Konsum und Sparquote Meldung

Deutschland steckt in einer Konsumkrise, denn den privaten Haushalten ist die Lust auf ausgiebige Einkaufstouren vergangen. Die Hauptschuld an dieser Zurückhaltung trägt die schlechte Arbeitsmarktentwicklung. Sie hat das Einkommenswachstum im Jahr 2002 im Vergleich zu den Vorjahren stark gebremst. Statt um 2 oder 3 Prozent ist das verfügbare Einkommen der deutschen Haushalte diesmal seit dem Vorjahr nur um rund 0,75 Prozent gestiegen.

Jetzt halten diejenigen, die Arbeit haben, ihre Euros stärker zusammen. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln rechnet für das gesamte Jahr 2002 mit einer Sparquote von 10,5 Prozent. Das ist der Anteil, den die Deutschen von ihrem verfügbaren Einkommen auf die hohe Kante legen.

Im Jahr 2001 sparten die deutschen Haushalte 10,1 Prozent: Von ihrem verfügbaren Einkommen von insgesamt 1 370,24 Milliarden Euro legten sie rund 138 Milliarden Euro zurück.

Die Grafik verdeutlicht, dass die Deutschen großzügiger Geld ausgeben, wenn das verfügbare Einkommen stark wächst. Nimmt es kaum zu, werden sie sparsamer.

Das Jahr 2001 war ein Ausnahmefall. Das verfügbare Einkommen ist aufgrund der ersten Stufe der Einkommensteuerreform zwar überdurchschnittlich gestiegen. Doch das konnte die Deutschen offenbar nicht darüber täuschen, dass es der Wirtschaft schlecht ging. Sie sparten mehr.

Als Ursachen für den größeren Sparwillen sieht das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln neben der steigenden Arbeitslosigkeit die relativ hohe Inflation, die Verunsicherung durch die Einführung des Euro-Bargelds und die einbrechenden Aktienkurse.

Auch die Verschiebung der für 2003 geplanten Steuerentlastung auf 2004, die den Wiederaufbau in den Hochwassergebieten mitfinanzieren soll, schwächt die Kaufkraft.

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