig sind harte Linsen sehr gut verträglich. Mit weichen Linsen dagegen besteht ein höheres Infektions­risiko. Gerade weil sie kaum spür­bar sind, nehmen Träger gesundheitliche Probleme oft zu spät wahr.

Wie Linsen­träger Probleme über­winden

Kontaktlinsen Test

Knapp die Hälfte unserer Umfrage­teilnehmer hatte anfäng­lich Probleme beim Umgang mit den Kontaktlinsen, vor allem beim Ein- und Absetzen. 83 Prozent konnten sie über­winden – meist durch regel­mäßiges Üben und weitere Hinweise des Anpassers. Geduld und Durch­halte­vermögen lohnen sich in der Regel also. Auch bei Unver­träglich­keiten und Augen­reizungen sollten Linsen­träger nicht gleich aufgeben. Etwa jeder zweite Befragte hat damit schon Erfahrungen gemacht.
Relativ häufig genannt:

  • Trockenheit
  • Fremdkör­pergefühl
  • Rötungen
  • Brennende und tränende Augen
  • Juck­reiz

Auch diese Probleme konnten die meisten Linsen­träger lösen – am häufigsten, indem sie Nachbenet­zungs­tropfen nutzten oder die Linsen beziehungs­weise das Pflege­mittel wechselten (siehe Grafik).

Viele vernach­lässigen Kontroll­unter­suchungen

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Die Umfra­geergeb­nisse zeigen auch, dass es sich lohnen kann, Nach­kontrollen in Anspruch zu nehmen. Wer weiche Linsen trägt, sollte diese halb­jähr­lich vom Kontaktlinsen­anpasser kontrollieren lassen. Für Nutzer von harten Linsen wird mindestens ein Kontroll­termin im Jahr empfohlen. Dabei lassen sich zum Beispiel Ursachen für Unver­träglich­keiten entdecken oder erste Anzeichen für eine einge­schränkte Sauer­stoff­versorgung der Hornhaut durchs Linsentragen. Auch Hand­habungs- und Pflege­fehler können erkannt werden. Von unseren Umfrage­teilnehmern lassen nur 15 Prozent die Kontaktlinsen und deren Sitz öfter als einmal pro Jahr durch den Kontaktlinsen­anpasser kontrollieren (siehe Grafik). Immerhin noch gut jeder Vierte nimmt einmal im Jahr einen Termin dort wahr. Mehr als die Hälfte aller Befragten geht seltener oder sogar nie zur Kontrolle. Unser Test zeigt, dass auch Optiker mit Nach­kontrollen teils nach­lässig umgehen. Dadurch vergeben sie sich die Chance, zufriedene Linsen­träger dauer­haft als Kunden zu gewinnen.

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